young & hopeless

Nobody’s listening

 

Ich wurde von meinen Eltern ins Wohnzimmer gerufen. Das hieß bei uns noch nie was gutes… „Svenja…“, fing meine Mo an, „Dein Vater hat einen gut bezahlten Job in L.A. gefunden…“ Och nee, jetzt redet die auch noch um den heißen Brei herum… „Ja, und?“, fragte ich genervt. „Das soll heißen, dass wir nächsten Samstag nach L.A. ziehen“, kam mein Vater zur Sache. „NEIN!“, schrie ich, „DAS KÖNNT IHR NICHT MACHEN! IHR WISST GENAU, DASS ICH FROH BIN, DASS ICH HIER WENIGSTENS MAL FREUNDE GEFUNDEN HAB…“ Ich fegte mit Tränen in den Augen aus dem Zimmer und schmiss die Glastür zu, die daraufhin kaputt ging. In meinem Zimmer schloss ich mich ein und fing an, alles einzupacken. Samstag war schließlich schon in 3 Tagen. Was wird mich da wohl erwarten? Dort kannte ich schließlich noch niemanden. Hier hatte ich Freunde, denen ich alles anvertrauen konnte, aber da? Werde ich da auch wieder so gute Freunde finden? Und nicht solche, die einen einfach nur zum Angeben haben wollen? Und die Sprache? Mein Englisch ist ja nicht umbedingt das beste… Am nächsten Tag wollte ich nichts mehr essen und ging nach der Schule auch nicht nachhause, sondern zu Kim, eine meiner Freundinnen. Irgendwann Nachmittags klingelte mein Handy, aber ich drückte meine Eltern, die anriefen, einfach weg und kam erst Abends wieder. Zuhause erwartete mich erst mal eine deftige Standpauke, was mich aber nicht interessierte. Meine Eltern sollten ruhig merken, dass ich das von ihnen nicht richtig fand. Wieder in meinem Zimmer packte ich den letzten Rest ein und leerte erst mal mein E-Mail Postfach. Ich hörte, wie meine Eltern mindestens 20 mal nach mir riefen, aber ich ging nie runter. Wieso auch? Die können mich mal.

Am letzten Tag in meiner Klasse, bekam ich von meinen Lehreren noch was zu hören, vonwegen, dass ich mich da schnell zurechtfinden sollte und das sie mir Glück wünschen. Genau das konnte ich jetzt gebrauchen…Glück schien das zu sein, was ich im Moment nicht hatte. Meine Klasse schenkte mir zum Abschied ein Buch, wo von allen ein Foto drin war, und das was sie mir zu sagen hatten. Eigentlich hätte ich nicht mit so was gerechnet, da ich immer dachte, dass ich die totale Außenseiterin bin. Naja, spätestens nach ner Woche werden die meisten mich vergessen haben. Nach der Schule fuhr ich wieder mit zu Kim. Wenigstens am  letzten Nachmittag hier wollte ich Spaß haben, auch wenn meine alten wieder rummeckern. Abends, zuhause, passierte das, was ich dachte. Meine Alten fingen an rumzumeckern. Bei mir ging das ins linke Ohr rein und ausm rechten Ohr wieder raus. Nach der Standpauke, telefonierte ich noch ein letztes mal mit allen Leuten und legte mich dann schlafen, weil wir morgen um 9 uhr wegfliegen würden. Während  ich versuchte einzuschlafen, dachte ich über die neue Klasse nach. Würden sie mich so annehmen wie ich bin? Oder so wie meine alte Klasse, erst dann richtig aufnehmen, nachdem unser Lehrer mit ihnen geredet hatte? Hoffentlich muss ich neben so Tussis sitzen. Oder neben nem Hip-Hopser. Die mag ich nämlich nicht so gerne. Aber wahrscheinlich ist ein Hip-Hopser immer noch besser als eine Tussi. Mit all diesen Gedanken fiel ich in einen unruhigen Schlaf.

 

~nächster morgen~

 

„Aufstehen!“, brüllte meine Mo und ich musste wohl oder übel aufstehen und hier alles verlassen. Schnell machte ich mich fertig, steckte den letzten Prüddel ein und dann fuhren wir auch schon zum Flughafen. Für meinen Geschmack war das alles viel zu schnell. Und dann auch noch total lange Fliegen. Wah… ich will hier nicht weg! Warum verstehen diese Assis das nicht? Der Flug zog sich so hin, dass ich mich nicht mal mit den Filmen, die an Board gezeigt wurden, ablenken konnte. Am liebsten würde ich jetzt mit Kim oder so telefonieren. Aber das geht ja im Flugzeug leider nicht.Irgendwann wurd dann endlich durchgesagt, dass wir jetzt landen würden. Wäre es nur ein Urlaub, würde ich mich ja jetzt freuen, aber da ich weiß, dass ich hier jetzt vielleicht den Rest meines Lebens hier verbringen werde, freute mich das nicht besonders. Im Taxi, dass uns in unser neues Haus brachte, dachte ich darüber nach, wie ich mich jetzt verhalten sollte. Mhm… Erstmal so, wie sonst auch, dachte ich mir und sah dann mein neues zu Hause. Sah eindeutig besser aus, als das alte. Aber trotzdem möchte ich wieder zurück. Meine Eltern zeigten mir kurz mein Zimmer und ich blieb auch sofort da. Mhm… Sehr kahl hier. Ich zog aus den Kisten meinen Kram und stellte ihn auf. Danach legte ich mich sofort in mein Bett und schlief. Am Sonntag hing ich wieder nur in meinem Zimmer. Meine Mutter hatte schon alle Schulbücher und Hefte und son Scheiß gekauft und zum erstenmal schaute ich in die Bücher. Hah! Vieles davon hatte ich schon gehabt. Das macht die Sache zum Glück einfacher. Zudem hatte ich auch Deutsch als Fremdsprache gewählt. Da konnte ich mir wenigstens sicher sein, dass ich es kann. Abends kam meine Mo mal wieder reingeschneit und brachte mir einen Zettel, wo die Raumnummer draufstand und auch die Klassenliste. Oh Gott, die Namen hörten sich ja alle so an, als ob es totale Spießer wären. Werde ich ja morgen wohl sehen.

 

~nächster Tag~

 

So, jetzt steh ich vor meiner neuen Schule. Auf dem Weg hierhin wurd ich erstmal total doof angegafft. Sowas besonderes bin ich zwar auch nicht, aber egal. Ich war extra 10 Minuten eher gekommen, damit ich genug Zeit hatte meinen Raum zu suchen. Als ich den gefunden hatte, schien es, als ob schon alle drinnenwaren. Gerade als ich auch reingehen wollte, kam mein Lehrer. „Hallo, du musst Svenja sein“, begrüßte er mich und bat mich rein. Skeptisch ließ ich meinen Blick über die Klasse wandern. Ok, Tussis und ein Hip-Hopser. Sonst nur Leute, die ich nirgendswo zuordnen konnte. Der Lehrer stellte mich vor und sagte dann: „Du kannst dich dahinten zwischen Mike und David setzen.“ Er zeigte auf den Platz zwischen dem Hip-Hopser und so einen, den ich nirgendswo zuordnen konnte. Wenigstens ganz hinten. (Ich liebe es hinten zu sitzen *ggg*) Mike und David begrüßten mich und sagten, dass sie eigentlich mal nebeneinander gesessen haben, aber sie hätten zuviel Scheiße gebaut, deswegen müssen sie jetzt auseinander sitzen. Die beiden schienen nett zu sein. Auch wenn ich nicht so gerne Hip-Hopser mag, musste ich sagen, dass Mike gar nicht so schlecht aussieht. In der ersten großen Pause schleppten Mike und David, den sie nur Phoenix nannten, mit zu ihrer Clique. Voll die Chaos Leute. Als wir dort ankamen, wurde ich allen vorgestellt und sie begrüßten mich sehr übertrieben. Während des Gesprächs bekam ich heraus, das sie eine Band sind. Nen Namen hatten sie auch schon: Xero. Oh, hatte ich überhaupt schon erwähnt, wie der Rest der Chaos Clique heißt? Nein, oder? Ok, die Chaos Clique besteht aus Joe, Rob, Brad und halt Mike und Phoenix. Sofort am ersten Tag bekam ich ne Verwarnung, weil ich mit Mike Käsekästchen gespielt hatte. Musste ich meiner Mo ja nicht sofort unter die Nase binden. Im großen und ganzen war der Tag besser, als ich es erst gedacht hätte. Jetzt hatte ich hier 5 Kumpels, aber denen hatte ich nicht alles über mich erzählt. War bestimmt auch besser. Als wir uns darüber unterhielten, wer wo wohnt, kam heraus, dass Phoenix und Mike in der gleichen Straße wohnten. Bestimmt hatten die beiden mich schon heute morgen gesehen, weil ich sie gesehen hatte. Wenigstens musste ich dann nicht immer alleine zur Schule und zurück latschen. Als ich dann Nachmittags mit Mike und Phoenix nach Hause ging, fragten sie mich, ob ich nicht heute Abend mit bei der Bandprobe dabei sein möchte. „Gerne“, antwortete ich und schloss die Haustür auf, weil wir schon bei mir angekommen waren. „Wir holen dich dann ab“, meinte Mike und die Beiden gingen weiter. Mit einem fetten Grinsen ging ich in die Küche und guckte, ob noch was zu essen da war. Nee, natürlich nicht. Wie auch? Meine Eltern arbeiten ja Mittags. Somit holte ich mir irgendwas essbares ausm Kühlschrank und schnappte mir das Telefon. Schnell rief ich Kim an, um ihr zu erzählen was passiert ist. Na toll, jetzt geht noch nicht mal jemand dran.... Ups. Ich hatte doch glatt vergessen, das da ja jetzt Nacht ist. Dann probier ichs später noch mal oda so.

Ok, dann halt net. Ach ja, Hausaufgaben muss ich ja auch noch machen. Hätte ich doch fast vergessen. Irgendwann kam dann mal meine Mo wieder und kam sofort in mein Zimmer und fragte mich, wie mein Tag war. „Gut, gut“, meinte ich und sie ging wieder. Bestimmt hätte sie nicht damit gerechnet, dass ich gut sage. Tja, wie sich Eltern doch irren können. Abends rief meine Mo mir hoch, dass hier zwei Typen vor der Tür stehen würden, die mich abholen wollten. „Ich komm sofort!“, schrie ich runter und schnappte mir ne Jacke, zog diese auf dem Weg nach unten an, sagte meiner Mo, dass ich nicht genau weiß, wann ich wiederkomme und verschwand. „Machst du das immer so?“, wollte Phi wissen. „Ja, vorallem seitdem wir hierhin gezogen sind“, meinte ich. Er schaute mich schief an und wir gingen weiter bis zu Joe, wo sie anscheinend probten. Natürlich wohnte Joe auch noch fast nen Kilometer entfernt. Das hatte mir auch keiner vorher gesagt. Jetzt latschten wir bis dahin. Oh Gott, nein, bitte lass das nicht mehr ganz so weit sein, dachte ich immer wieder, bis wir endlich vor Joe’s Haus standen. Mike klingelte und Joe machte auf. Anscheinend hatten alle schon auf uns gewartet. Wir gingen in den Keller und die Jungs zeigten, was sie konnten. „Das…Das ist unglaublich!“ Mehr brachte ich gerade nicht heraus. Es war wirklich umwerfend. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn Rob, der gerade aufstehen wollte, fiel wirklich um, als ich das sagte. Ihm schien das wohl ziemlich peinlich zu sein, aber uns anderen war das egal, wir lachten uns einfach nur kaputt. Es sah aber echt zu doof aus, als er genau dann umfiel. Wir bekamen uns gar nicht mehr ein vor lachen und irgendwann lachte dann auch Rob mit. Nachdem die Jungs noch ein bisschen gejammt hatten, spielten wir noch ein bisschen X-Box und dann gingen alle. Mike, Phoenix und ich mussten zwar am weitesten laufen, aber trotzdem gingen wir als letztes, weil wir so gefesselt vor der X-Box saßen und spielten. Irgendwann scheuchte uns Joe dann mal weg und wir nahmen dann einen Bus nach Hause, weil wir absolut keine Lust mehr hatten zu latschen. Busfahren geht ja auch bedeutend schneller als laufen, was auch sehr praktisch ist. Während der Fahrt machten Mike und Phoenix ziemlich viel Scheiße, bis der Busfahrer ihnen damit drohte, sie rauszuschmeißen. Was den beiden ziemlich egal war und somit schmiss der Fahrer die Beiden da raus, wo wir sowieso ausgestiegen wären. Als der Bus außer Sichtweite war, lachten wir uns erst mal über den dummen Busfahrer schlapp. Nachdem wir uns wieder gefangen hatten, schauten wir zum ersten Mal an diesem Abend auf die Uhr und durften feststellen, dass es schon halb 12 war. Diesmal kamen wir von der anderen Seite auf die Straße und somit lieferten wir erst Mike zu Hause ab, dann eigentlich Phoenix, der mich aber umbedingt bis nach Hause begleiten wollte. Bei mir war kein Licht mehr an, wahrscheinlich pennen meine Eltern schon längst.

Als ich dann durch die Haustür gegangen war, merkte ich, dass das wohl nicht stimmte. Mein Vater kam zu mir und schrie mich an: „Was fällt dir ein, so lange wegzubleiben, wir haben uns Sorgen gemacht…“ So ging das eine halbe Stunde und dann fing mein Vater an, mich zu schlagen, nur weil ich meine Ohren auf Durchzug gestellt hatte. Bevor er weitermachen konnte, hatte ich mich in mein Zimmer verzogen und abgeschlossen. Dort fing ich erst mal an, wie ein Schlosshund zu heulen. Warum ich? Darf ich nicht meinen Spaß haben? Mit all diesen Gedanken schlief ich ein und wachte ich auch wieder auf. Meine Eltern waren schon wieder arbeiten und ich schleppte mich ins Bad. Dort betrachtete ich meine Arme, diese waren fast von oben bis unten voll mit blauen Flecken. Toll, und ausgerechnet heute musste es warm werden. Ich zog mir ein T-Shirt an, und schwor mir, meine Jacke, die ich über dem Shirt trug, heute nicht in der Schule auszuziehen. Musste ja nicht gleich jeder sehen. Auch die Jungs nicht, da konnte ich mich noch so gut mit ihnen verstehen. Ich packte schnell meinen Kram zusammen und dann klingelte es schon. Mike und Phoenix standen vor der Tür, die ich einfach hinter mir zuzog und abschloss. Auf dem Weg unterhielten wir uns über den gestrigen Abend und mussten wieder über den dummen Busfahrer lachen. Rob, Joe und Brad warteten schon vor der Schule auf uns und fragten, wieso wir denn so viel lachen müssten. „Ach, gestern Abend haben wir einen Bus zurückgenommen und Phi und ich haben ziemlich viel Scheiße da drin gemacht und dann hat uns der Busfahrer an der Haltestelle rausgeschmissen, wo wir sowieso ausgestiegen wären“, lachte Mike. „Was fürn Spastie“, grinste Joe. „Habt ihr eigentlich Ärger bekommen, weil ihr so spät wiederkamt?“, fragte Rob. „Nö“, antworteten wir. Auch wenn ich log, so fand ich es besser, als jetzt lang und breit erklären zu müssen, was los war. Dazu hatten wir auch keine Zeit mehr, denn es klingelte und wir mussten los in unsere Klassen. Phoenix, Mike und ich hatten als erstes Kunst. Und ich behielt die Jacke die ganze Zeit über an. Die beiden musterten mich ganz komisch, fragten aber nicht weiter. So schaffte ich es, ohne Probleme alle Stunden die Jacke anzulassen. Wir gingen wie gewöhnlich zurück nach Hause und ich suchte wieder was zu Essen und machte Hausaufgaben. Natürlich zog ich auch endlich die Jacke aus. (Wär auch doof die anzulassen^^) Kurz nachdem ich mit den bescheuerten Hausaufgaben angefangen hatte, klingelte es an der Tür. Verwundert stand ich auf, ging zur Tür und öffnete. Vor mir standen Mike und Phoenix. „Hi! Was gibt’s?“, fragte ich die Beiden. „Ach, wir wollten dich Besuchen und mit dir die Hausaufgaben machen.“ „Wie nett“, grinste ich und ließ die Beiden rein. Sie setzen sich sofort auf die Couch im Wohnzimmer und schrieben das ab, was ich schon an Hausaufgaben gemacht hatte. „Hey, so war das doch nicht gedach!“, schimpfte ich. „Doch, doch“, grinste Phi.

Dafür bewarf ich ihn mit dem Couchkissen. Er schmiss es zurück und so waren wir beiden in eine chaotische Kissenschlacht verwickelt und Mike konnte in aller Ruhe Hausaufgaben machen. Irgendwann bemerkten wir das und auch er bekam ein Kissen ab. „Tja, Pech gehabt. Ich bin schon fertig“, grinste er und Phi und ich stürzten uns auf Mikes Aufgaben. Egal ob richtig oder nicht. Es zählt nur, dass mans gemacht hatte. Nachdem wir das dann auch fertig hatten, überlegten wir, was wir machen könnten. „Ich bin dafür, X-Box zu spielen“, schlug Mike vor. Phi aber schüttelte den Kopf und meinte: „Das Leben besteht nicht nur aus X-Box spielen, fressen und schlafen, Herr Shinoda.“ „Was sollen wir denn dann machen“, nörgelte Mike. „Wie wärs, wenn wir statt X-Box Playstation spielen?“, schlug ich mit einem grinsen im Gesicht vor. „Oh man, ihr zwei seit grässlich“, gab sich Phoenix geschlagen und schlug sich mit der Hand vor’m Kopf. Mike und ich lachten uns schlapp. Nachdem wir uns beruhigt hatten, fingen wir dann auch an zu spielen. Phoenix verlor dauernd und gab dann irgendwann gefrustet auf. „Ihr seid zu gut“, meckerte er rum. „Eine Runde Mitleid für Phoenix“, lachte Mike und wir beiden sagten: „OOOOOOOOHHHHHHHHHHHHHHH!!!!!!!!“ Das brachte dann selbst Phi wieder zum lachen. Da wir dann doch nicht den ganzen Nachmittag drinnen hängen wollten, gingen wir schließlich noch zum Park und berieten uns da, was wir noch so machen könnten. „Leute, ich hab die Idee“, rief Mike und weg war er. Phi und ich schauten uns nur ganz doof an. Nach 5 Minuten tauchte Mike zusammen mit einem Beutel wieder auf. „Was ist da drin?“, fragte ich und zeigte auf den Beutel. Mike grinste und erklärte uns seinen Plan: „Also, hier sind Tomaten drin. Wird euch jetzt nicht viel sagen. Deshalb erkläre euch jetzt meinen Plan. Wir werden jetzt in eine Nobelwohngegend gehen und die Tomaten bei irgendwelchen Villen an die Fensterscheiben werfen.“ „Das können wir nicht machen. Was ist, wenn wir erwischt werden?“, fragte Phi besorgt. „Ach, wird schon gut gehen“, ermutigte ich ihn und wir liefen los. Sofort an der ersten Fensterscheibe einer Nobelhobelvilla pappte eine Tomate. Mhm… sah sehr lecker aus. (Da ich so wat schon mal gemacht hab, weiß ich des^^) Als wir dann alle Tomaten an Scheiben geworfen hatten. Gingen wir noch mal los, unser Werk bestaunen. Bei der ersten Villa sahen wir, wie der Bewohner schon sein Fenster schrubbte und als wir außer Sichtweite waren fingen wir wieder an, loszulachen. Da hatte ich mal eine Idee und ging in den nächsten Supermarkt, kaufte ne Tomate und schlich zurück zu er ersten Villa. Die Jungs schlichen hinterher. Am Haus angekommen, versteckten wir uns hinter einem Auto und ich warf die Tomate auf den Typen, der sein Fenster putzte. Ich traf voll ins schwarze und der Typ schaute nur ganz dumm, als ihn eine Tomate am Kopf traf. Wir schlichen zurück und ließen uns auf die nächstbeste Bank fallen um nicht umzukippen vor lachen. „Das haste gut gemacht!“, lobten Mike und Phoenix mich. Ich lachte schon Tränen. „Das Gesicht von dem Typen war echt zu genial!“ „Schade, dass wir kein Bild davon haben“, meinte Mike. „Doch haben wir“, grinste Phi und zog sein Handy aus seiner Tasche und öffnete das Bild von dem Typen. „Nein, wie geil“, lachte ich und Phi schickte uns beiden das Bild. Ich nahm mir vor, das Bild zu Hause auf meinen PC zu ziehen und auszudrucken um es aufzuhängen. Soweit ich weiß, hatten die Jungs das gleiche vor. Nach 15 Minuten hatten wir uns endlich soweit beruhigt, dass wir wieder planen könnten, was wir noch machen wollten. „Jungs, wie spät ist es eigentlich?“, fragte ich die Beiden. Ich wollte ja nicht noch mal so spät kommen. „Warte, es ist 8 Uhr“, antwortete Mike. Oh nein, dass könnte wieder Ärger geben. „Ich muss, ich bekomm sonst Ärger“, meinte ich und wollte gehen, doch Phi hielt mich fest. „Wieso bekommst du Ärger?“, fragte Mike. „Meine Eltern meinen, dass ich, wenn ich den nächsten Tag Schule hab, gefälligst um 7.30 Uhr auf der Matte zu stehen hab“, antwortete ich ärgerlich. „Und was ist, wenn du zu spät kommst?“, wollte Phi wissen. Zur Antwort hielt ich ihm meine Arme unter die Augen. „Wir reden mit deinen Eltern“, beschloss Mike und wir gingen los zu mir. Das kann was werden. Bestimmt darf ich mich dann nicht mehr mit den Jungs treffen. Wenn die das echt sagen, hau ich ab. Irgendwo hin, irgendeiner wird mich ja wohl aufnehmen. Bei mir angekommen, schloss ich auf, und mein Vater stand schon hinter der Tür und schrie mich wieder an. Mike und Phoenix stellten sich vor mir hin und erklärten meinem Vater ganz ruhig, dass sie mal mit ihm reden möchten. Somit verschwanden die drei in der Küche und ich packte für den Fall der Fälle schon mal meinen Rucksack und klaubte mein letztes Geld zusammen. Ich hörte von unten, wie mein Vater Mike und Phi anschrie, dass sie sich nie mehr mit mir Treffen sollten und das das ja wohl seine Sache sei, was er mit seiner Tochter mache. Kurze Zeit später kamen Mike und Phi hoch. „Dein Vater hat uns voll angeschrien. Ich glaub ich bin jetzt taub“, versuchte Mike aus der Situation noch was lustiges rauszuholen. „Und jetzt?“, fragte Phi. „Ich hab schon eine Idee. Macht euch keine Sorgen, ihr seht mich morgen noch in der Schule.“ „Ok, dann bis morgen“, meinte Mike und umarmte mich. Auch Phi umarmte mich und irgendwas in seinem Blick, ließ darauf deuten, dass er ziemlich traurig ist. Darum konnte ich mich nicht kümmern, denn als die Jungs weg waren, schloss ich schnell ab und traf die letzten Vorbereitungen für Morgen. Fast die ganze Nacht hindurch plante ich und erst um 5 Uhr ging ich schlafen.

 

~morgens~

 

Gut, keiner ist da. Ich lief ins Bad, holte mir meine Zahnbürste, steckte diese ein, ging nach unten, ließ etwas zu essen und zu trinken in meine Tasche wandern, packte den letzten Kram ein und ging wie gewöhnlich zur Schule. Da sich Phi und Mike ja nicht mehr bei uns blicken lassen dürfen, trafen wir uns auf dem Schulhof. Die Beiden warteten schon gespannt auf mich und sagten sofort, dass ich aussäh, als ob ich fast die ganze Nacht nicht geschlafen hätte. Ich lachte kurz auf und meinte zu ihnen, dass sie Recht hatten. Die Zeit in der Schule verstrich heute extrem langsam, aber irgendwann hatten wir dann mal Schluss und ich verabschiedete mich von den Jungs und zog los um zum Bahnhof zu gehen. Dort wollte ich mir ein Zugticket nach Phoenix kaufen und dort ein neues Leben beginnen.

Natürlich hoffte ich darauf, die Jungs noch mal wieder zu sehen. Ohne sie und meine Freunde in Deutschland werde ich untergehen. Wofür gibt es Telefonzellen? Mein Handy kann ich nicht benutzen… Die Polizei könnte mich sonst orten, wenn meine Eltern mich als vermisst melden. Und genau das werden die tuen. Dann wird mich die Polizei in L.A. suchen, mich nicht finden und meinen Eltern sagen, dass ich bestimmt gestorben bin. Ok, zu fies wollen wir nun auch nicht sein. Im Zug dachte ich viel darüber nach, wo ich unterkommen könnte, aber nie fiel mir etwas ein. In Phoenix stieg ich aus dem Zug und fühlte mich befreit. Endlich da, wo ich machen kann, was ich will. Es war schon Abend aber das hinterte mich nicht daran, erstmal Mike und Phi anzurufen. In der nächsten Telefonzelle warf ich eine Münze, damit ich wusste, wen ich zuerst anrief. Die Münze wollte, dass ich bei Phi anrief. Somit wählte ich die Handynummer von ihm und nach ein paar mal klingeln ging er endlich ran.

 

P: Wer da?

I: Hey, ich bins Svenja.

P: (klingt sehr überrascht) Du lebst noch? Wir dachten, dass du schon tot bist, weil du dich so lange nicht mehr gemeldet hast.

I: *räusper* Ähm, ich saß im Zug und mein Handy kann ich ganz schlecht anmachen, sonst ortet mich die Polizei.

P: Ok, dann weiß ich ja jetzt wers ist, wenn da unterdrückte Nummer steht.

I: Ja, jetzt weißt dus. Was macht ihr dahinten so?

P: Ach wir. Mhm… Uns ist ziemlich langweilig so ohne dich. Es… es ist so fad ohne dich.

(Ich hörte, wie er anfing zu weinen)

I: Phi, bitte, bitte nicht weinen. (Auch ich fing an zu weinen) Ich komm doch noch wieder. Versprochen.

P: Aber wann?

I: *seufz* Ich weiß es noch nicht.

P: Sagst du mir wenigstens, wo du bist? Dann könnten wir dich besuchen kommen.

I: Ich sags dir ein anderes mal, ich muss mir noch einen Schlafplatz suchen.

P: Ok, rufst du morgen wieder an?

I: Ja, natürlich. Bis morgen!

P: Bis Morgen! Ich vermiss dich!

I: Ich dich auch. Bye.

 

Ich konnte es nicht glauben, Phi hatte doch tatsächlich angefangen zu weinen, nur weil ich nicht da war. Auf einmal war mir auch die Lust vergangen, Mike anzurufen. Im Moment wollte ich einfach nur einen Platz zum schlafen und nachdenken. Vergebens suchte ich über eine Stunde nach einem Schlafplatz, bis ich wieder an der Telefonzelle ankam und mich dort niederließ.

Die Nacht war einfach nur schrecklich. Dauernd hatte ich Angst, dass jemand kommt und mich überfällt, somit schlief ich fast die ganze Nacht über nicht. Morgens um 10 setzte ich mich vor ein riesiges Kaufhaus, was ich gestern entdeckt hatte und versuchte dort, etwas Geld zusammenzuschnorren. Nachmittags hatte ich dann 5$ zusammen und ging zum nächstbesten McDoof um mir ne Pommes und ne Coke zu holen. Zusammen mit dem Essen setzte ich mich auf eine Bank. Da tippte mir jemand auf meine Schulter und fragte: „Könnte ich wohl was von deiner Pommes haben? Ich hab nicht genug Geld um mir was zu holen.“ Ich drehte mich um und sah in das Gesicht eines Punks, mit einem roten Iro. „Joa, kannste haben.“ Da ich ja gerne Leuten half, konnte er auch was von meinem Essen haben. Er setzte sich neben mich und wir assen die Pommes zusammen. Während des Essen stellte er sich vor: „Ich bin Chester, aber mir wäre es lieber, wenn du mich Chaz nennst.“ „Ok, ich bin Svenja.“ Er fragte mich weiter: „Wo wohnst du?“ „Niergendswo“, antwortete ich trocken. „Oh, ich könnte dir was anbieten zum wohnen, umsonst.“ Ich runzelte die Stirn und er erzählte weiter. „Ich wohne zusammen mit meiner Freundin in einem alten Haus und wir hätten noch ein Zimmer frei. Wenn du willst, kannst du das Zimmer nehmen.“ „Da fragst du noch? Natürlich möchte ich das Zimmer.“ „Ok, dann lass uns gehen.“ Wir machten uns auf den Weg zu dem Haus, dass wirklich ziemlich alt aussah. Chaz schloss die Tür auf und ließ mich herein. Auf der Couch saß jemand, den ich bereits kannte. Sie stürmte auf mich zu und wir riefen gleichzeitig: „Sofa!“ bzw „Sveny!“ Chaz schaute nur ganz dumm, als er sah, dass wir uns schon kannten. „Was für ein Zufall“, grinste Sofa und wir drei setzten uns auf die Couch.

 

~2 Monate später~

 

Ich hatte mich gut bei den beiden eingelebt und ich rief auch weiterhin die Jungs in L.A. an. Wie ich dann erfuhr, sind Mike, Rob und Phi im Moment vergeben. Sofa musste mich erst einmal trösten als ich das mit Mike und Phi erfuhr. Aber Mike meinte gestern zu mir, dass Phi’s Freundin mit Phi schluss machen will, weil Phi dauernd von mir reden würde. Tja… Das freute mich dann wieder und so konnte ich es auch einigermaßen verkraften, dass Mike ne Freundin hatte. Wie ich mir dann mal eingestanden hatte, hatte ich mich in beide verknallt. Naja, jetzt werde ich sie eh nicht mehr sehen… Dachte ich… Sofa und ich waren grade am Fernseh gucken, als Chaz reinkam, und verkündete, dass wir nach L.A ziehen müssen, weil er da eine Band gefunden hatte. „Ähm… Chaz, ich will nicht wieder nach L.A. Da sind meine Eltern.“ „Ach komm, das wirste wohl schon noch überleben“, grinste er und ich verzog mich nach oben, suchte unser Telefon und rief Phi an.

 

P: Hey.

I: Hi Phi.

P: Was gibts?

I: Ich komm vielleicht wieder zurück nach L.A.. Aber ich weiß es noch nicht, weil meine Eltern ja da sind.

P: Soweit ich weiß, wollten deine Eltern nach Phoenix ziehen.

I: WANN?

P: Morgen, glaub ich gehört zu haben.

I: Ah, ja, dann komm ich bestimmt zurück.

P: Ehrlich? Ohne scheiß? Du kommst wirklich zurück?

I: Ja, hast du damit ein Problem?

P: Nein, absolut nicht… Hat dir eigentlich wer erzählt, dass wir jetzt endlich nen Sänger gefunden haben?

I: Nein… Wenn denn? (Ich hatte da so einen Verdacht)

P: Der Typ heißt Chester Bennington und kommt morgen aus Phoenix mit 2 Mädels her. Und einziehen tut der mit seinen Weibern auch.

I: Ahja… Stören dich die Weiber etwa? *lach*

P: Ja, irgendwie wohl. *grummel*

I: Tja, vielleicht findest du es nachher sogar gut, dass die Weiber da sind.

P: Erzähl keinen Scheiss. Mike ruft nach mir, ich muss aufhören. Man sieht sich. Byebye!

I: Ok, tschüssi.

 

Ich legte auf, und sah vor meinem inneren Auge schon Phis Gesicht morgen, wenn ich da mit Chaz und Sofa antanze. Sofort lief ich nach unten zu Chaz, der gerade genüsslich seine Zigarette rauchte, und meinte: „Ich komm doch mit.“ Er grinste und sagte: „Ok, dann pack schon mal deine Sachen, wir fahren heute Abend los, dann sind wir morgen früh da.“ Ich nickte und packte meinen Krempel zusammen, wobei das nun auch nicht so viel war. Abends standen wir dann alle fertig auf dem Bahnhof und warteten auf unseren Zug nach L.A. Schon wieder ein neues Leben… Dies würde dann schon mein drittes sein. Im Zug unterhielten wir uns, aber die meiste Zeit schliefen wir. Als der Zugführer sagte, dass er wir jetzt L.A. erreichen würden, wurde ich total hibbelig. Chaz meinte, dass wir jetzt den Weg finden müssten. Somit eierten wir erst einmal zwei Stunden durch L.A., nur weil Chester den Plan nicht lesen konnte. Irgendwannn standen wir dann vor einem großen Haus, und Chester klingelte an der Tür. #####Es machte jemand auf, den ich bereits kannte. Da ich aber hinter Sofa und Chaz stand, konnte man mich nicht so gut sehen. „Ah, du musst Chester sein“, meinte Mike, der die Tür aufgemacht hatte. „Kommt rein!“, sagte er dann zu uns allen Gewand.

Wir traten ein und Mike lief wahrscheinlich die anderen holen. Ich hörte Phi, wie er zu Mike meinte: „Und? Sind die Weiber ätzend?“ Boah, dass bekommste schon noch wieder, dachte ich mir und Mike kam wieder und bat uns ins Wohnzimmer. Er hatte mich immer noch nicht gesehen, was ich auch gar nicht so schlimm fand. Im Wohnzimmer saßen Joe, Brad, Rob, Phi und 2 Mädels die ich nicht kannte. Bestimmt irgendwelche Freundinnen. Als Chaz, Sofa und ich eintraten, wurde es still und alle musterten uns. Wirklich verändert hatte ich mich nicht, deswegen müssten sie mich noch erkennen. Ich sah, wie Mike, der sich gerade gesetzt hatte, uns anschaute, und genauso wie die anderen Jungs, bei mir stehen blieb. Aufeinmal schrien 5 Leute gleichzeitig: „Svenja!“ Und schon wurde ich von ihnen zerdrückt. „Jungs, beruhigt euch“, lachte ich und sie setzten sich wieder brav hin. Auch Chaz, Sofa und ich setzten uns, Mike stellte die Beiden Mädels, die schon da waren vor. Es waren Dani und Susanne. Beide kannte ich vorher nicht und mir war es auch ehrlich gesagt im Moment auch egal, wer das ist, denn jetzt hatte ich die Chaos Jungs wieder. So wie es aussah, konnten die Jungs es immer noch nicht glauben, dass ich wieder da war. Nach einer kurzen Besprechung wurden uns unsere Zimmer gezeigt, Sofa und ich fingen an alles einzuräumen und dann quatschten wir noch ein wenig in meinem Zimmer, weil die Jungs noch jammten. Irgendwann ging Sofa dann die Gegend erkunden und ich saß nun alleine da. Bis die Tür aufging und Phi herein kam. „Hey“, meinte ich. „Hi, darf ich überhaupt rein kommen?“, fragte er. Ich lachte und meinte: „Türlich, wieso auch nicht?“ „Ich weiß nicht… Wie hast du eigentlich Chester kennen gelernt?“, wollte er wissen. Ich seufzte und erzählte ihm, wie Chaz mich nach was zu essen gefragt hatte, und wie ich dann bei ihm und Sofa eingezogen bin. „Du machst Witze“, meinte Phi dann, als ich fertig war mit erzählen. „Nein, mach ich nicht, dass weißt du doch schon“, lachte ich. „Jaja“, lachte er mit. „Und? Ist es immer noch schlimm, dass hier Weiber einziehen?“ Das wollte ich jetzt umbedingt wissen. „Nee, da du es bist nicht. Und die andere scheint auch ganz nett zu sein“, lachte er weiter. `“Dann ist ja gut… Weil ich hab dich da vorhin so was von wegen ,Sind die Weiber ätzend?´ sagen hören…“ „Öhm… Das war nur so“, versuchte er sich rauszureden. „Jaja, erzähl das meiner Oma!“, lachte ich und schmiss mein Kopfkissen an seinen Schädel. „Du hast es gewagt, mir, dem allmächtigen Phoenix, ein Kissen an den Kopf zu werfen?“, bedrohte er mich und kam zusammen mit dem Kissen auf mich zu und schlug voll auf mich ein. Ich angelte mir meine Bettdecke und schlug zurück. Wir hauten uns solange, bis Sofa reinkam und sich über den Lärm beschwerte. Nachdem sie weg war, fingen wir wieder an und sie kam nicht noch mal wieder. Nach einer Stunde waren wir k.o. und hörten auf. Da rief, ich glaube es war Susanne, von unten, dass es Essen gibt und alle kommen sollten. Somit gingen Phi und ich nach unten, wo uns alle angafften. Och nee, die denken jetzt sicher weiß weiß ich was. Stillschweigend aßen wir das Essen, was ich sogar mochte. Nach dem Essen verstreuten sich alle und ich setzte mich in den Garten, um dort in Ruhe Pokémon auf meinem Gameboy zu spielen. Bis mir mal wieder jemand auf die Schulter tippte und mich dazu zwang mich mitten in nem wichtigen Kampf umzudrehen. „Hey”, grinste Phi, “Kann ich gleich ne Runde gegen dich kämpfen?“ „Ja, wenn ich mit dem Kampf fertig bin…“ „Ok“ Er setzte sich neben mich, schmiss seinen Gameboy an und stöpselte das Linkkabel ein. Nachdem ich zuende gekämpft hatte, nahm ich das andere Ende des Kabels und stöpselte es bei mir in den Gameboy. Wie ich mir schon gedacht hatte, verlor Phi alle 5 Kämpfe die wir ausführten. „Das ist nicht gerecht“, quengelte er rum. Ich lachte ihn einfach nur aus. Von wegen allmächtig… Natürlich hatte es das Auslachen folgen. Phi hob mich hoch und schmiss mich kurzerhand in den Pool, den ich noch gar nicht gesehen hatte. „Du Sau!“, schrie ich ihn an. Diesmal lachte Phi mich aus, aber kurze Zeit später war auch er am rumpaddeln im Pool, weil ich an seinen Hosenbeinen reinzog.

„Und jetzt?“, rief er zu mir rüber. „Ich geh hier raus, ins Haus rein und zieh mir was trockenes an“, rief ich zurück. Schon war ich aus dem Pool geklettert und ging rein, wo mir Chaz begegnete, in Badehose. Der wollte bestimmt auch in den Pool. Als ich fast oben war, hörte ich, wie Chaz lachte. Der hat sehr wahrscheinlich Phoenix gesehen, wie er da so im Pool rumpaddelt. Nachdem ich mich umgezogen hatte, legte ich mich schlafen, da eh alle was zu tun hatten. *Bieeeeep Bieeeeep Bieeeeeep* Scheiß Wecker… Ich schlug auf das doofe Dingen ein, aber es biepte immer weiter. Wah, ich könnte es killen. Ok, versucht hatte ich es ja schon… Da das nicht ging, stand ich widerwillig auf und latschte in die Küche, wo nur Sofa saß und die Zeitung laß. „Sind die anderen noch nicht wach?“, fragte ich sie verschlafen. „Die sind einkaufen gefahren.“ Einkaufen wird auch mal Zeit, dachte ich, als ich verzweifelt versuchte was zu Essen aufzutreiben. „Oh man“, seufzte ich und ließ mich auf den nächst besten Stuhl fallen. „Was steht heute an?“, wollte ich wissen. „Ich glaub, die Jungs wollten rumgammeln.“ „Och nee…“ Auf rumgammeln und nichts tuen hatte ich definitiv keinen Bock. Naja, vielleicht fällt den ja noch was ein, sonst geh ich alleine los. Ist ja nichts dabei. Nach einer Stunde kamen die Jungs ziemlich beladen wieder an und wir hatten endlich wieder was zu Essen. Dann quetschten wir uns zu 8 an den Küchentisch, da Dani und Susanne noch nicht hier wohnen geht das wohl. Wieder war es still beim Essen. WAH, dass kann einem ja aufn Wecker gehen… Bis Nachmittags war ich in meinem Zimmer und spielte Gameboy. Und diesmal kam keiner zum Kämpfen. Aber irgendwann ging ich auch runter und die Anderen Mädels kamen zu mir und fragten, ob wir nicht Ligretto spielen könnte. „Türlich“, antwortete ich. Abwechslung war mir gerade recht. Somit holte ich mein Ligrettospiel und wir 4 Mädels spielten, bis es an der Tür klingelte. Phi sprang sofort auf und ging hin. War wahrscheinlich für ihn. Wir ließen uns nicht stören, und spielten einfach weiter. Phi kam mit einem Mädchen wieder, was ziemlich hochnäßig aussah. Sie musterte Sofa und mich und ging dann mit Phi nach oben. Das war für mich eindeutig ne Tussi. Angewiedert schauten Sofa und ich uns an. Sie dachte wohl genau das gleiche wie ich. Da schlug Dani vor, dass wir mal was anderes Spielen sollten und Susanne meinte, dass sie gerne mal wieder Phase 10 machen würde. Gesagt, getan. Somit ging ich hoch und brachte Ligretto zurück in mein Zimmer. Auf dem Weg, hörte ich, wie sich diese Tussi und Phi in seinem Zimmer volle Kanne stritten. Kopfschüttelnd ging ich in mein Zimmer, legte Ligretto weg und holte Phase 10 hervor, als ich hörte, wie unten die Tür knallte. Bestimmt nichts gutes, dachte ich und ging nach unten. Mitten auf der Treppe knallte ich volle Kanne in Phi, der da einfach nur so rumstand. „Autsch!“, meinte er und ich entschuldigte mich. Phoenix ging wieder nach oben und ich nach unten, um wieder zu spielen, bis mein Handy klingelte. Verwundert holte ich es aus der Tasche, verzog mich in die Küche und ging ran.

 

K: Hey, ich bins Kim.

I: Hi, was gibts?

K: Ich bin grad in L.A. und wollte fragen, ob ich nicht bei euch vorbei kommen könnte.

I: Von mir aus kannste das gerne machen.

K: Und noch was… Habt ihr noch Platz? Ich hab im Moment keine Bleibe.

I: Wart mal kurz, ich frag… (Ich fragte alle, die die im Wohnzimmer saßen und sie stimmten zu.)

K: Und?

I: Jap, geht in Ordnung. Du kannst sofort mit deinem Kram kommen.

K: Oh ja, bis gleich. Tschau!

I: Cu!

 

Ich freute mich richtig, dass Kim auch hier einzieht. Aber… Uups, ich hatte gar nicht Phi gefragt, ob das für ihn auch in Ordnung ist. Dann hol ich das jetzt mal nach. Langsam ging ich nach oben und stand ein bisschen später vor Phi’s Tür, klopfte an und von drinnen kam ein: „Ja?“ Ich öffnete die Tür und sah, wie Phi auf seinem Bett saß und die Wand anstarrte. „Ich wollte dir nur sagen, dass noch jemand einzieht“, meinte ich und wollte gerade wieder gehen, als Phi mich aufhielt. „Wart mal kurz… Komm rein und mach die Tür zu.“ Ok, dann bleib ich halt. Wie er mir gesagt hatte ging ich wieder rein und machte die Tür zu. „Was ist denn?“, wollte ich wissen. „Weißt du, Linsey hat grad Schluss gemacht“, heulte er rum. Na toll, und was soll ich dazu jetzt sagen? Wie kann ich ihm dabei helfen. „Weißt du wieso?“ „Ja…“ „Darf ich wissen wieso?“ „Mhm…“ Jetzt kommts… „Sie meinte (Er äfft Linsey nach) `Du hängst zu viel an dieser komischen schwarzen Tante da unten`und bla bla bla“, seufzte er und fing danach mit mir zusammen an zu lachen. Da ging die Tür auf und Rob kam rein. „Na ihr beiden. Was gibt’s zu lachen?“, grinste er. „Ach nix“, lachten Phi und ich. „Eigentlich bin ich ja gekommen, um euch zu sagen, dass es jetzt essen gibt.“ „OK…“ Mir war noch gar nicht aufgefallen, wie großen Hunger ich hatte…

 

~ 3 Jahre später~

 

Meine Eltern hatten mich wieder aufgespürt und vor 2 ½ Jahren musste ich dann wieder zurück nach Deutschland, weil meine Eltern meinten, dass ich mit dem Haufen nichts mehr zu tun haben sollte. Natürlich ging das mit meinem Vater auch wieder los und ich hatte niemanden mehr zum reden, weil meine Eltern mein Handy konfiziert hatten, und ich absolut nicht mehr an die Nummern von auch nur irgendwem kam. Dies machte mich tierisch wütend und aus trotz ass ich fast nichts mehr, fiel in ein tiefes Loch und dachte, dass ich nie wieder herauskommen werden würde, bis ich heute im Radio einen genialen Titel hörte. Im Internet fand ich schließlich den Namen von dem Song und schaute auch nach, wann ich denn die CD bekommen könnte.Genau 2 Wochen später stand ich dann im CD-Laden und kaufte mir One Step Closer. Mittlerweile hatte ich auch schon mehr über die Band herausgefunden und durfte feststellen, dass es Chester, Mike, Phoenix, Brad, Rob und Joe waren. Aber ich konnte sie immer noch nicht erreichen… Was sie wohl gerade machen? Ob sie mich überhaupt noch kennen? Ob sie wohl noch an mich denken? All diese Fragen gingen mir immer dann durch den Kopf, wenn ich meine Linkin Park CD hörte. „SVENJA!“, schrie meine Mo hoch, „Verena ist da!“ Verena war die einzige, die sich noch mit mir unterhalten wollte… „Hey“, meinte sie, „Ich hab vorhin voll das coole Lied gehört…“ Sie verstummte, als sie hörte, was aus meiner Anlage kam. „Du hast die CD?“ Ve war total ausm Häuschen. „Öhm… Ja, hab ich…“ „Weißt du was? Die kommen nach Deutschland und dann auch noch hier in die Nähe… Wir könnten doch auf das Konzert gehen…“ Ich war sofort hellaufbegeistert: „Ey, gerne… Wann ist denn das?“ „In einer Woche und soweit ich weiß, gibt’s noch Karten…“ „Dann lass uns mal sofort los, Karten kaufen…“ Wir machten uns auf die Socken und kauften uns Karten. Jetzt fing ich an, die Zeit rückwärts zu zählen, bis endlich der Tag des Konzerts kam.

 

~1 Woche später~

 

Heute war endlich das Konzert und ich freute mich total. Zusammen mit Ve ging ich dann Abends los und wir bekamen sogar noch Plätze in der ersten Reihe. Irgendwann ging es dann los und wir beiden hatten totalen Spaß. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass mich die Jungs musterten. So nach dem Motto: Dich kennen wir doch. Boah, wenn die mich jetzt wirklich erkannt haben, dann… Ach ich weiß nicht. Nachdem Konzert kamen die Jungs nochmal zu den Fans, Phi steuerte sofort auf mich und Ve zu. Bestimmt hatte er mich erkannt, Ve kannte er ja nicht. Langsam kam er immer näher und als er vor mir stand, fragte er: „Svenja?“ Genauso doof fragte ich zurück: „Phi?“ Da leuchteten seine Augen und er knuddelte mich ganz doll durch. „Ihr beiden (er zeigte auf Ve und mich), kommt mal mit“, meinte er nachdem er mich losgelassen hatte. Wir folgten ihm und er brachte uns in den Backstagebereich. Dort saßen Chester, Sofa, Mike, Dani, Rob, Susanne, Brad, Kim und Joe herum und laberten. „Guck mal, wenn ich mitgebracht habe“, grinste Phi in die Runde und schob mich vor sich. „Svenja!“, kreischte Sofa. Schon wurde ich von 9 Leuten durchgeknuddelt. „Leute, wenn ihr so weitermacht, dann bin ich bald platt“, lachte ich und sie ließen mich prompt los. „Wer ist das?“, fragte Joe und zeigte auf Ve, die sich das Schauspiel mit einem Grinsen im Gesicht anschaute. „Ach das…“, fing ich an, „ist der einzige Mensch mitdem ich hier eigenltich gescheit rede.“ Schon fingen alle ein nettes Gespräch an und ich erfuhr auch, was sie alles in den 2 ½ Jahren ohne mich gemacht hatten. Später, als Ve und ich gingen, bekam ich auch nochmal von allen die Handynummer und endlich hatte ich meine Freunde wieder. Zu Hause schimpfte mein Vater zwar wieder total rum, aber ich störte mich nicht dran und ging grinsend in mein Zimmer. Meine Mo guckte mich dann am nächsten Morgen nur ganz doof an, weil ich immer noch grinste. Da ich im Moment keine Arbeit hatte, beschloss ich, heute mal wieder nichts zu tun, bis es plötzlich an der Tür klingelte und meine Mo mal wieder zu mir hochschrie: „Svenja! Besuch für dich!“ Schon standen Mike und Phi in meinem Zimmer. „Guten Morgen!“, meinten beide im Chor und ich zog nur eine Augenbraue hoch. Was sollte das denn jetzt? Was wollen die jetzt hier?####

„Wir müssen dich was fragen“, meinte Mike und setzte sich zusammen mit Phi auf mein Sofa. „Was gibt’s so dringend, dass ihr morgens hier antanzt“, fragte ich. „Wir gehen doch jetzt auf Tour und…ähm… wir würden dich gerne mitnehmen, weil hier hast du es ja nicht so gut…“, erläuterte Phi. „Wie viel Zeit hab ich, um mir das zu überlegen?“, wollte ich wissen. „Eigentlich nur ein paar Minuten, weil wenn dann nehmen wir dich sofort mit…“, sagte Mike. „Mhm…“ Die Beiden schauten mich an, als ob es um Leben oder Tod ginge. „Und“, hakte Phi nach. Die hatten mich echt zum mitkommen bekommen: „Ok, ich komm mit, ihr habt mich überredet.“ „Ja!“ Die Beiden freuten sich riesig und zusammen fingen wir an, meine Sachen zusammen zupacken. Nachdem wir alles hatten, gingen wir nach unten und meine Mo fragte sofort, wo ich denn hin wollte. „Weg!“, antwortete ich patzig. Soll denen doch Scheißegal sein, wo ich hingehe. Schließlich war ich schon volljährig. Schnell schlug ich die Tür zu und ging mit Mike und Phi die Straße herunter, wo der Tourbus stand… Ich konnte mein Glück gar nicht glauben… Ich… Ich dumme Außenseiterin gehe mit den Jungs von Linkin Park auf Tour. Kaum stand ich im Bus, kamen schon die anderen Jungs und begrüßten mich. Wir tuckelten zum nächsten Auftrittsort und unterhielten uns dabei. Besser gesagt, alle außer Phi und mir unterhielten sich, weil wir PlayStation spielten. Irgendwie waren wir ziemlich süchtig nach so was. Wie so oft verlor Phi und wie genauso oft, fingen wir wieder eine Kissenschlacht an. Und mal wieder fingen wir danach an zu lachen. Wie froh ich doch war, wieder bei den Jungs zu sein. Nach dem Konzert heute, was das letzte in Deutschland war, fielen wir alle todmüde in unsere Kojen und ich stand mal wieder als erstes auf. Während ich auf die Kaffemaschine wartete, stand auch Kim auf und so warteten wir zusammen auf die oberdoofe Kaffeemaschine. Irgendwann gesellte sich auch Phi dazu und wir gammelten zu dritt da rum. „Hey, sie ist fertig!“, riss mich Phi aus meinem Halbschlaf. „Was?“ Schon war ich aufgesprungen und holte mir eine Tasse. Wie gut das Zeug doch zum Wachwerden tut. Ich wollte mich gerade auf einem Stuhl fallen lassen, als Phi mir den Stuhl wegzog. „Boah ey, gib mir den Stuhl wieder“, motzte ich ihn an. Schon hatte ich den Stuhl wieder und saß dann dort noch rum, pennte halb weiter und schlürfte meinen Kaffee. Mittags waren dann alle aufgestanden und Phi und ich daddelten schon wieder. Als wir den Flughafen erreichten, hatte ich ein ungutes Gefühl. Irgendjemand wird mich bestimmt brauche, während ich weg bin. Aber egal, ich hatte den Jungs versprochen, mitzukommen. Mit unserem Kram beladen gingen wir ins Flugzeug und schon waren wir unterwegs in die USA. Alte Erinnerungen kamen in mir hoch. Wie ich die Jungs kennen gelernt hab… Wie wir die Tomaten warfen, wie ich abgehauen bin… Wie wir uns per Zufall wiedergesehen hatten, wie ich von meinen Eltern wieder nach Deutschland geschleppt wurde.… Teils gute Erinnerungen, teils schlechte. Wobei ich die schlechten am liebsten Auslöschen würde. Den halben Flug verschlief ich und irgendwann fing ich dann wieder an, mit meinem Gameboy zu daddeln. Phi, der neben mir saß, kramte seinen auch hervor und schon war ich wieder in Kämpfe verwickelt.

Mittags landeten wir dann und ich machte mein Handy mal wieder an. 10 Anrufe in Abwesendheit erwarteten mich da. „Oh nein“, fluchte ich und alle drehten sich zu mir um. „Nix, nix“, meinte ich und alle waren wieder mit ihrem Kram beschäftigt. Ich wusste sofort von wem die Anrufe waren, dazu musste ich mir das nicht angucken. Ohne zu mucken löschte ich diese und machte das Handy wieder aus. Die können mich mal… Wir holten unser restliches Gepäck und gingen nach draußen, wo schon der Tourbus wartete. Dieser war total riesig, schließlich mussten dort 11 Leute reinpassen. Das wird bestimmt eng, dachte ich. Aber als ich dann drinnen war, sah alles viel größer aus, als ich gedacht hatte. So schaukelten wir dann zu nächsten Stadt und dort langweilten wir Mädels uns zu Tode, weil wir ja nichts zu tun hatten. Als die Jungs dann fertig waren mit ihrem Soundcheck, waren plötzlich alle bis auf Phi und mir weg. „Wo sind die alle hin?“, fragte ich ihn erstaunt. „Keine Ahnung… Mhm…  Wenn die alle abzischen, dann lass uns das doch auch machen…“ „Von mir aus.“ Er nahm mich an die Hand und so zogen wir los zu dem nächstbesten Park, wo wir uns auf die erste Bank, die zu finden war, hinsetzten. Kaum saßen wir, kam so eine Horde Mädels angerannt und Phi fand das anscheinend nicht so lustig. Die Mädels kamen bei uns an und laberten den armen Phi voll. Ich stellte meine Ohren auf Durchzug, bis die Mädels Phi fragten, wer ich den bin. Er antwortete: „Das? Das ist meine Freundin!“ Und schon zog er mich auf seinen Schoss. Hey, so hatten wir das nicht ausgemacht, aber ich sagte nichts. Die Mädels starrten mich an und waren ganz schnell verschwunden. „Danke“, seufzte Phi und gab mir einen Knutscher auf die Wange. „Bitte… Kein Problem“, meinte ich. Öhm, dass hab ich jetzt doch nicht wirklich gesagt, oder? „Ach, ehrlich nicht?“, grinste er. „Nein!“ Auf einmal küsste er mich richtig und ich ließ mich darauf ein. Als wir uns voneinander lösten sagte er zu mir: „Ich liebe dich Svenja…“ „Ich dich auch…“, meinte ich. Wir küssten uns nochmals und gingen dann Hand in Hand zurück zum Bus. Die Anderen schauten ganz doof, als sie uns so ankommen sahen. Mich störte das herzlichst wenig und Phi anscheinend auch nicht. „Was ist denn mit euch los?“, fragte Brad. „Nichts… Was soll schon los sein?“, fragte Phi zurück. „Naja, ihr…“, fing Brad an, hörte aber auf, als Phi mich küsste. „Was? Was wussten wir da noch nicht?“, lachte Mike und ich antwortete grinsend: „Vieles…“ „Ja? Dann will ich das jetzt wissen!“, lachte Mike weiter. „Das sag ich dir aber nicht“, gab ich zurück.

Wir waren gerade zwei Wochen auf Tour, als Abends mein Handy klingelte:

 

I: Ja?

P: Hallo, ich bin von der Polizei.

I: Was ist passiert?

P: Ich muss ihnen Leider mitteilen, dass ihre Eltern bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen sind.

I: Was? ( ich fing an zu weinen)

P: Es tut mir wirklich Leid. Wenn sie wollen, können sie zur Beerdigung am Sonntag kommen.

I: Ich werde es mir überlegen. Tschüss.

P: Tschüss.

 

Geschockt legte ich auf und alle fragte mich sofort, was passiert sei. Ich schluchzte und konnte einfach nicht reden. Irgendwer legte mir einen Zettel und Stift hin und ich fing an alles aufzuschreiben. Nach ein paar Minuten war ich fertig und legte ihnen den Zettel hin, ging ins Bad und schloss mich ein. Wieso passiert mir immer so etwas? Kann ich denn nicht ganz normal leben? Auch wenn mein Vater nicht immer sehr nett war, ich mochte ihnen trotzdem. Und meine Mo… Manchmal war sie zu streng und pingelig, aber trotz alledem mochte ich auch sie. Ich nahm mir fest vor, zu der Beerdigung am Sonntag zu fliegen, als Phi an die Tür klopfte und fragte, ob er reinkommen könnte. Obwohl ich eigentlich alleine sein wollte, schloss ich die Tür auf und ließ ihn rein. „Hey…“ Er kam auf mich zu, schloss die Tür hinter sich ab und gab mir nen Kuss. „Fliegst du zur Beerdigung?“ „Ja“, sagte ich bestimmt, „Auch wenn sie nicht immer nett waren, sie waren schließlich meine Eltern…“ „Mhm… Du weißt, dass ich nicht mitkommen kann? Ich kann die Band schließlich nicht alleine lassen…“ „Ist schon in Ordnung. Ich werd mich in der Zeit wo ich da bin, bei Verena einquatieren und sonst werde ich schon noch sehen…“ Ich fand, dass das Gespräch beendet war und ging wieder aus dem Bad, direkt in meine Koje und versuchte mich irgendwie zu entspannen. Aber es ging nicht. Weil es nicht ging, fing ich an rumzutelefonieren, damit ich möglichst schnell nach Deutschland kam und auch, dass Ve da ist, wenn ich komme. Nach einer Stunde war alles geregelt und ich legte mich wieder hin. Ich kam mir so einsam vor… Bis auf die Leute die hier mit mir im Bus sind und Ve hab ich keine Menschen mehr, die mir wichtig sind. Wenn ich die auch noch verliere, könnte ich nicht mehr Leben. Da ich so viel Pech hatte, schloss ich nicht aus, dass dies noch einmal eintreten könnte. Irgendwie fing ich an, Angst vor der Zukunft zu bekommen. Was wird alles passieren? Wird sich alles noch zum Guten wenden oder wird es noch Schlechter werden? Alles Fragen, die mir keiner Beantworten kann. Früher oder Später werde ich noch sehen, was passiert. Aber will ich es überhaupt sehen oder wissen? Ich dachte die ganze Nacht noch so weiter und war froh, als es endlich morgen war und ich meine Sachen packen konnte. Mittags waren wir am Flughafen und ich wurde dort herausgelassen. Sie umarmten mich alle noch mal, Phi gab mir einen Kuss, und dann waren sie weg. Weiter zu dem nächsten Konzert. Und ich? Ich flog in einer Stunde zurück in meine Heimat. Dort, wo ich eigentlich herkomme. Nur 2 Wochen war ich nicht da gewesen. 2! Das hörte sich so wenig an. Ich wurde aus meinen Gedanken gerissen, als mein Flug aufgerufen wurde. Kurze Zeit später saß ich in dem Flugzeug richtung Heimat. Der Flug war richtig öde ohne die Jungs. Mitten in der Nacht kamen wir dann in Deutschland an und Ve wartete bereits. Als sie mich sah, rannte sie los und umarmte mich. Ich fragte sie erst mal, welcher Wochentag war, denn ich hatte keinen Plan mehr. „Freitag“, meinte sie. Mhm… Dann ist die Beerdigung in 2 Tagen.

Ich schluckte und zusammen fuhren wir zu Ve, wo ich einfach nur schlafen wollte. Es war einfach gesagt, aber ich dachte immer noch so viel nach, da konnte ich nicht schlafen. Ve schlief schon tief und fest, wecken wollte ich sie nun auch nicht. Wie spät ist es denn? Mhm… Erst 4 Uhr… Ich griff nach meinem Handy, stand auf und ging auf die Terasse um ungestört zu telefonieren. Gerade als ich auflegen wollte, ging Phi, den ich anrief ran, ran.

 

P: Ja? (Er hörte sich abgehetzt an)

I: Hi, ich bins Svenja.

P: Oh, hi… Schon da?

I: Ja, wieso?

P: Ich dachte, dass du erst um 6 Uhr oder so ankommst. (Verschweigt er mir was?)

I: Hast du ein Problem damit, wenn ich anrufe?

P: Nein… Hast du den Flug gut überstanden?

I: Ja, hab ich… War nur ziemlich langweilig…

P: *lach* Ist doch klar, so ohne uns Chaoten.

I: *lach* Stimmt… Ihr fehlt mir…

P: Du fehlst uns auch… Hast du eigentlich irgendwas geerbt?

I: Ja, ein ganzes Haus voller Gerümpel, aber ich weiß nicht, was ich damit machen soll…

P: Ich hätte eine Idee, aber das muss ich erst mit den Anderen besprechen…

I: Mach das… Sags mir, wenn ich wieder da bin… Ich leg mich jetzt wieder hin…

P: Ok, bis Dienstag… Ich liebe dich…

I: Ich dich auch… Tschüssi…

 

Auf einmal war ich richtig müde, keine Ahung wieso… Somit legte ich mich wieder hin, verdrängte alle Gedanken und schlief… „Hey, aufstehen!“ Mhm… Was? Aufstehen? Bloß nicht! Ich schlug ein Auge auf und sah Ve, die mich angrinste … „Wie spät ist es denn?“, fragte ich verschlafen. „Gleich 12“, meinte sie und ging in die Küche. Ok, fast 12… WAS?!?! Fast 12? So schnell war ich wahrscheinlich noch nie aus den Federn gewesen… Ich wollte doch nicht so lange schlafen.… Mist. Ich machte mich fertig und ging ebenfalls in die Küche, wo Ve mir nen Kaffee gab, den ich gerne annahm… Den Rest des Tages verklüngelten wir in der Stadt und Ve versuchte mich von allen meinen Gedanken abzulenken… Was ihr auch einigermaßen gelang, aber als ich dann Abends wieder im Bett lag, fing ich wieder an nachzudenken… Warum musste mir das passieren? Hätte es nicht ausnahmsweise mal jemand anderen treffen können? Was soll ich denn jetzt mit dem Haus machen? Was war Phis Idee? Ich fiel in einen unruhigen Schlaf, wovon ich von Ve befreit wurde, als die mich morgens weckte. Hatte ich eigentlich keinen Wecker? Oder überhöre ich den immer? Ach, soll mir doch egal sein… Diesen Tag verbrachten wir wieder in der Stadt und auch Abends dachte ich wieder nach… Aber auf keine meiner Fragen fiel mir eine Antwort ein… Sonntag morgen wurde ich als erstes wach und sprang sofort aus dem Bett, weil ich zu der Beerdigung nicht zu spät kommen wollte. Diese war um 9.30 Uhr… Jetzt war es 7 Uhr… Es kann ja nicht schaden, wenn man ein bisschen eher ist… Ich schmiss Ve ausm Bett und wir waren um 9 Uhr abfahrbereit… Als wir in die Kirche traten, war diese schon proppevoll… Zusammen suchten wir uns einen Platz ganz hinten… Als der Pastor mit der Messe fertig war, gingen wir zum Auto und fuhren zum Friedhof… Dort angekommen, standen Phi, Mike, Dani, Chester, Sofa, Rob, Susanne, Brad, Joe und Kim vor dem Eingangstor. Erst dachte ich, dass ich träume, aber als dann Phi auf mich zukam, wusste ich, dass es real war. Ich freute mich riesig, dass sie doch gekommen waren und so gingen wir zusammen in die Kapelle, wo der Pastor noch ein wenig redete, bevor alle loszogen zu dem Grab. Da ich die einzigste aus der Familie hier war, musste ich ganz vorne gehen. Niemand war bei mir. So ganz alleine war mir nicht sehr wohl, aber da musste ich durch. Vor dem Grab laberte der Pastor schon wieder und ich wünschte mir, dass er endlich fertig war. Nach ein paar Minuten, die mir wie eine Ewigkeit vorkamen, war er fertig und ich warf meine 2 Rosen, die ich vorher gekauft hatte, in das Grab und fing an zu weinen. Das war einfach alles zu viel für mich… Erst hatte ich einen Gedanken, der mir sagte, es könnte doch sein, dass alles nur ein schlechter Scherz ist, aber jetzt, durch die Beerdigung sind alle diese Gedanken zunichte gemacht worden…

 

~am nächsten Tag~

 

Alle bis auf mir waren gerade wieder in die Stadt gelaufen und ich ging kurze Zeit später noch einmal zum Friedhof. Gestern waren mir zu viele Leute da. Heute hatte ich unendlich viel Zeit, mich noch einmal richtig zu verabschieden… Vor dem Grab ließ ich mich nieder und fing wie so oft an, nachzudenken… Was wäre, wenn sie noch Leben würden? Wären sie mir dann immernoch auf den Fersen? Oder würden sie mich endlich in Ruhe lassen? Warum sind sie überhaupt verunglückt? Waren sie daran Schuld oder jemand anders? Ich dachte und dachte, merkte nicht, wie die Zeit verstrich… Bis mir jemand auf die Schulter tippte. Ich drehte mich total erschrocken um und sah in Phis Gesícht. „Ach, du bist es…“ „Ja, ich bin es. Ist das ein Problem?“ „Nein, nein… Ich war nur grad ziemlich in meinen Gedanken…“ „Achso… Mhm… Du, ich muss mit dir wegen dem Haus reden…“ „Nicht hier…“, meinte ich, stand auf, zog ihn mit, herunter vom Friedhof, über die Straße, in den Park, wo ich in auf die nächst beste Bank schubste und mich neben ihm niederließ. „So, jetzt erzähl…“ „Also, ich hatte da eine Idee…“ „Und die wäre?“ „Also… Wir haben ja jetzt die Tour beendet und ich hatte die Idee, dass wir doch alle in das Haus ziehen könnten…“ „Spinnst du? Da passen wir doch nie im Leben rein!“, schimpfte ich. „Wetten das passt?“, grinste Phi. „Und wie willst du das machen?“ Ich war ziemlich spektisch, weil ich absolut nicht wusste, wie man das machen sollte. 11 Leute in das Haus… „Wie viel Zimmer hat das Haus, wenn du Wohn-, Badezimmer und Küche abziehst?“, fragte mich Phi. „Sieben“, meinte ich und schaute ihn gespannt an… „Das passt doch total gut…Dann hätten wir sogar noch ein Zimmer frei… „ „Ähm… Phi, hast du auch schon mal darüber nachgedacht, was ist, wenn ich das gar nicht möchte?“ War ja nicht selbstverständlich, dass ich mitmache oder? „Nein, daran hatten wir alle nicht gedacht… Aber du willst doch unsere Pläne nicht durchkreuzen oder?“ „Nein“, grinste ich und er zog mich zu sich ran und gab mir nen Kuss. Er zog mich mit hoch und zusammen gingen wir zu den Anderen, die wieder bei Ve waren und dort schon fast Schimmel ansetzten.

Phi erzählte den Anderen, dass das klar geht, während ich mich still in einen Sessel setzte. Ich brauchte einfach Zeit zum Nachdenken, warum merkt das den keiner? Alle labern mich voll. Ich hab absolut keinen Bock dadrauf. Noch nicht mal im Garten hat man Ruhe. Immer will irgendwer was von einem. Irgendwann kam Susanne dann zu mir in den Garten und ich wollte sie gerade wiederwegschicken, als sie meinte, dass sie nur den Schlüssel fürs Haus haben wollte, weil die Anderen sich das jetzt anschauen wollten. Ohne weitere Kommentare oder so gab ich ihr den Schlüssel und endlich hatte ich die Ruhe, die ich mir gewünscht hatte. Aber aufeinmal wollte ich sie doch nicht mehr. Jetzt war es hier so einsam. Ich rappelte mich auf, holte meine Jacke und ging auch zu meinem Haus. Dort standen die Anderen noch vor der Tür, da niemand raffte, in welche Richtung man den Schlüssel drehen musste. Man, hatten die alle was getrunken, oder warum waren die jetzt so dumm? Ist doch ganz einfach… Nach links ihr Doofköpfe, dachte ich, kramte meinen zweiten Schlüssel hervor, ging an allen vorbei und schloss die Tür auf. Mit einem fiesen Grinsen ließ ich sie eintreten. Mal sehen, was uns so erwartet… Als erstes sahen wir uns alle Zimmer an, fertigten einen Plan an, wer welches Zimmer bekommt und auch, was wir von dem Kram behalten wollen. Die 4 Fernseher stellten sich als die begehrtesten Gegenstände heraus. Alle wollten einen Fernseher. Mhm… 2 Stück fehlen noch, dann hätten alle einen… Ach, dann kaufen wir halt noch 2… Wir beschlossen, dass wir den Dachboden ersteinmal so lassen würden wie er ist, genauso wie der Keller. Und alles, was wir dann behalten wollen, aber was nicht umbedingt im Zimmer rumfliegen soll, das wird dann da gelagert. Nach einer Woche waren wir dann soweit und zogen endlich ein. Die Sache mit meinen Eltern hatte ich natürlich noch nicht vergessen, aber ich hatte es schon ein wenig verdaut. „Ich fahr jetzt einkaufen. Will jemand mit?“, fragte Ve, als wir alle zusammen im Wohnzimmer saßen und chillten. „Nee, ich leg mich jetzt lieber hin“, grinste ich. „Dann halt nicht… Ihr wollt bestimmt auch nicht, oder?“, fragte Ve die Anderen. „NEEE!“, antworteten die im Chor. Wir lachten kurz und schon war sie weg und ich ging nach oben, um mich hinzulegen. Ich war total kaputt von dem Kistenschleppen und so. Es war bestimmt schon mitten in der Nacht, als jemand kam und mich weckte. „Hey, steh auf, wir müssen zur Polizei!“ Ich schlug die Augen auf und sah in Phis Gesicht. „Warum das denn? Hat es was mit Ve zu tun?“ „Ja, hat es. Und jetzt komm…“ Er zog mich hoch und ich schnappte mir meine Schuhe und versuchte sie anzuziehen. „Mach hinne!“, drängelte Phi. „Jaja“, grummelte ich und war fertig. Der Rest saß schon im Auto und wir fuhren zu Polizei. „Was ist denn passiert?“, wollte ich während der Fahrt wissen. „Wird dir schon noch gesagt!“, kam es von Dani zurück. Danke, Leute, dass ich mal wieder nichts wissen darf. Aber mir schwahnte schreckliches… Was ist wenn… Nein, dass durfte nicht passiert sein…

Während der restlichen Fahrt redete keiner mehr ein Wort. Mir fielen viele schlimme Gedanken ein und alle wirkten sehr gedankenverloren. Phi spielte die ganze Zeit mit meinen Haaren, aber irgendwie realisierte ich das nicht richtig. Chaz fuhr immer schneller, und ich hatte Angst, dass er nen Unfall baute. Das fehlte uns jetzt noch… Wegen Chester’s Raserei wurden wir dasnn auch noch geblitzt und Chaz ägerte sich schwarz, während wir ihn auslachten. Aber als wir im Polizeigebäude ankamen, wurden wir alle sofort still und Chaz ging zu einem Polizisten, unterhielt sich kurz mit íhm und dann wurden wir alle in ein Büro geführt. Alle waren ziemlich nervös, dass merkte man. Nach ein paar Minuten kam ein Kommissar herein und meinte: „Sind das alle, die es hören wollen?“ Wir nickten stumm und er redete weiter: „In Ordnung. Ich muss ihnen leider mitteilen, dass ihre Freundin bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist.“ Damit hatte wohl keiner gerechnet und erst nach ein paar Sekunden reagierten wir. Ich fing an zu weinen, Phi nahm mich in den Arm und drückte mich ganz feste. „Es tut mir wirklich leid“, beteuerte der Kommissar und Susi brachte ein: „Jaja“ raus. Wir durften gehen, nur Chester sollte da bleiben. Noch wussten wir nicht wieso, aber bald würden wir es erfahren.

Der Schock war uns allen ins Gesicht geschrieben und als Chaz wieder aus dem Büro kam, sah er auch nicht aus wie das blühende Leben. Fragend sah Mike ihn an. Chaz aber winkte ab und zeigte auf den Ausgang. Schweigend gingen wir nach draußen. Irgendwann, auf dem Weg zum Auto, fragte ich Chaz schließlich: „Ey, sag mal, was der Komissar von dir wollte!“ „Ich sags euch Zuhause, ja?“ „Nein, man, sag es jetzt“, quengelte ich. Mittlerweile saßen wir im Auto und Chaz rückte endlich raus mit der Sprache: „Der dumme Typ wollte mich grad in Gewahrsam nehmen.“ „Wieso denn das? Hast du was gemacht, von dem wir nichts wissen, was rechtswidrig ist?“, wollte Brad wissen. „Man, ja und jetzt lasst mich nach Hause fahren und meine Sachen packen!“ Sofa fing leise an zu weinen. „Wie lange bleibst du weg?“, fragte sie unter Tränen. „Ich weiß es absolut nicht. Die Verhandlung ist erst in einem Monat“, meinte Chester niedergeschlagen. Die Band sollte einen Monat ohne Chaz auskommen? Die müssten dann doch so ziemlich alle Auftritte absagen… Wir waren wieder alle geschockt und Chaz stürmte, als wir ankamen, sofort in die Wohnung und packte seine wichtigsten Sachen zusammen und schon waren er und Sofa im Auto verschwunden.

Was hatte Chester gemacht? Was bloß? Und warum sagt er uns das nicht? Ich ging auf die Terasse und ließ mich in einen Stuhl fallen. Ich dachte darüber nach, was Chaz wohl gemacht haben könnte... Hat er vielleicht jemanden zusammengeschlagen? Oder hat er vielleicht Steine von ’ner Brücke geworfen? Oder doch was anderes? Bevor ich weiter darüber nachdenken konnte, kam auch schon Phi aus dem Haus, ging auf mich zu und schaute mich fragend an. Ich schüttelte nur mit dem Kopf und sagte: „Nicht hier! Sag ich dir später…“ Er zog mich hoch, gab mir einen Kuss und zog mich mit nach drinnen. Alle anderen saße schon schweigend am Tisch und warteten auf uns. Klar, die hatten Hunger... An sowas konnte ich im Moment noch gar nicht denken. Essen... So alltägliche Dinge schienen mir auf einmal absurd, nachdem Ve gestorben war..  Und jetzt ist Chaz auch noch weg. Nein, jetzt denk ich schon wieda dadran. Das darf doch nicht wahr sein… Kann ich nicht einmal aufhören, daran zu denken? Ist das denn so schwer? Verzweifelt ließ ich mich auf meinen Platz fallen und wartete darauf, dass Brad das Essen herholte.. Pizza.. Hm.. eigentlich hab ich doch gar keinen Hunger… Ich würgte 2 Stücke runter und gab den Rest Phi. Dieser schüttelte kaum merklich den Kopf, ass aber meine Stücke auch noch auf. Bis alle fertig waren, dauerte es ein wenig und kurz bevor wir alle zu ende gegessen hatten, kam Sofa wieder. Sie wirkte ziemlich down und kam auch nicht zu uns in die Küche. Ich konnte sie echt verstehen. Wenn sie nicht mit uns reden möchte, müssen wir ja auch nicht hinter ihr her rennen und sie zum Reden zwingen… Hmmm, wie es wohl Chaz geht? Ob er sich wohl fühlt im Knast? Vielleicht hat er ja auch einen ganz schlimmen Mitbewohner...  Oh nein, ich wollt doch gar nicht mehr daran denken. Scheiße ey… Wie in Trance erhob ich mich vom Tisch und ging hoch in Phi und mein Zimmer. Dort ließ ich mich auf’s Bett fallen und fing wieder an über Chaz und sein „Verbrechen“ nachzudenken. Ich hörte gar nicht, dass die Tür aufging und Phi reinkam. Genauso merkte ich nicht, dass er sich auf’s Bett setzte. Und ich merkte auch nicht, dass er mich beobachtete, wie ich auf dem Bett lag und nachdachte. So gesehen merkte ich gar nichts mehr. Ich war in meiner eigenen Welt, einer Welt, die viel besser war als diese jetzt.

Wo kein Chaz im Knast sitzt, wo ich noch Eltern hab und wo Ve noch lebt… Ich schrak auf, als Phoenix mir über’s Gesicht streichelte. „Süße, was ist los?“, wollte er wissen, „du siehst aus, als ob du nur noch nachdenken würdest.“ Ich richtete mich auf und fing an: „Die Sache mit Chaz geht mir nicht mehr aus’m Kopf… Was hat er bloß gemacht, dass sie in einbunkern wollen?“ Er seufzte und meinte dann: „Wir werden schon noch erfahren was passiert ist…“ „Ja und dann? Was, wenn sie Chaz wirklich einbunkern? Wenn sie ihm was weiß ich wie viele Jahre aufbrummen? Für vielleicht irgendwas, was er gar nicht getan hat?“, mit diesen Worten sprang ich auf und tigerte durch das Zimmer. „Er wird doch nicht wegen nichts eingebunkert…“, meine Phi und sah mich an. „Und was wenn doch?“, sah ich ihn fragend an. „Es wird schon einen Grund geben, wenn sie Chaz inhaftieren!“ Phi stand auf und kam zu mir herüber. „Süße, mach dir nicht zu viele Gedanken über so was… Es wird schon noch gut werden…“ Ich nickte nur und schaute aus dem Fenster. Am Himmel zogen schwarze Wolken auf. ‚Sie passen zu meiner Stimmung’, dachte ich und ging die Treppe hinunter ins Wohnzimmer. Die Stimmung hier schien auch nicht besser als meine eigene. Warum kann nicht alles wieder gut werden?

 

-1 Monat später-

 

Heute war Chester’s Verhandlung. Sofa hatte sich im letzten Monat ziemlich von uns anderen abgeschottet. Egal, wer mit ihr zu reden versuchte, sie blockte immer ab. Oft hatte ich das Gefühl, dass sie wusste, warum sie Chaz eingebuchtet haben. Bis heute wussten wir es aber nicht. Niemand durfte Chaz besuchen, ihm nen Brief schreiben oder mit ihm telefonieren. Noch nicht mal Sofa durfte dies. Ich habe Angst, dass Chaz die nächste Zeit nicht mehr bei uns sein wird, sondern hinter schwedischen Gardinen sitzen wird. Warum auch immer…

Gedankenverloren stand ich in der Küche und versuchte mir ne Schüssel Müsli fertig zu machen. Es war zwar erst 6.00 Uhr, aber an Schlaf war für mich nicht mehr zu denken. Um 15.00 Uhr sollte die Gerichtsverhandlung anfangen. Mittlerweile fing ich schon an nen Countdown bis 15.00 Uhr zu zählen.

Ich wollte gerade Sprite auf mein Müsli kippen, als Phe mir die Spritflasche aus der Hand nahm und mir seufzend die Milchpackung hinhielt. „Danke“, meinte ich und gab ihm nen Kuss. Zusammen setzten wir uns an den Tisch. Schweigend frühstückten wir und ne halbe Stunde später stieß Sofa zu uns. Noch nie in meinem Leben hatte ich eine Person so nervös gesehen. Boah, und die Zeit schien nicht verstreichen zu wollen. Wenn die Situation nicht so ernst gewesen wäre, hätte ich aus Spaß an der Uhr gedreht, sodass sie schon 14.30 Uhr anzeigte, aber dies wollte ich jetzt nicht machen. Nach und nach wurden alle wach und kamen in die Küche. Irgendwie war sie der Versammlungsort von unserer WG geworden. „Was machen wir denn jetzt bis zur Verhandlung?“, wollte Joe wissen. „Boah, hör auf ‚Verhandlung’ zu sagen!“, meinte Brad genervt. „Erinner uns doch nicht auch noch daran!“, redete er weiter. „Ok, ok“, grummelte Joe. „Und jetzt?“, fragte ich. „Keine Ahnung…“, beantwortete Dani meine Frage. Rob hatte die rettende Idee: „Lass uns doch Filme gucken!“ „Und welche?“, wollte Phe wissen. „Hm… Also ich bin für Jurassic Park“, gab ich meine Meinung ab. „Ok. Hat wer was gegen Jurassic Park?“, erkundigte sich Rob. „Nee“, meinte wir einstimmig und zusammen gingen wir ins Wohnzimmer, wo wir ersteinmal die Jurassic Park Filme suchen durften. „Wie viel Zeit haben wir eigentlich noch?“, fragte Joe uns. „Lass ma überlegen… Für den Weg brauchen wir 45 Minuten, also sollten wa ne Stunde vorher los. 14.00 Uhr… Jetzt ist es 10.00 Uhr… Knapp 4 Stunden haben wir noch… Würd ich jetzt sagen“, äußerte Mike. „Dann lass uns nur den ersten Jurassic Park gucken und Ice Age 1, das würd von der Zeit passen“, schlug Brad vor. Nachdem wir zugestimmt hatten, schauten wir in aller Ruhe die beiden Filme. Jetzt verging die Zeit wenigstens etwas schneller.

Punkt 14.15 Uhr saßen wir im Auto und fuhren los zum Gericht. Man merkte richtig, wie nervös alle waren. Ich selbst hätte eigentlich gar nicht unbedingt mitgewollt. Aber was tut man nicht alles…

Als wir die Sicherheitsschranken passiert hatten, standen wir im Gerichtssaal. Nachdem wir uns gesetzt hatten, fing die Verhandlung an. Nach und nach wurde uns klar, dass Chaz mit Drogen gehandelt haben soll. Ich wollte den ganzen Kram nicht hören und wartete auf die Urteilsverkündungen. Nach einer, für mich endlos erscheinenden, Stunde kam endlich das Urteil. Der Richter erhob sich und fing an: „Im Namen des Volkes wird nun das Urteil verkündet…“

„Das Gericht hält es für erwiesen, dass der Angeklagte Chester Charles Bennington nicht schuldig ist, da…“ Mehr bekam ich gar nicht mit, da ich mich so für Chaz freute. Ich linste auch zu den anderen herüber, die auch sehr erfreut aussahen. Wir hatten natürlich alle gehofft, dass er freigesprochen wird, aber so sicher kann man sich dabei ja nie sein. Manchmal fällt ein Gericht sowieso sinnlose Urteile.

Draußen vor dem Gericht warteten wir gespannt auf Chester, der kurz zu uns kam und uns mitteilte, dass er eben noch seine Sachen aus der Zelle holt und sich dann mit uns nach Hause fahren würde. Ich fand es aber immernoch ziemlich absurd, dass Chester mit Drogen gehandelt haben soll. Zwar weiß ich ja, wie es ihm früher ging, aber bis heute dachte ich immer, dass ihm die Musik ziemlich geholfen hat. Wahrscheinlich werd ich ihn wohl fragen, wenn wir wieder zu Hause sind.

Ein paar Minuten später fuhren wir, mit Chaz, richtung Heimat. „Boah, endlich wieder zu Hause! Habt ihr was gescheites zu Essen da? Der Fraß im Knast war widerlich!“, meinte Chester und ließ sich ersteinmal auf die Couch fallen. „Ihr persönlicher Butler wird ihnen gleich ein leckeres Nudelgericht bringen“, alberte Joe herum und verschwand in der Küche. Oho, Joe wollte also kochen.. das sollte er mal schön sein lassen, das letzte mal durften wir einen Brand löschen und hatten verkokeltes Essen…

Schnell sprang ich auf und wollte in die Küche, als ich bemerkte, dass anscheinend nicht nur ich so gedacht hatte. Sofa und Dani waren ebenfalls aufgesprungen und nun versuchten wir uns zu dritt durch die Tür zu quetschen. „Mädels, also so wird das ganz bestimmt nicht gehen!“, meinte Phi belustigt. „Haha, dass weiß ich auch“, grummelte ich und ging nach hinten aus dem Türrahmen. Schon waren die anderen beiden reingeplumpst und ich konnte ganz gemütlich in die Küche schlurfen. „Hey Joe, lass uns bitte kochen! Wir wollen nicht schon wieder was löschen müssen“, sagte Dani zu Joe, der bereits mit Kochen angefangen hatte. „Nee, heute koch ich und ihr geht schön wieder vor die Tür.“ Damit hatte er uns dann vor die Tür geschoben und abgeschlossen…

Nach über einer halben Stunde sinnloses gelaber, kam Joe endlich wieder aus der Küche. Und, oh was für ein wunder, es sah nicht gerade danach aus, als ob irgendwo Feuer oder so etwas wäre… Wieder etwas gutes an diesem Tag… Vielleicht schon zu viel des Guten…

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