young & hopeless

Teil 1:

With You…

Das Radio sprang an. Es diente als Wecker, weil ihr richtiger Wecker kaputt gegangen war. Dann kam auch noch ihre Mutter rein und meinte unfreundlich: „Morgen!" Das Mädchen gähnte und setzte sich ihre Brille auf um was zu sehen. Verschlafen torkelt sie ins Badezimmer, aus dem ihre Mutter gerade rausging. Nachdem sie im Badezimmer fertig war, schlurfte sie in die Küche, um erst mal ihr Frühstück zu essen. Dann zog sie sich an und machte schnell noch ihre restlichen Hausaufgaben und musste dabei an ihren verstorbenen Opa denken. Er hatte ihr immer erzählt, dass er seine Hausaufgaben auch immer erst morgens gemacht hatte. Als es 7.15 Uhr war, zog sich das Mädchen schnell ihre Chucks und eine Jacke an, eilte zu ihrem Fahrrad und fuhr zum Treffpunkt der Fahrradtruppe West Mädels. Aber erst musste sie noch Sara abholen, da sie beide im Industriegebiet wohnten. Sara begrüßte sie mit einem: „Moin Svenja!" Svenja meinte zurück: „Tach Buschkind! Kommen Jana und Jana heute?" „Ja, türlich!"

Während der Fahrt zum Treffpunkt redeten die beiden nicht mehr viel. Dort angekommen warteten die beiden Janas schon und sie hatten viel zu erzählen, aber das durfte wie immer nur Sara wissen. Svenja mochte dies überhaupt nicht, da sie sich total unterbehelligt fühlte. Aber die erzählen sich ja meistens eh nur Müll dachte sie und fuhr schon mal vor zur Schule. Als sie dort ankam, sah sie schon Frederike auf sich zustürmen. Anscheinend hatte sie mal wieder Neuigkeiten. Frederike schrie auch schon: „Hey Svenja! Wart mal! Ich hab Neuigkeiten für dich!" Svenja rannte sofort zu Friederike rüber. „Was gibt's denn so interessantes das du schon von so weit weg anfangen musst zu reden?", fragte Svenja neugierig. Friederike musste sich das Grinsen verkneifen und antwortete: „Das wirst du nie glauben!" Allmählich wurde Svenja ungeduldig: „Sag's endlich, man!" Friederike meinte grinsend: „Auch wenn du mir jetzt nicht glaubst… Linkin Park kommen zu uns an die Schule! Die haben die Klasse ausgelost, in die sie gehen werden…" Dort wurde sie von Svenja unterbrochen, denn die fragt total neugierig: „In welche denn?" „Ja, das wüsstest du wohl gerne, ne? Ich hätte es dir gesagt, wenn du mich nicht unterbrochen hättest…!", grinste Friederike.

 

„Du bist fies!", rief Svenja ihr hinter her, weil es grade geklingelt hatte und die beiden zum Unterricht mussten. Als Svenja in ihrem Klassenraum ankam traute sie ihren Augen nicht. Hinten, wirklich ganz hinten an der Wand, saßen die Jungs von Linkin Park. Dies schien alles so unecht, dass das Mädchen sich erst mal in den Arm kniff, bevor sie langsam zu ihrem Einzelplatz ging. „Bah! Englisch!“, dachte sie und ließ sich auf ihren leicht kaputten Stuhl plumpsen und bemerkte dabei wie die Jungs von LP sie musterten, als ob die anderen wieder irgendwelche Gerüchte und Storys über Svenja erzählt hätten. Doch zum Glück, oder auch nicht, kam der Lehrer zur Tür herein und begrüßte die Jungs erst einmal und stellte sie der Klasse vor, als ob diese nicht schon gecheckt hätte wer das ist. Dann bat der Lehrer die LP-Jungs sich hinzusetzen, weil er gerne mit dem Unterricht anfangen würde. „Ich möchte ganz gerne die Klassenarbeit besprechen, die ihr dann am Ende der Stunde wiederbekommen werdet!“ Dieser Satz löste in der Klasse großes Stöhnen und Seufzen aus, was die LP-Jungs wohl so lustig fanden das sie hinten erst mal abgeierten. Der Lehrer sorgte erst mal für Ruhe bevor die Arbeit besprochen wurde. Währenddessen spielte Svenja mit ihrem Schlüsselanhänger Lotto, die Tussenclique schrieb Zettelchen genauso wie die Jungs von LP, die Sichtbar Langeweile hatten. Als aber dann der Lehrer bekannt gab, wie viel Arbeiten es mit welcher Note gab, waren plötzlich alle auch geistig anwesend. Da alle sich fragten wer welche Note hatte.

In der kleinen Pause, wo alle in ihre Latein- oder Franzeräume rübergingen, kam Mike auf Svenja zu und fragte sie: „Wie heißt du eigentlich?“ „Svenja“, antwortete das Mädchen gelangweilt. „Wieso fragst du?“ „Na ja, ich würd dich gerne fragen wieso du alleine sitzt!“, meinte Mike interessiert. „Haha... das ist eine dumme frage! Ich seh anders aus, denk anders und will vorallendingen keine Tussi sein!“, gab Svenja desinteressiert zurück. Mittlerweile waren die beiden am Franzeraum angekommen und Mike ging wieder nach hinten zu seinen Jungs, während Svenja sich seufzend neben Friederike niederließ. Freddy grinste Svenja die ganze Zeit an und fing an einen Zettel zu schreiben. Als Svenja anfing den ersten Zettel aus westlicher Richtung zu lesen hörte Freddy endlich auf zu grinsen. Auf dem Zettel stand:

 

Hi! Kommste in der Pause mit in den Kunstkeller??? …

 

[Aus Svenjas Sicht]

 

Auf einmal kam ein Zettel von hinten angeflogen und ich schaute mich um und sah die Jungs hinten und zeigte dann fragend auf mich. Sie nickten kaum merklich und ich machte den Zettel neugierig auf.

 

Hi Svenja!, stand dort,

Könntest du uns in der Pause wohl die Schule zeigen? Wir kennen uns hier ja noch nicht aus!*g*    LINKIN PARK

 

„Boah!“, dachte ich, „Das ist ja mal was! Ich soll jemanden die Schule zeigen! Das ist ja noch nie vorgekommen!“

Sofort schrieb ich auf den Zettel von Freddy:

 

Sorry, aber ich muss noch was Wichtiges machen!*g*

 

Auf den Zettel von LP schrieb ich:

 

Ja, in Ordnung, aber alles kenn ich auch nicht! Svenja

 

Und dann schickte ich den ersten Zettel wieder zurück in die westliche Richtung und der andere Zettel wurde von mir nach hinten katapultiert. Jetzt war ich ziemlich gespannt auf die Antworten. Friederikes Antwort kam als erstes und ich musste unwillkürlich grinsen als ich den Zettel öffnete.

 

Was kann ich mir irgendwie schon denken*fg*. Ist aber in Ordnung. Wir sehen uns bestimmt heute noch mal! Freddy

 

„Jaja“, dachte ich, „wir sehen uns bestimmt nochmal…“ Dann bekam ich irgendetwas an den Kopf, was mich aus meinen Gedanken riss. Da, schon wieder ein Zettel. Woher der kam war mir schon klar. Als ich ihn öffnete las ich dieses hier:

 

Du musst ja auch nicht alles kennen! Das ist ja schon etwas viel verlangt! LP

 

Jetzt musste ich so toll grinsen, dass der Lehrer von mir Notiz nahm und ich die nächste Aufgabe an die Tafel schreiben musste.

 

[Aus Mikes Sicht]

 

„Wie nett sie doch ist! Ich kann die Klasse überhaupt nicht verstehen! Ich würd mich wohl freiwillig neben sie setzten, aber das erlaubt sie mir bestimmt nicht! Eigentlich müsste ich sie ja nur fragen, aber ich trau mich einfach nicht… Chaz meinte ja, dass sie gar nicht so hart ist wie sie aussieht… Und wie schön sie grinsen kann… Ouh man…“, dachte ich…

 

Das klingeln riss mich aus meinen Gedanken und die anderen grinsten mich doof an, als ob sie wüssten was ich gedacht hatte. Na ja, konnten sie ja ruhig wissen, solange sie nichts davon Svenja erzählen. Als ich mit den anderen vor den Klassenraum trat, sah ich schon wie Svenja auf uns wartete um uns die Schule zu zeigen.

 

[Aus Svenjas Sicht]

 

Boah, was glotzt mich Mike eigentlich die ganze Zeit an? Hat der nix besseres zu tun? Ich versuch denen grad mühsam alle Fragen zur Schule zu beantworten und der hört nicht mal wirklich zu! Das regt mich richtig auf. Wenn das so weiter geht schmeiß ich ihm eins meiner Apfelstücke an den Schädel… Aber eigentlich ist er ja ganz süß…Oh, hab ich grad süß gesagt?… Dann hab ich wohl mal ein neues Wort gelernt… Ich hab zwar eh keine Chance bei ihm, aber egal. Mir würds ja schon reichen, wenn wir alle nur gute Freunde werden…

So, jetzt reichts mir! Der Typ hört ja echt nicht zu! Dann muss ich wohl doch zu meiner Waffe greifen.

Ich krame meine Apfeldose hervor und warf ein Stück an Mikes Kopf.

 

[Aus Mikes Sicht]

 

Scheiße, man… Warum wirft die mir jetzt eins ihrer Apfelstücke an den Kopf? Das frag ich sie jetzt erst mal! Als Antwort bekam ich: „Du sollst mir auch zuhören und nicht Löcher in mich reinstarren…“ Das saß. Jetzt wurde ich roter als ein vollreife Tomate und die anderen fingen an zu grinsen. Na ja, der erste Tag hier war ja wohl schon total scheiße! Man konnte es echt nicht anders ausdrücken.

 

[Aus Svenjas Sicht]

 

Man, ey, der soll sich jetzt nicht so anstellen. Ist ja sein Problem, wenn er nicht aufpasst, nicht meins. Aber wie rot er geworden wird… Echt zum abgeiern…

Shit, es hat geklingelt… Oh, wir haben ja ne Freistunde… Chaz, Rob, Brad, Joe und Phoenix verschwinden ja… Hey, die wollen mich ja wohl nicht mit Mike hier alleine lassen… Irgendwann hat der mich doch weggestarrt…

 

Ich will keine Freistunde haben! Vielleicht fällt mir ja was ein, was ich machen könnte…Hausaufgaben? Nee, dann fragt er mich bestimmt, ob er mir helfen kann… Hat Freddy eigentlich auch ne Freistunde? Dann wär ich nämlich gerettet… Mmhhh, soweit ich weiß nicht. Oh, Shit! Gott, rette mich! Ich könnte theoretisch auch in den Klassenraum gehen, aber dort sind dann die ganzen Tussen. Bloß nicht!

 

[Aus Mikes Sicht]

 

Was hat sie bloß? Sie sieht aus, als ob sie wirklich angestrengt nachdenkt. Über was bloß? Jetzt geht sie auch noch weg… „Hey, warte! Wo gehst du hin?“, rief ich ihr hinterher. „Ich geh aufs Klo und nach da musst du ja wohl nicht mit!“, war Svenjas leicht genervt klingende Antwort.

 

[Aus Svenjas Sicht]

 

Man, der nervt wirklich… Ey, jetzt geht latscht der mir doch tatsächlich auch noch nach. Der spinnt ja wohl! Wenigstens bleibt er vor der Klotür stehen und kommt nicht mit rein. Als ich wieder herauskam fragte er mich, ob wir nicht zusammen in die Stadt gehen könnten. „Von mir aus“, antwortete ich. Was dann die anderen dachten, war mir im Moment schnurzpiepegal. Mir war es auch egal, ob ich heute überhaupt noch zur Schule zurück ging…

 

~2 Wochen später~

 

Heute würden die Jungs zurückfliegen und ich komm mit zum Flughafen. Weil sie morgens fliegen, muss ich wenigstens nicht zur Schule…

 

[Aus Mikes Sicht]

 

Heute fliegen wir… Irgendwie will ich von hier noch nicht weg. Zusammen mit Svenja hat es hier richtig Spaß gemacht. Mittlerweile verstehe ich mich richtig gut mit ihr, eher gesagt, alle verstehen sich gut mit ihr… Ich glaub auch, dass alle nicht weg von hier wollen. Oh, da steht Svenja ja schon, ich frag mich, wie sie wohl wieder zurückkommt… Als sie einsteigt lächelt sie uns allen ermutigend zu und meint: „Hey, nicht traurig sein!“ Na ja, viel geholfen hat es nicht…

 

Je näher wir zum Flughafen kamen, desto bedrückter wurde die Stimmung. Während der Fahrt sagte niemand auch nur irgendein Wort. Als wir am Flughafen ankamen, verabschiedeten wir uns von Svenja. Mir standen die Tränen in den Augen und ich meinte zu ihr: „Ich ruf dich an, wenn ich wieder zu Hause bin!“

 

[Aus Svenjas Sicht]

 

Mike standen die Tränen in den Augen…wie niedlich… Als der Flug aufgerufen wurde umarmte ich alle Jungs nochmal und sagte: „Bye! Man sieht sich!“ Ich versuchte möglichst schnell von ihnen wegzugehen, damit sie nicht sehen konnten, dass ich anfing zu weinen.

 

~12 Stunden später~

 

Scheiß Handy! Mitten in der Nacht fängt das doofe Dingen an zu klingeln… Auf dem Display stand: Mike Handy… Oh, natürlich! Er kann ja nicht wissen, dass es hier mitten in der Nacht ist… Ich nahm endlich ab. Wie immer meldete ich mich mit: „Ja?“ „Hi! Hier ist Mike!“, kam es aus meinem Handy. „Oh… Hi! Was gibt’s?” „Ich wollte dich doch anrufen… Aber ich glaub, ich hab dich geweckt…“ „Ja, du hast mich geweckt, aber das ist ja auch egal…“ Wir redeten noch ne Stunde lang über ziemlich belangloses Zeug.

 

 

~3 Jahre später~

 

Seit 1 ½ Jahren konnte Svenja die Jungs nicht mehr erreichen und zog zusammen mit ihren Freundinnen Susanne, Verena und Kim in Svenjas Haus, was sie von ihren verstorbenen Eltern geerbt hatte. Mit ihnen zusammen zog damals auch ihr kleiner Bruder ein, um den sie sich kümmern muss.

 

[Aus Svenjas Sicht]

 

Scheinbar pennen alle noch. Boah, sind die Schlafmützen! Als ich nach draußen guckte sah ich, dass die Sonne schon ziemlich gut schien. Ok, dann zieh ich mir mal ein T-Shirt an. Ich schnappte mir mein Skateboard und ne Flasche Wasser, um nicht zu verdursten. Nach 'ner Stunde skaten war ich ziemlich fertig(Scheiß Sonne!) und fuhr langsam zurück zu unserem Haus. Ich setzte mich gerade auf die Eingangstreppe, als ein dunkelblaues Auto die Auffahrt hinaufrollte. Ich fragte mich, wer das wohl sein könnte…

Aus dem Wagen stieg eine Frau, so etwa in meinem alter mit roten, leicht gelockten Haaren. Sie war ganz in Schwarz gekleidet. „Freddy?“, rief ich erstaunt. „Was machst du denn hier?“ „Hi Svenja!“, rief sie zurück und klang dabei ein bisschen traurig. „Was ist passiert?“, fragte ich sie. „Meine Eltern meinten, ich soll mich von zu Hause verpissen!“ „Wieso das denn?“ „Meine Alten meinten zu mir, dass sie keinen Punk zu Hause rumsitzen haben wollen… und deswegen wollte ich dich fragen, ob ich hier wohnen kann…“, meinte Freddy. Grade als ich ihr meine Antwort verkünden wollte, fuhr noch ein Wagen die Einfahrt hoch und ich fragte mich abermals, wer das sein könnte. Aus diesem Wagen stiegen… Mike und Chaz… Öhm, ja, ähm, das sind die doch nicht wirklich, oder?

 

[Aus Mikes Sicht]

 

Jetzt sind wir endlich angekommen… Ob sie uns überhaupt sehen will? Ich hoffe wohl… Ich will ihr endlich sagen, was ich für sie empfinde… Aber vielleicht hat sie ja schon einen Freund… Bloß nicht! Wenn ja, dann hat mein Leben den Sinn verloren… Oder sie möchte uns gar nicht mehr sehen, dass könnte auch sein…

 

[Aus Svenjas Sicht]

 

Ich kann’s nicht glauben, dass sind wirklich Mike und Chaz. Zu Freddy meinte ich leise: „’Türlich kannste hier wohnen!“ und ging zu den Jungs…

Unterwegs stolperte ich auch noch fast über mein bescheuertes Skateboard. Als ich bei den beiden ankam guckten die mich an, wie so einen Alien. Ich fragte: „Was wollt ausgerechnet ihr hier???“

 

[Aus Mikes Sicht]

 

Oh Gott, klingt die angepisst. Aber sie sieht so cool aus  mit ihren bunten, geflochtenen Haaren. Gut das Chaz antwortet… Ich würd nämlich grad kein Wort raus. „Wir müssen mit dir reden, Svenja!“ „Worüber???“, fragt sie hart. „Über was wichtiges“, meinte ich, da ich mich wieder so einigermaßen gefangen hatte. Immer noch hart klingend antwortet sie. „Ich wüsste nicht worüber…“ Nach diesem Satz drehte sie sich um und ging zusammen mit Freddy, die immer noch dumm herum stand, rein ins Haus.

 

[Aus Svenjas Sicht]

 

Ich erklärte ihr kurz in welches Zimmer sie muss, bevor ich mich umdrehte und durch die offene Haustür sah, das Chaz und Mike immer noch da am Auto rumstanden. „Man, wenn ihr mit mir reden wollt, müsst ihr schon herkommen!“ Die beiden Lahmärsche setzten sich jetzt endlich auch mal in Bewegung und Mike stolperte erst mal über das Skateboard, was immer auf dem Weg rumlag. Ich musste ziemlich grinsen. Oh, das sah bestimmt fies aus. Aber das ist mir egal. Die haben sich schließlich nicht mehr gemeldet. Die Säcke… umso länger ich über alles nachdachte, desto wütender wurde ich. Als Mike sich endlich wieder aufgerafft hatte, und Chaz sich von seinem Lachkrampf erholt hatte, den er bekommen hatte als Mike gestolpert war, kamen sie endlich bei mir im Flur an. Mit einer Handbewegung machte ich ihnen deutlich, dass sie sich im Wohnzimmer setzen sollten. Ich setzte mich auch, holte tief Luft und fragte: „So, über was wichtiges wollt ihr denn unbedingt mit mir reden?“ Chaz holte ebenfalls tief Luft und antwortete: „Wir sind gekommen um uns zu entschuldigen, weil wir uns nicht mehr gemeldet haben!“ „Und warum habt ihr euch nicht mehr gemeldet?“, fragte ich weiter. Diesmal antwortete Mike: „Uns wurden unsere Handy geklaut und keiner hatte deine Nummer auf einen Zettel geschrieben!“ „Ah ja, sonst noch was?“ Die hätten doch einfach jemand anders aus der Band nach meiner Nummer fragen können…

 

Chaz guckte mich auf einmal so komisch an und meinte: „Ihr habt doch bestimmt noch ein Zimmer für uns, oder?“  „Wir würden nämlich gern hier wohnen!“, meinte Mike todernst..

Plötzlich kamen aus der Küche Verena, Susanne, Kim und Freddy, die meinen Bruder auf’m Arm hatte. „Was wollt ihr hier?“, fragte Susi. „Wir möchten hier gerne wohnen!“, erklärte Mike nochmal. „Mhhh…Wir haben aber kein Zimmer mehr frei! Das soll heißen, dass wir losen müssten wer bei wem pennt!“, meinte Ve. Ich sah sie geschockt an. Was ist wenn einer der beiden bei mir landet? Nicht auszudenken! Kim war schon losgerannt und machte Lose. Ich versuchte mich damit rauszureden, dass ich ja noch meinen Bruder im Zimmer habe. Aber die Jungs störte das ja nicht. Nur Ve fiel aus. Die hatte nämlich einen Freund und der würd uns den Hals umdrehen, wenn wir Ve mit 'nem anderen in ein Zimmer stecken würden. Boah, jetzt losten wir. Chaz kam bei Kim unter, die eindeutig begeistert war, und Mike…ja…da hatte ich wohl Pech gehabt…Mike kam zu mir und meinem Bruder…

 

[Aus Mikes Sicht]

 

Boah, was hatte ich für ein Glück… Ich darf bei Svenja und ihrem Bruder wohnen… So was passiert mir auch nur einmal im leben… Ich weiß zwar nicht mal wie ihr Bruder heißt, aber egal… Als wir die Treppe in den 4.Stock hochlatschten musste ich sie irgendwie die ganze Zeit angucken. Plötzlich blieb sie stehen und fragte: „Machts Spaß mich die ganze Zeit anzuglotzen?“ „Öhm…“, war meine einzige Antwort. Kopfschüttelnd meinte sie: „Du hast dich echt nicht gebessert…“ Wie gebessert???…Häh?? Ach, genau!!! Ich würd mal sagen das sie gecheckt hat das ich in sie verliebt bin…Toll…Oder??? Doch nicht toll.... Wenn sie das weiß, dann kann ich ja nur ganz schlecht bei ihr im gleichen Zimmer pennen… Eine mir wohlbekannte Stimme riss mich aus meinen Gedanken: „Willst du da unten versauern???“

 

„Natürlich nicht!“, rief ich ihr zu. „Dann setzt deinen fetten Arsch in Bewegung und komm hoch!“, rief Svenja mir zurück. Jaja, ich komm ja schon. Boah, kann die unsympathisch sein. Grässlich... Oben angekommen sah ich, dass es in dieser Etage nur zwei Zimmer gab, von denen sich das eine als Badezimmer herausstellte. In Svenjas Zimmer gab’s wenigstens 2 Betten. Jetzt bin ich aber mal auf die Bettenverteilung gespannt.... Svenjas Bruder saß auf dem Einzelbett und spielte mit seinem Duplo. Oh nein, schlechte Chancen für mich, auf das Einzelbett hoffen zu dürfen.

 

Also fragte ich einfach mal: „Wer schläft denn jetzt wo??“ Svenjas Bruder antwortete mir eigen: „Ich schlaf im Einzelbett!! Da kannst du noch so viel machen, ich schlaf hier schon seit wir hier wohnen!!“ Auf einmal meinte Svenja: „Wenn’s dir nicht passt mit einem von uns in einem Bett schlafen zu müssen, dann würd ich mal sagen bläst du dir ne Luftmatratze auf und pennst da drauf... Dann hast du das was du willst! Oder wenn du nicht auf der Luftmatratze schlafen willst, kannst du dir auch eine normale Matratze krallen und die auf’n Boden legen... Ist genau das gleiche wie ein Einzelbett, halt nur ohne Gestell. Aber dann werd ich dich jeden morgen fragen: Sleep you very well ohne Bettgestell??“

 

„Ich entscheide mich für die Variante mit der Matratze auf dem Boden!“, meinte ich. Soll mir doch egal sein ob sie mich jetzt jeden morgen so einen doofen Satz fragt. Das war eh der Satz von ihrem alten Chemielehrer früher. Das weiß ich noch... Mhhh, irgendwie ist es hier so still...Kein Wunder, es ist ja auch niemand mehr da.... Schnell Matratze und Schlafzeug angeln und hinlegen schlafen.... es ist ja schon spät.....*schnarch*

 

[Aus Svenjas Sicht]

 

Als ich den kleinen ins Bett brachte, schlief Mike schon seelenruhig auf der Matratze.... Dann können wir endlich unseren Plan ausführen.... Chaz pennt ja auch schon......Muhahaha, sind wir Mädels fies...

 

Als ich unten im Wohnzimmer ankam sagte ich zu den anderen Mädels: „Mike pennt auch seelenruhig. Let’s get started!!!” Und schon waren alle verschwunden und holten sich ihre Eddings(natürlich wasserfest). Zusammen gingen wir in Chaz und Kims Zimmer. Chaz schlief in Kims Bett. Leise fragte ich: „Alle bereit?“ Ein leises Ja kam von allen zurück und schon schlichen wir aufs Bett zu und fingen an Chaz mit allem möglichen Müll vollzumalen. Danach gingen wir in die 4.Etage und malten auch Mike mit allem, wirklich nur möglichen Müll voll. Jetzt legten wir uns zufrieden, ein jeder in sein Bett.

Um 7 Uhr wurde ich von einem lauten Schrei aus dem Badezimmer geweckt. Dieser Schrei kam eindeutig von Mike....

 

Und jetzt auch noch ein Schrei von Chaz.... ey, könnten die wohl mal bitte aufhören so rumzuschreien.....So schlimm sehen se ja nun auch nicht aus.... Genervt stand ich auf und schlurfte ins Bad, wo Mike sich immer noch die Seele aus’m Leib schrie... „Irgendwann bist du heiser, wenn du so weiterschreist…“, meinte ich und er drehte sich erschrocken um. „Warst du das mit dem malen?“, fragte er mich. „Nö“, gab ich gelassen zurück. „Sleep you very well ohne Bettgestell?”, diese frage musste jetzt einfach sein. „Ja. Und jetzt hilf mir wenigstens das Zeug wieder abzukriegen.“ Wortlos lief ich in unser Zimmer und kam mit einer Flasche voll stinkendem Zeug wieder. „Ihhh, was is’n das?“, fragte Mike angewidert…

 

„Junge, das ist Benzin. Das einzige Mittel gegen Edding. Könnte zwar ziemlich brennen, aber wer schön sein will muss leiden“, meinte ich genervt und drückte ihm die Flasche in die Hand. „Mach hinne ich will heute auch noch ins Bad“, war mein letzter Satz bevor ich mich anziehen ging.

 

[Aus Mikes Sicht]

 

Oh, ich glaub ich hätte wirklich nicht so rumschreien sollen. Jetzt ist sie nämlich weg. Aber sie kommt bestimmt wieder. „Hey, alter, hast du was gegen den Edding?“, riss mich Chaz aus meinen Gedanken. „Jo, such mal in diesem Haus nach 'ner 2. Flasche Benzin. Mit dem Zeug geht das nämlich wunderbar weg.“ Stolz wie Oskar zeigte ich ihm meine rechte Gesichtshälfte wo kein Edding mehr war. „Dafür hast du jetzt ein knallrotes Gesicht!“, meinte Chaz lachend. „Woher hast du das Zeug eigentlich?“ „Svenja hat es mir gegeben“, meinte ich lässig. „Oh“, grinste Chaz vielsagend…

 

„Man Chaz, ich hab das Gefühl das sie mich absolut nicht mag, ja, und jetzt musst du nicht kommen und so komisch oh sagen!“, meinte ich giftig. „Jetzt ist der werte Herr beleidigt. Armer Mickey!“, sagte Chaz. „Chester Charles Bennington!! Jetzt hör endlich auf so einen Müll zu labern!!!“, schrie ich ihn an. Die Tür ging auf und Svenja lehnte im Türrahmen.

 

[Aus Svenjas Sicht]

 

Können die sich da oben nicht leiser streiten? Wütend ging ich hoch und machte die Tür auf. „Jungs, könnt ihr eure Gespräche nicht ein bisschen leiser führen?“ Die beiden starrten mich an ganz komisch an. „W…w…wie viel von unserem Gespräch hast du mitbekommen?“, stotterte Mike. Er sah mich viel mehr erschrocken an als Chaz. Hatte er etwa Angst, dass ich zu viel mitbekommen hab? Nach einer kurzen Stille antwortete ich: „Ich hab nur mitbekommen, dass ihr hier oben rumgeschrieen habt. Nicht genau die Worte von eurem Schreien.“ Mike und Chaz atmeten erleichtert aus.

 

Die haben vielleicht Probleme…Oh man!! Auf einmal klingelte das Telefon… Es klingelte und klingelte…Will den niemand dran gehen oder bleibt das mal wieder an mir hängen??? Ok, hab schon verstanden, die gesamte Mannschaft ist zu faul um zum Telefon zu gehen… Dann geh ich halt hin…Pah!! Als ich abnahm meldete sich eine Frauenstimme mit:

„Hallo, hier ist das Jugendamt!“

Ich: „Ja, toll. Und was wollen sie?“

F: „Ich wollte ihnen Bescheid sagen, dass ihr Bruder um 10 Uhr abgeholt wird, da wir denken, dass sie und ihre Freundinnen sich nicht genug um ihn kümmern…“

I: „Aber, aber…“

F: „Kein aber, er wird um 10 abgeholt und jetzt Tschüss!“

I: „Ja. Tschüss…“

 

Das gibt’s ja wohl nicht! Woher sollen die denn wissen, wie wir uns um ihn kümmern?! Spinner… Leise schlich ich hoch zu Susis Zimmer und klopfe an. „Ja?“, kam es von drinnen. „Ich bin’s Svenja!“, sagte ich leise zur Tür gewand. „Komm rein!“ Vorsichtig machte ich die Tür auf und guckte, ob noch jemand anwesend war, was zum Glück nicht der Fall war. Kurz nachdem ich die Tür hinter mir geschlossen hatte, fragte sie: „Was ist los?“ „Mein Bruder wird um 10 Uhr vom Jugendamt abgeholt…“, meinte ich niedergeschlagen. „Oh Gott, wieso das denn?“, fragte sie schockiert. „Die Tussi am Telefon meinte, dass wir uns nicht genug um ihn kümmern, dass seh ich zwar anders, aber daran können wir nun mal nix mehr ändern…“ Ich versuchte gequält zu lächeln… „Mhhh, in 1 ½ Stunden ist ja schon 10 Uhr… Wir müssen das den anderen sagen! Und am besten deinem Bruder auch, sonst kommt diese Tussi und er weiß nicht was los ist!“ „Mhh… Ok…“, meinte ich. Schon war Susi aus’m Zimmer verschwunden. Nun saß ich hier, allein… Wie soll ich ihm das bloß erklären? Und was wird mit Mike? Er kann sich doch jetzt einfach das Einzelbett krallen, wenn ich nicht da bin! Oh mein Gott! Alles, aber nicht das Einzelbett!!!

 

Na ja, vielleicht sollte ich mir auch nicht so viele Gedanken darüber machen… Och nee, nicht schon wieder das Telefon… Dummes Dingen… Und wieder klingelt und klingelt es, dass muss ja jetzt wohl nicht sein, oder? Und wieder geht keiner ran… Boah, die mach ich nachher erstmal zur Schnecke… Schnell rannte ich zum nächstbesten Telefon und nahm ab:

 

„Ja?“, meldete ich mich abgehetzt.

„Hi, hier ist Phi!“, kam es aus dem Telefonhörer…

I: „Was gibt's?”

P: “Chaz und Mike sind doch bei euch, oder?“

I: „Mhh…ja, wieso fragst du?“

P: „Also, ich und Rob wollten auch zu euch ziehen!“

I: „Oh Gott, dir ist ja hoffentlich klar, dass wir nicht so viel Platz haben!“

P: „Egal, stört uns nicht! Wir schlafen auch wohl im Keller, wenn man da schlafen kann, versteht sich!“

I: „Man müsste nur ein bisschen aufräumen, dann ging das wohl!“

P: „Also, dann kommen wir heute Abend um 22 Uhr!“

I: „OK. Ich sag den anderen Bescheid! Bis nachher dann!“

P: „Ja, bis nachher!“

 

Ich legte auf und dachte mir, dass das heute ein Scheißtag ist und das die 10 wohl nie meine Glückszahl wird. Langsam ging ich nach unten ins Wohnzimmer, wo alle versammelt saßen, alle außer mein Bruder und Susanne, die ihm wahrscheinlich grad erklärt, das er nachher für immer weg muss. Als ich im Türrahmen stand, meinte ich zu dem Trupp im Wohnzimmer: „Phoenix und Rob kommen heute Abend um 10 Uhr.“ Ich wollte gerade gehen, und hatte mich schon umgedreht, als mich Mike festhielt und meinte: „Hey, komm und setz dich zu uns!“ Widerwillig ließ ich mich mitziehen. Es ist ja gar kein Platz mehr auf der Couch! Mike, mach jetzt bloß nicht das was ich denke! Nein, er macht’s doch....

 

Er setzte sich hin und zog mich dann auf seinen Schoß. Ich sträubte mich innerlich, aber na ja, damit kann ich leben… Wie quasselten noch ’ne Viertelstunde über belangloses Zeug und dann kam Susi wieder und schüttete uns mit Worten zu: „Svenja, dein Bruder packt grad seine Sachen… und LeutZ, wer war am Telefon? Oder habt ihr das gar nicht gehört?“ Sie hörte sich eindeutig aufgeregt an. Aber ’ne Antwort hat sie doch wohl verdient: „Da keiner aus dieser Lahmarschtruppe hier unten sich erhoben hat, bin ich ans Tele gegangen…“ Susi unterbrach mich:“ Und? Wer war dran?“ „Beruhig dich, man! Ich wollte es grad erzählen… Also dran war Phi…“ Susi unterbrach mich wieder: „Und? Was wollte er?“ „MädL!“, meinte ich genervt, „Lass mich doch mal ausreden… Also, Phi meinte, dass er und Rob heute Abend um 10 kommen würden…“ Kaum hatte ich dies gesagt, da sprang Susi auch schon auf und fing an rumzuhüpfen und schrie dabei: „ROB KOMMT! ROB KOMMT!“ Den Moment, wo Mike sie überrascht anschaute, nutzte ich, um mich auf Susis Platz zu setzen. „Da ist aber jemand verknallt!“, grinste Ve. Jetzt fingen wir alle bis auf Susi, die leicht bedröppelt aus der Wäsche schaute, an zu lachen. Susi meinte ernst: „Ich bin nicht verknallt!“ „Joah, erzähl das meiner Oma!“, lachte Freddy. Ich schaute mich um und mein Blick blieb bei Mike hängen, der mich schon wieder musterte. Schnell blickte ich weiter. Diesmal fiel mir die Uhr ins Auge. „Oh shit! Es ist schon kurz vor 10 Uhr… Wie schnell doch die Zeit vergeht!“, seufzte ich. „Stimmt… Los, lasst uns dem kleinen Bescheid sagen!“, schlug Chaz vor. Schon ging Kim, die dank ihrem Lachanfall auf dem Boden lag, hoch. Im Wohnzimmer herrschte bedrückende Stille, keiner sagte etwas. 5 Minuten später kam Kim zusammen mit meinem Bruder wieder herunter. Da klingelte es auch schon an der Tür. Ich stand auf und machte auf. „Hallo, ich hatte hier heute Morgen angerufen…“, meinte die Tussi, die geklingelt hatte. „Jaja…“, sagte ich genervt zu ihr. Die Wohnzimmertür ging wieder auf und mein Bruder kam heraus. Er lief auf mich zu und knuddelt mich ganz doll und er flüsterte mir dabei ins Ohr: „Ich dich anrufen werden!“ Die Tussi hatte die Koffer von meinem Bruder schon in ihr Auto gepackt und wartete. Mein Bruder ließ mich los und ging mit der Tussi zum Auto und stieg ein. Wir winkten ihm zum Abschied noch einmal zu. Häh, fragte ich mich, wo kommen die anderen denn jetzt her… Ach, ist ja auch egal. Wortlos ging ich nach oben, als das Auto außer Sichtweite war. Ich ließ mich seufzend auf meinem Bett nieder und dachte nach…

 

[Aus Mikes Sicht]

 

Kein Kommentar, wo sie hingeht… Na toll… Aber jetzt könnte ich sogar das Einzelbett bekommen! Muhaha… Alle schon weg?! Säcke, ey… Auch ich ging nach oben und hoffte, dass Svenja jetzt nicht in unserem Zimmer ist, damit ich mir das Einzelbett unter den Nagel reißen kann. Als ich die Tür öffnete, merkte ich, dass ich mich zu früh gefreut hatte… Sie lag auf ihrem Bett und sah aus, als ob sie nachdenken würde. Leise schlich ich mich zu meiner Matratze, legte mich hin und fragte sie: „Darf ich denn jetzt das Einzelbett haben?“ Svenja wollte gerade Antworten, als die Tür aufging und Susi reinkam…

 

„Hey, ihr beiden!“, meinte sie, „Ich will ja nur ungern stören, aber wir brauchen euer Einzelbett im Keller!“ Svenja und ich schauten uns gegenseitig erschrocken an und schrieen dann wie auf Kommando zusammen los: „Alles, aber nicht das Einzelbett!“ Susi schaute ein bisschen doof und wir stürzten uns auf das Bett. „LeutZ, so geht das aber nicht. Phi und Rob können doch wohl schlecht auf dem Boden schlafen“, seufzte sie. Na ja, dachte ich mir, ich werds überleben, stand vom Bett auf und zog Svenja mit hoch. Susi raste sofort auf das Bett zu und nahm es mit nach unten. „Viel Spaß damit!“, rief Svenja ihr hinterher und sagte dann zu mir: „Tja, haste wohl Pech gehabt!“ „Mhhh...“, brummte ich und ließ mich auf meine Matratze fallen. Warum hab ich eigentlich immer so ein Pech? Warum ich?

 

[Aus Svenjas Sicht]

 

Oh, jetzt ist Mike eingedöst… Kann man nichts machen… Dann troll ich mich halt mal in den Keller und helf denen dort… Auf der Kellertreppe standen Kisten und na ja, die hatte ich wohl übersehen. Es machte laut *KLONG* und dann lag ich am Fuß der Treppe, auf ein paar Umzugskisten. Chaz kam angeeilt und fragte besorgt: „Ist dir was passiert?“ „Nö, ich glaub nicht“, meinte ich grinsend und rappelte mich auf. Zusammen mit Chaz ging ich zu den anderen, die immer noch versuchten aufzuräumen, sodass mehr Platz entsteht. „Das wird doch nie was, wenn ihr so weiter macht!“, grinste ich.

 

[Aus Mikes Sicht]

 

*KLONG* Erschrocken wachte ich auf. Oh mein Gott! Was war denn das??? Ach, kann mir doch egal sein…*schnarch*

 

~6 Stunden später~

 

Ich wurde unsanft von jemandem geweckt, der immer wieder rief: „Mike! Aufstehen! Phi und Rob kommen gleich!“ Langsam machte ich die Augen auf und sah, dass Svenja ungeduldig darauf wartete, dass ich mich endlich erhebe. „Ich komm ja schon!“, gähnte ich sie an. „Man, steh endlich auf, oder soll ich mit 'nem Eimer Wasser kommen?“, fragte sie mich. „Kaltes oder warmes?“, war die Gegenfrage von mir. „Kaltes natürlich!“, grinste sie. Schon war ich aufgestanden und nach unten gespurtet. Sie folgte mir und ich rannte raus und kurz vor dem Teich im Garten machte ich eine Kurve nach rechts. Svenja aber hatte zu viel Speed drauf und fiel lachend in den Teich. Ich stand lachend rechts neben dem Teich, als Ve aus’m Haus kam und fies grinsend meinte: „Du Schuft!“* PLATSCH* Schon lag auch ich im Teich. „Hey, wie kommen wir den jetzt…“, meinte ich, kurz bevor ich unter Wasser gedrückt wurde. Als ich wieder auftauchte sah ich, dass Svenja am anderen Ende des Teiches mit fiesem Grinsen aus’m Wasser ging. „Du Sau, du !“, rief ich ihr hinterher, bevor auch ich aus dem Teich kletterte. Schnell nach oben gerannt und was anderes anziehen. Im Zimmer angekommen, saß Svenja auf’m Bett und als sie mich sah, fing sie an zu grinsen und verzog sich nach unten. Umziehen, nasse Sachen auf die Heizung legen und fertig. Schon schellte es an der Tür. Ich raste nach unten und machte auf. Auf der Matte standen Phoenix und Rob, breit grinsend und mit je 3 Koffern beladen. „Kommt rein!“, sagte ich zu ihnen…

 

„Wenn du uns mit den Koffern hilfst, kommen wir gerne rein!“, grinste Phi mich frech an. „LeutZ!“, rief ich in Richtung Wohnzimmer, „könnt ihr uns wohl mit den Koffern helfen?“ „Türlich können wir das!“, rief Chaz fröhlich zurück. Schon ging die Tür auf und Chaz, Svenja und Susi marschierten heraus, schnappten sich jeder kommentarlos einen Koffer und latschten in Richtung Kellertreppe. Phi, Rob und ich schnappten uns auch je einen und steuerten ebenfalls die Kellertreppe an. Unten angekommen war alles ordentlich, dachte ich. Als wir die Koffer in Phis und Robs Zimmer abgestellt hatten, öffnete Phi aus Spaß eine andere Tür und schon war er unter einem Haufen Kisten begraben. Rob und ich schrieen erschrocken auf und Chaz, Svenja und Susi lachten sich kaputt. Schon fingen Rob und ich an, Phi wieder auszubuddeln. „Wir gehen dann mal wieder nach oben!“, grinste Chaz frech. „Ihr könnt uns doch hier nicht allein buddeln lassen!“, rief Rob ihnen hinterher. „Doch, können wir!“, schrie Svenja, die schon fast oben war. Jaja, dachte ich, lasst uns ruhig alleine arbeiten. Phi schrie schon wieder aus dem Haufen heraus: „HILFE!!!!“

 

~’ne Stunde später~

 

Endlich hatten wir Phi raus aus dem Haufen. „Puh!“, schnaufte er, „noch länger und ich wär da drin erstickt!“ „Wir haben uns ja schon beeilt!“, verteidigte Rob uns. Wir wollten grade eine heftige Diskussion anfangen, als Ve von oben rief, dass es jetzt gleich essen gibt. Boah, hab ich Hunger, mir ist das beim buddeln vorhin gar nicht aufgefallen. Na, toll, jetzt komm ich auch noch als letztes am Tisch an. Aber Freddy ist ja auch noch nicht da. Es wär, nachdem ich mich hingesetzt hatte, eh kein Stuhl mehr frei. Kurz nachdem ich mich auf den letzten Stuhl gesetzt hatte, deutete Susi an, dass mal alle ihre Klappe halten sollen. „Wo ist Freddy?“, diese Frage konnte ich mir nicht verkneifen. „Das wollte ich euch grade mitteilen!“, war Susis Antwort. „Also, Freddy kam vorhin, als ihr mit euren Ausgrabungen beschäftigt wart, zu uns und meinte, dass sie ab heute wieder bei ihren Eltern wohnen würde, somit ist sie nicht mehr hier“, erklärte uns Susi. „Oh, dass ist ja scheiße!“, meinte Rob und Susi starrte ihn an, als ob er was verbrochen hätte. Plötzlich fingen die Mädels an zu lachen wie sonst was. Nur Susi mal wieder nicht. „Was ist?“, fragte Rob neugierig. „Ach, Susi ist…“, fing Svenja an zu sagen, doch Susi hielt Svenja den Mund zu. „Ist doch egal!“, meinte Susi angepisst.

 

[Aus Svenjas Sicht]

 

Das war cool oder auch nicht… OK, die hätten mich ja auch ausreden lassen können, wussten ja nicht, was ich sagen wollte… Aber trotzdem hätt ich mir ne Tracht Prügel von Susi eingefangen…

 

Bah, Spinatnudeln, esst ich nicht… Schon fragte Mike mich: „Willst du gar nichts essen?“ „Svenja mag keinen Spinat“, antwortete Susi für mich. „Willst du auch kein Brot essen?“, fragte Mike mich weiter. „Wenn ich was möchte, dann hätte ich mir schon längst was geholt!“, grinste ich ihn doof an. Er grinste genau so doof zurück. Nach dem Essen sagte ich zu dem Rest: „LeutZ, ich geh jetzt pennen. Nacht!“ Ob die mich wohl gehört haben? Egal… Leise schlich ich mich nach oben, zog mich um, schrubbte meine Zähne und legte mich hin…*schnarch*

 

~3 Stunden später (2.00 Uhr morgens)~

 

*donner* Dank diesem scheiß Gewitter bin ich jetzt wieder wach. Meine Kehle ist ausgetrocknet, schnell nach unten und was trinken. Auf dem Weg zur Zimmertür fiel mir auf, dass Mike noch gar nicht da ist. Ob die da unten wohl immer noch wach sind? Hört sich aber nicht so an.....

 

Unten angekommen, linste ich kurz durch das Schlüsselloch der Wohnzimmertür und sah, dass Mike auf der Couch saß und irgendwie nachdachte. Schon war das Trinken vergessen. Langsam öffnete ich die Tür und ging in das Zimmer. Mike bemerkte mich nicht. Auch als ich mich neben ihm auf der Couch niederließ, zeigte er keine Regung. Als ich dann fragte worüber er nachdachte, bemerkte er mich erst und antwortete dann: „Mir ist was neues eingefallen und ich brauch ne Gitarre um das auszuprobieren.“ „Sag das doch gleich. Du kannst meine nehmen, aber spiel oben, sonst werden alle wach und du bekommst tierisch ärger“, lachte ich. Schon wieder blitzte und donnerte es und ich zuckte zusammen. „Was ist?“, fragte Mike mich neugierig. „Ich steh nicht so auf Gewitter.“ Ich erhob mich und schlich die Treppe hoch. Im Dämmerlicht sah ich, dass Mike mir folgte. Oben angekommen drückte ich ihm meine Gitarre in die Hand und legte mich auf mein Bett. Er spielte und spielte… Ich fands wunderschön… So toll kann ich das nicht..... Als er aufhörte zu spielen, schielte ich auf meine Uhr und musste feststellen, dass es schon 3.48 Uhr war. Puh, geht die Zeit schnell um. Ich sah gerade noch, wie Mike die Matratze wieder dahin tat, wo sie hingehörte, als ich mal wieder einschlief…

 

~ 10.48 Uhr~

 

Ich wachte auf und sah, dass Mike nicht mehr auf seiner Matratze auf’m Boden schlief, sondern neben mir. Hey, er hatte mich gar nicht gefragt, ob er das darf. Schuft! Langsam quälte ich mich aus’m Bett und zog mich mal wieder um zuziehen…

 

Lustlos schlurfte ich Richtung Küche. Dort saßen alle bis auf Mike. Chaz laberte irgendwas von entdecken und Atlantis. Bei so was hörte ich schon gar nicht mehr zu. Ich angelte mir eine Schüssel aus’m Schrank und mein Müsli. Oh, wir haben sogar mal Milch. Zusammen mit meinem Frühstück setzte ich mich neben Ve, die noch gemütlich ihren Kaffee schlürfte und Chaz zuhörte, der immer noch über irgendwas laberte. Meine Ohren hatte ich auf Durchzug gestellt und aß gemütlich mein Müsli, als Mike mit einem genuschelten ’Morgen’ in die Küche kam. „Morgen“, kam es dreistimmig zurück.

 

Auch er angelte sich was zu futtern und pflanzte sich mit an den Tisch. „Wo sind Phi und Rob?“, fragte er. „Ach, die… Die sind schon seit 9.30 Uhr den Ort erkunden…“, antwortete Chaz grinsend. Mike zog die Augenbrauen hoch, so nach dem Motto: Wann sind die denn aufgestanden?. Weiter fragte er: „Und wo sind Susi und Kim?“ Also, neugierig ist der ja eindeutig nicht… Aber ne Antwort hat er wohl verdient. Somit meinte ich: „Ach die… Susi ist zur Uni und Kim zur Schule, sie will ja unbedingt ihr ABI schaffen…“ „Und was macht ihr heute noch so?“, fragte Mike weiter. Ey, neugieriger geht’s ja wohl nicht mehr. Ve antwortete als erstes und meinte, dass sie mit ihrem Freund Inliner fahren geht. „Also, ich, ich geh heute zu 'nem Klassentreffen“, gut, dass das Klassentreffen heute ist. So hab ich ne schöne Ausrede, warum ich nicht kann. Muhaha, bin ich fies zu Mike… „Und Chaz, was machst du heut noch so?“, fragte Mike, so nach dem Motto: Wenn du heut auch schon was vor hast, biste dran. „Mhm“, meinte Chaz, „Ich hab heute noch nix geplant…“ Mikes Blick hellte sich auf und er meinte zu Chaz: „Wir können ja heut was zusammen machen!“ Oh nein, das Gespräch wird bestimmt seeeeehr interessant… Nja, was soll’s, ess ich halt auf und geh hoch… Es sollte oben im Zimmer ja auch mal jemand aufräumen… *pfeif pfeif, an die decke schiel*… Somit ging ich in Mikes und mein Zimmer… Oh, hier hat wirklich ne Bombe eingeschlagen… Während ich aufräumte, dachte ich daran, wen ich heute wohl alles wieder sehen würde. Soso und Mira bestimmt… Hoffe ich ja mal… Da kam auch schon Ve ins Zimmer und unterbrach meinen Gedankenstrom…

„Ich geh dann jetzt, ne? Chaz und Mike sind auch schon weg…Tschüssi!“ Ja, toll…Lasst mich ruhig hier alleine. Wenigstens muss ich dann kein Mittagessen machen… Für mich allein lohnt sich das eh nicht… Hab eh keinen Hunger. Schon 12 Uhr… Wie schnell die Zeit doch vorbeigeht… Um 2 Uhr ist schon das Klassentreffen… Vielleicht kann ich mich ja noch ne Runde schlafen legen… *schnarch schnarch*

*Biep biep biep* Dummes Handy… Ach du heilige Scheiße, es ist schon 1.30 Uhr… Jetzt aber flott fertig machen und ins Auto springen und losfahren. Als ich ankam war es 1.55 Uhr und fast alle schon da… Als letztes kam Kim angehetzt… Scheinbar hatte sie vergessen auf die Uhr zu gucken… Hihi, das konnte auch nur Kim passieren… Aber Mira ist auch noch nicht da… Mhm, das gibt mir zu denken… Nja, frag ich halt gleich Soso… Wo is’n die jetzt schon wieder hin? Ich werds ja wohl noch finden… Langsam geh ich von Raum zu Raum. Im Pavillon angekommen, öffne ich die Tür und sehe, wie Soso und ein Junge (Ich darf den Namen nicht nennen, sonst hab ich ein fettes Problem *g*) verliebte Blicke austauschen… „Ähm, ich mag ja nur ungern stören, aber, Soso, weißt du, wo Mira ist?“, fragte ich Soso. Sie antwortete: „Hast du heute noch keine Zeitung gelesen?“ Ich schüttelte den Kopf und ging… Stören wollte ich die beiden ja auch nicht… Haben wir überhaupt ne Zeitung? Chaz hatte doch heute Morgen eine, oder? Anrufen wird ja wohl nicht schaden… Somit schnappte ich mir mein Handy und rief Chaz an. Dieser meinte das er die Zeitung, die er gelesen hat, in den Papiersack gestopft hätte. Na toll, jetzt muss ich auch noch in dem Papiersack nach 'ner Zeitung wühlen. Soweit ich weiß, sind in dem Sack auch noch alte Pizzakartons mit Pizzaresten… Lecker! Zu Hause angekommen, steckte ich meinen Kopf sofort in den Sack und sah, dass die Zeitung ganz oben lag… Sofort auf der Titelseite fiel mir ein Bild auf, die Frau, die darauf abgebildet war, kam mir irgendwie bekannt vor. Als ich den Artikel las, wusste ich auch endlich was Chaz heute Morgen gelabert hatte… Mira hatte doch tatsächlich Atlantis entdeckt, während sie im Urlaub tauchen war… Wie cool, schade nur, dass ich ihre Handynummer verloren hatte… Wieder riss mich jemand aus meinen Gedanken… Diesmal war es Mike, der mich fragte, wie mein Tag war… „Ganz okay“, meinte ich und versuchte Mike loszuwerden, denn dieser versuchte die ganze Zeit mich zu irgendeinem Quatsch zu überreden…

 

Ich dachte schon, dass der nie aufhört zu labern, als es plötzlich schellte… Yeah, meine Rettung. Guten Mutes ging ich zur Tür und öffnete diese. Dort stand… Hey, dass kann doch gar nicht sein… Dort stand Viki… „Öhm, was willst du hier?“, fragte ich sie leicht verwirrt. „Ich wohn jetzt hier!“, sagte sie bestimmt. Ähm.... na toll… Noch einer, der hier wohnen will… Was sind wir denn… Ein Obdachlosenaufnehm Haus… Aber egal, Viki nehmen wir immer auf… Somit meinte ich zu ihr: „Komm rein, wir müssten noch ein Zimmer für dich haben.“ Schon wurde ich einmal gaaaaanz feste durchgeknuddlt… „Wo muss ich denn hin?“… Bin ich die Auskunft, oder was? Ok, sie kann den weg ja noch nicht wissen.... „Mhm, du gehst bis in den 3. Stock und dann ist da ne Tür mit gaaaanz vielen komischen Stickern, des ist dein Zimmer....“ Schon war sie nach oben hin verschwunden... Oh shit, jetzt haben wir einen Stuhl zu wenig..... Na toll... Jetzt kam auch noch Mike und fragte neugierig wer den grad hier eingezogen sei. „Kennst du nicht!“, antwortete ich genervt, „Aber die lernst du gleich noch kennen.“

 

[Aus Mikes Sicht]

 

Na toll, jetzt kommt noch jemand. Was für’n scheiß... Wer weiß, was das für ne Tussi ist.... Ich ruf erst mal Chaz an und erzähl ihm was hier abgeht…

 

Nach 10-mal klingeln ging Chaz auch endlich ran.

 

C: „Hi, was gibt’s?“

I: „Hier ist wieder jemand eingezogen!“

C: „Dann haben wir ja einen Stuhl zu wenig…“

I: „Chaz, alter, des ist egal… Aber es kann auch sein, dass das so ne Tussi ist...“

C: „Hast du noch nicht mit ihr geredet?“

I: „Nein… Leider nicht. Ich hab tierisch schiss, dass des ne Tussi ist…“

C: „Wird schon nicht…“

I: „Hoff ich ja auch mal… Ah, sie kommt grad runter… Ich red jetzt gleich mal mit ihr… Also, tschüssi…“

C: „Ja, tschüssi und lass dich bloß nicht zuquatschen…“

 

Sie ging die Treppe runter und sah mich, ging auf mich zu und stellte sich vor… Aha, sie hieß also Viktoria, aber sie will nur Viki genannt werden… Bestimmt gefällt sie Chaz mehr als mir… Als sie grad mit Svenja redet, mach ich mit meinem Handy ein Foto von ihr. Leider sieht man sie nicht ganz von vorn aber egal… Schnell an Chaz schicken und die Antwort abwarten… Nach ein paar Minuten qualvollen Wartens, trudelte endlich eine SMS von Chaz ein:

 

„Boah, ist die geil....... Ich komm jetzt sofort zu euch.. Chaz“

 

Ich musste grinsen… Chaz hat’s anscheinend ziemlich erwischt…  Arme Kim… Die wird sich mit Viki bestimmt nicht gut verstehen..... Und das nur wegen Viki… Des ist hier ein Laden, echt schlimm. Wir sind alle so versaut... Kann man halt nicht ändern.... In Gedanken versunken, ließ ich mich auf die Couch sinken, bis Svenja vor mir stand, mit 'ner Karte in der hand.... Ah, Pizzaservice.... Mhm, lecker… Ich zeigte auf Salami.... Schon war Svenja weg und telefonierte… Mein Magen knurrte auch schon wie sonst was, da kamen Chaz und die anderen auch wieder...... Ich grinste ihn an...... „Was grinste so doof??”, fragte er mich. „Och nix nix....“, grinste ich weiter. Der hatte bestimmt wieder dreckige Gedanken im Kopf… Schon stellte Viki sich auch den anderen vor. Chaz war sichtlich beeindruckt.

 

Ich fragte mich nur wieso. Sie hatte doch noch gar nichts gemacht… Kim war nicht so freundlich zu Viki. Wahrscheinlich hatte sie Schiss, dass Viki ihr Chaz vor der Nase wegschnappt. Ich dachte immer noch über Viki, Kim und Chaz nach, als es an der Tür schellte, da alle den Pizzaservice erwartet hatten, pflanzten wir uns an den Tisch. Diesmal ging Chaz zur Tür.

 

[Aus Chaz Sicht]

 

Ich war grad im Gedanken bei Viki, als es an der Tür gongte. Svenja und ich hatten ausgemacht, dass ich hinging. Somit erhob ich mich und ging Richtung Tür. Als ich sie aufmachte, stand da nicht jemand vom Pizzaservice, wie erwartet, sondern Brad und Joe, die ohne jegliche Begrüßung ins Wohnzimmer stürzten und alle begrüßten. Und ich?… Ich durfte ihre Koffer reinschleppen. Danke LeutZ. Wie kommen die beiden eigentlich hier hin? Das frag ich sie gleich erst mal. Wo können die eigentlich noch pennen? Wir haben doch gar keinen Platz mehr. Das Viki hier noch hinkonnte, war eigentlich nur Glück. Wenn Freddy nicht gegangen wär, hätte das auch nicht geklappt. Jetzt bin ich echt gespannt wo Joe und Brad jetzt unterkommen…

Ich setzte mich zu den anderen und wartete darauf, dass endlich jemand sagte, wo die beiden schlafen sollen.

 

Stille.

 

Allmählich wurde mir das zu bunt und ich fragte einfach: „Wo sollen die Beiden denn hin?“

 

Ve antwortete mir: „ Ich zieh morgen zu meinem Freund. Dann können Joe und Brad mein Zimmer haben.“

Alle bis auf Svenja und Susi guckten wie Autos. „Dass…dass ist doch jetzt nicht wahr, oder?“, stotterte Phi, der als erste die Sprache wiedergefunden hatte. „Doch „, meinte Ve gleichgültig. Wir starrten sie an.... Wie konnte ihr so was nur gleichgültig sein? Das versteh ich jetzt nicht… Ist aber auch ihre Entscheidung und nicht meine. Aber das sie so was macht.... mhm....

 

~nächster Tag~

 

Weg ist se... Und ohne sich von Brad, Joe, Phi und Rob zu verabschieden. Nur weil die noch schliefen. Manchmal kann die echt fies sein. Aber jetzt ist se ja weg.... Nur Viki und ich saßen in der Küche und trinken was. Svenja, Susi und Kim halfen Ve beim Umzug. Da! Schon wieder klingelte es an der Tür. Och nö, dachte ich und sah Viki verwirrt an, die aber genauso verwirrt zurückstarrte. Viki ging zur Tür und machte auf. Als ich aus der Küchentür lugte, sah ich wie Viki und die Person, die bis grad noch vor der Tür stand, ganz doll knuddelten.

 

Och nee, nicht schon wieder jemand, der hier einziehen will. Eigentlich haben wir nur noch die Garage zu bieten…

 

~30 Minuten später~

 

Endlich hörten die beiden auf zu knuddeln und mir wurde die neue Person vorgestellt. Sie heißt Steffi, mehr hab ich mal wieder nicht erfahren. ist ja auch eigentlich egal, der Name wird wohl erst mal reichen. Aber es interessiert mich auch, wieso sie hier hingekommen ist. Auch das werde ich wohl noch erfahren. Wir einigten uns darauf, dass Steffi erst mal bei Viki pennt.

Wo ist eigentlich Mike? Pennt der noch? Normalerweise ja nicht. Na ja, mach ich mich mal auf die Suche nach ihm…

15 Minuten später fand ich ihn bei Phi und Rob im Keller, wo er sich köstlich amüsierte. Joe und Brad waren auch da. Ich gesellte mich zu den Fünfen und wir unterhielten uns bis Abends…

 

[Aus Svenjas Sicht]

 

Wir waren noch bis Abends mit dem Umzug beschäftigt. Zwischendurch rief Viki mich an, die sich ziemlich aufgeregt anhörte. Nachdem sie sich etwas beruhigt hatte, sagte sie mir, dass Steffi auch einzieht.

Jetzt haben wir echt ein riesengroßes Problem. Und das nur wegen dem Platz. Grade als ich darüber nachdachte, rief Mike an und meinte, dass er und die Jungs sich überlegt hatten, dass wir die Garage, die eh keiner braucht, zu einem Abstellraum zu machen und das man dann noch Zimmer auf dem Dachboden macht. Ich versprach ihm, darüber nachzudenken und den Jungs bescheid zu sagen, was ich davon halte. Im Endeffekt fand ich die Idee super gut. Somit ging ich, als ich wiederkam sofort in den Keller und gesellte mich zu den Jungs. Sie fragten mich dann, was ich denn nun von der Idee halte. „Also…“, fing ich an, aber Mike unterbrach mich: „Jetzt kommt’s!“ Alle mussten lachen. Nachdem wir uns wieder gefangen hatte, redet ich weiter: „Also, mir gefiel die Idee super gut, aber ihr müsst mithelfen aufzuräumen.“ „Ich wusste, dass die Sache einen Haken hat!“, lachte Phi. Jetzt kugelten sich alle vor lachen. Diesmal dauerte es etwas länger, bis wir uns beruhigt hatten. „Wann machen wir das denn jetzt?“, fragte Rob ernst in die Runde. „Ich bin für Morgen!“, meinte Joe. „Ich auch!“, kam es von allen zurück. „Dann ist Morgen also gebongt?“, fragte ich vorsichtshalber nach. „Jap, ist gebongt!“, meinte Brad und gab ein komisches „Bong“ von sich. Wieder mussten wir lachen. Mike fiel diesmal sogar vor Lachen von Phis Bett, wo er vorher gesessen hatte. Diese Chance ließ ich mir nicht entgehen, da ich ja nur auf dem Boden saß. Jetzt saß ich auf Mikes alten Platz und grinste vor mich hin. Mike rappelte sich auf und sah mich kurz an. Ehe ich mich versah, hatte ich ihn auf’m Schoß sitzen. Och nö, nicht schon wieder so was. „Boah, bist du schwer!“, ächzte ich. „Danke!“, grinste Mike. So saßen wir noch den ganzen Abend rum, aber irgendwann gingen wir dann auch ins Bett. Kim, Viki, Susi und Steffi schliefen wohl schon. Oben angekommen ließen wir uns in Bett plumpsen. Eine Frage hatte ich allerdings noch: „Wieso hast du eigentlich die Matratze doch wieder aufs Bett getan?“ „Mhm… Ich finds doch doof auf’m Boden zu pennen!“, grinste Mike. Ich nickte ihm zu, weil ich zu müde war um richtig zu antworten. *schnarch*

 

~nächster morgen~

 

Ich wachte auf und sah, dass Mike schon unten oder aber beim Aufräumen war…

 

Langsam quälte ich mich aus’m Bett und sah, dass Mike im Schrank ne ziemliche Unordnung hinterlassen hat. Der darf heute nicht nur den Dachboden aufräumen, sondern auch den Schrank und das Zimmer. Dieses glich einem Schlachtfeld. Ich mühte mich nach unten und sah dort alle bis auf die Jungs rumgammeln. „Wo sind die Jungs?“, fragte ich verschlafen die anwesenden. „Ach die…“, fing Kim an, „Die sind auf’m Dachboden!“ Ah ja, also sind die schon angefangen. „Was machen die da eigentlich? Die wollten uns nichts sagen!“, meinte Susi. Ich antwortete grinsend: „Dann sag ich auch nichts.“ Und verschwand. Die Leiter zum Dachboden schwankte ziemlich gut. Oh Gott ey, ich hasse so was. Je näher ich meinem Ziel kam, desto lauter wurde es. Boah, sind die laut. Die sollen doch nur aufräumen! Spinner! Als ich oben stand, sah ich auch warum. Phi hatte anscheinend meinen alten Fernseher gefunden und auch noch eine Steckdose. Jetzt saßen sie alle davor und glotzen fern. Bemerken taten sie mich nicht. Ok, dann erschreck ich jetzt wenigstens einen. Mike… Genau, der ist nämlich am meisten fasziniert. Chaz hatte mich zwar schon gesehen, tat aber nicht so. Dafür war ich ihm dankbar. Langsam schlich ich auf Mike zu und hielt ihm die Augen zu. Er fing an zu quietschen und meinte dann: „Welcher Assi ist das?“ Ich fing unwillkürlich an zu lachen und Mike drehte sich um. „Boah, du warst das!“, grinste Mike fies…

 

Leider lagen hier seeeeehr viele alte Kissen herum, was mir sogleich zum Verhängnis wurde. Mike schnappte sich eins und bewarf mich damit. Ich aber stand in einer Ecke, wo es mehr Kissen gab. Somit hatte ich mehr Munition. Schnell warf ich zurück und versteckte mich dann hinter einer bestimmt schon 100 Jahre alten Truhe. Mike warf einfach ziellos drauflos, während ich gezielt auf ihn schmiss. Muhaha, jetzt hat er keine Kissen mehr. Tja, Pech gehabt. Da ich jetzt alle Kissen hatte, nahm ich mir so viele wie ich konnte und schmiss sie auf Mike. Er nutzte die Chance und warf gleich zurück. Mit vollem Karacho. Schon fiel die Kiste in tausend Teile und ich wurde zur Zielscheibe, da die anderen Jungs Mike auch noch halfen. Irgendwann war ich dann in einem Berg Kissen verschwunden. In diesem Berg war es ziemlich stickig, deshalb versuchte ich mich daraus zu befreien. Na ja, nach einiger zeit hatte ich das dann auch geschafft. Die Jungs suchten anscheinend was... Ich bin ja mal gespannt, was sie da suchen. Der Fernseher lief immer noch. Stromverschwender.... Plötzlich klingelte es an der Tür... „Wer is’n das jetzt wieder?“, fragte Chaz genervt.... Der denkt bestimmt, dass hier noch jemand einziehen will. Aber ich lass hier keinen mehr rein, da kann man noch sooo lange betteln.... Ich hörte nur noch ein lautes aufkreischen von Kim, als Phi enttäuscht meinte: „Ich find nix.“ Irgendwie wirkten die Jungs jetzt ein bisschen niedergeschlagen. Keine Ahnung warum, würd mich aber mal interessieren. Da hörte ich, wie einer die Leiter hochkletterte und dabei fluchte, dass die scheiß Leiter ja so wackelig wäre. Als ob das nicht klar war. Was kann man auch von einer 50 Jahren alten Leiter erwarten? Das sie prima ist? Ich bereitete mich auf alles vor, da ich ja nicht wusste wer oder was jetzt kommt. Sollte ich ja gleich erfahren. Da war dieses wer oder was auch schon oben, und ich sah, dass es Nici war. Och nö, dachte ich und wollte mich rückwärts auf den Kissenstapel fallen lassen, aber da gammelte Mike herum. So fiel ich auf Mike. Ach, scheiß doch drauf, wird er wohl haben können. „Du, Svenja, könnt ich auch hier einziehen?“, riss mich Nici aus meine Gedanken.... Ich nickte nur und schon war Nici nach unten zu den anderen verschwunden... Eigentlich sollte ja niemand mehr hier einziehen, aber na ja, kann man ja jetzt auch nicht mehr ändern. Oh Gott, warum wollen hier eigentlich alle einziehen? Mike riss mich aus meinen Gedanken: „Svenja, hast du hier oben ne X-Box oder so was?“ Ich runzelte die Stirn. „Natürlich, da hinten in der Kiste!“, meinte ich und zeigte auf einen Stapel Kisten. „In welcher denn?“, grinste Mike doof. „Keine Ahnung und eigentlich sind wir hier ja nicht zum spielen, oder?“, grinste ich genauso doof zurück.

 

„Doch!“, meinte Mike ernst. Der will doch jetzt nicht wirklich X-Box spielen, oder? Gestern meinte der doch noch, dass er unbedingt hier aufräumen muss. „Du räumst jetzt sofort auf, so wie die anderen!“, befahl ich ihm. „Och nö“, stöhnte er, „ich räum doch nicht auf!“ „Ok, du hast es nicht anders gewollt!“, grinste ich fies. Schon hatte ich mir ein seil geschnappt und band Mike damit an einem der Pfosten fest. Jetzt konnte er sich absolut nicht mehr bewegen und er kommt auch erst dann los, wenn er sich erbarmt, und mit aufräumt. Die anderen Jungs sahen dies und räumten wie Irre auf. Mike aber schrie die ganze Zeit rum, dass er Hunger und Durst hatte. Na ja, ich kann ihn ja nicht sterben lassen.. Somit erbarmte ich mich und holte was zu essen und zutrinken für alle. Das hieß also Mittagspause. Wir waren aber eh schon fast fertig. Dann konnte Nici also hier oben einziehen... Da klingelte es mal wieder an der Tür...

 

[Aus Mikes Sicht]

 

Danke fürs Festbinden. Wäre echt nicht nötig gewesen… Boah, jetzt klingelts auch noch… Wenn der Rest mich jetzt so sieht, dann lachen die mich doch garantiert aus. „Leute, macht mich los, ich will zur Tür gehen!“, meinte ich zu den Anderen gewand. „Erwartest du Besuch?“, fragte Brad grinsend. Aber ich wurde losgemacht und durfte an die Tür gehen. Schon trabte ich los und hörte noch, wie die Anderen oben über irgendwas lachten. Bestimmt über mich… Genervt machte ich die Tür auf und sah in ein fett grinsendes Gesicht. Och nee, nicht schon wieder so eine Dauergrinserin. „Ähm, darf ich reinkommen, ich muss mit Svenja reden! Ach ja, und ich bin Dani“, überrumpelte sie mich mit Worten. „Mhm…Ok, komm rein. Svenja ist auf dem Dachboden, du kannst mit mir hochkommen“ überrempelte ich sie zurück. „Könnte ich alleine, hier unten, mit Svenja reden?“, fragte sie mich. „Ja, warte kurz, ich hol sie runter.“ Was Dani wohl von Svenja wollte? Ich hoffe mal nicht auch noch hier einziehen. Dann wird das hier echt zu voll. Oben angekommen sagte ich Svenja, dass Dani gekommen ist und Svenja fing an zu grinsen. Kennen sich die beiden etwa? Sieht grade so aus. Nach ein paar Minuten, wo oben stille herrschte, kamen Dani und Svenja zusammen nach oben. Letztere verkündete: „Dani wird auch hier wohnen, so wie Lisa, die vorhin angerufen hat. Die beiden werden zusammen mit Nici hier auf dem Dachboden wohnen. Also, beeilt euch ein bisschen! Ich fahr jetzt mit den beiden zu Lisa und hole sie und ihren Kram ab!“ „Zu Befehl!“, grinste ich. Frech streckte sie mir die Zunge heraus und ich musste feststellen, dass das irgendwie niedlich aussah. Mhm… Leider war sie schon wieder weg. In letzter Zeit ist sie um einiges netter zu mir geworden, als sie vorher war. Ich hoffe, ich schaffe es nochmal mit ihr zusammen zukommen. Soweit ich weiß, mag Chaz Viki sehr gerne und Rob mochte eindeutig Susi. Ich glaube auch, dass Joe Steffi mag…Aber Phi und Brad… Mhm, bei denen weiß ich das gar nicht. Wahrscheinlich gefällt Brad Dani. Sie ist, würde ich sagen, eindeutig sein Typ… Wenn wir jetzt nicht bald mal fertig mit aufräumen werden, dann bekommen wir ganz, ganz viel Ärger von Svenja. Ne Racheaktion muss ich mir auch noch überlegen. Für das Festbinden an dem Pfosten. Mir tun ja jetzt noch sämtliche Knochen weh… Was könnte ich bloß machen? Na ja, wird sich schon noch ne Gelegenheit bieten. Eventuell können mir die anderen Jungs helfen. Natürlich nur, wenn sie nichts dagegen haben…

Hey, wir sind fertig… Phi nimmt ja sogar die X-Box mit nach unten. Der will die ja jetzt wohl nicht auch in die Garage bringen, oder?

 

Das wäre ja total scheiße. Das kann der doch nicht bringen. Kurz bevor er runterging, fragte ich: „Willst du die X-Box auch in die Garage schmeißen?“ „Nö“, antwortete Phi grinsend, „So doof bin ich auch nicht. Die kommt ins Wohnzimmer, damit wir ganz viel zocken können.“ „Haben wir überhaupt Spiele dafür?“, mischte sich Joe ein. „Türlich, türlich“, grinste Phi weiter, „Die waren zusammen mir der X-Box in einer Kiste.“ Plötzlich hörten wir ein lautes „Juhu!“ von unten und man merkte, dass irgendjemand unten wie verrückt rumhüpfte. Wir stürmten nach unten und sahen wie Kim immer wieder „Juhu!“ rief und dabei rumhüpfte wie wild. Die anderen standen daneben und wussten anscheinend auch nicht was Kim hatte. Verzweifelt versuchten die 7 Kim zu beruhigen. Brad fragte alle: „Weiß jemand, was Kim hat?“ „Nein“, antworteten alle im Chor. Schon hatte Svenja ihr den Brief entrissen, wo der Grund anscheinend drin stand. Sie las ihn durch und schaute total verblüfft. Schnell entriss ich ihr ebenfalls den Brief und las selbst. Was ich las, verblüffte mich auch. Die anderen schauten mir gespannt über die Schulter. Nici fand als erstes die Sprache wieder: „Du darfst zu den Olympischen Spielen?“ „Jahhhhhhaaaaaaaaaaaaaaaaa!!!!!!!!!!“, jubelte Kim. Viki fing an hämisch zu grinsen. Wieso? Findet sie Chaz vielleicht auch gut? Deswegen grinst sie bestimmt. Das könnte Zickenkrieg geben. (Sry Kim... xD) Darauf hab ich keinen Bock.

 

[Aus Svenjas Sicht]

 

Na toll, was machen wir denn jetzt??? Wo war Olympia noch mal? Bin ich vergesslich ey… Ach ja, L.A.… Mhm....das wird cool, hoffentlich dürfen wir mit. Sollten wir mal besprechen. „Leute, chillt euch mal und lasst uns besprechen, wie wir das machen!“, fuhr ich den lauten Haufen an. Schon waren alle leise und setzten sich dahin, wo grad Platz war. „Was gibt’s?“, wollte Kim wissen. „Wie ihr bestimmt gelesen habt“, fing ich an, „finden die Olympischen Spiele in L.A. statt. Da Kim da ja hin muss, dachte ich mir, damit wir zuschauen können, dass wir uns in L.A. ein Haus mieten oder jeder eine Wohnung oder so. Was haltet ihr davon?“

Stille.

Wenn ich was nicht mag, dann ist es Stille. Alle schauten mich an, wie Autos die nicht wussten, wohin sie sollten. Plötzlich meinte Chaz: „Ich hab ne viiieeeeeel bessere Idee. Warum ziehen wir nicht in unser altes Bandhaus? Das Problem ist nur, dass wir nicht alle hinein passen…“ „Also, ich und Lisa würden wohl hier bleiben“, meinte Nici. „Ok, dann könnte das passen, aber jeder muss sich mit einem hier ein Zimmer teilen. Falls euch das nichts ausmacht“, erklärte Joe. „Nö, müssen wir hier doch auch schon!“, erklärte Viki zurück. „Tja, dann fragt sich nur noch, wer mit wem in ein Zimmer kommt! Aber da das unsere Zimmer sind, dürfen wir entscheiden“, sagte Brad. „Ok, dann nehm ich Viki“, fing Chaz an. „Und ich Steffi“, entschied Joe. „Ich will Dani“, meinte Brad. „Und ich, ich möchte Susi“, grinste Rob. „Jaa.... dann nehm ich mal Svenja“, bestimmte Mike. „Toll, dass ihr das ohne mich entscheidet“, meinte Phi beleidigt. „Ach, Phi…“, lachte Chaz, „Du warst halt nicht schnell genug!“ „Wann geht’s denn los?“, mischte sich Steffi ein. „In ‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘ner Woche!“, entschied Brad.

 

~ne Woche später~

 

Jetzt standen wir am Flughafen und warteten auf unseren Flieger. Die Jungs vertrieben sich die Zeit, indem sie auf arme nichts ahnende Leute Müll warfen. Na ja, wenn se Spaß dran haben… Die Leute da unten, checken ja eh nichts.

Endlich konnten wir in den Flieger steigen und die armen nichts ahnenden Leute hatten endlich ihre Ruhe. Kim war schon voll aus’m Häuschen, obwohl wir noch nicht mal abgehoben waren. Die hatte vielleicht Störungen… Wenigstens kam sie in ein Hotel und wir müssen sie nicht die ganze Zeit ertragen, was Viki sichtlich freute. Die haben echt Probleme. Ich finds Schade, dass Nici und Lisa nicht mitgekommen sind, aber einer muss ja aufs Haus aufpassen, wenn wir weg sind. Da wir mitten in der Nacht flogen, versuchte ich den Schlaf, der mir fehlte nachzuholen und lehnte mich mit dem Kopf an Mikes Schulter, der neben mir saß und gespannt aus’m Fenster schaute. Schnell schlief ich ein, dass letzte was ich hörte, war, wie Kim und Viki stritten wie Hund und Katz.

 

[Aus Mikes Sicht]

 

Mhm..... Irgendwie will ich hier nicht weg, wer weiß, wann wir wiederkommen… Das letzte mal wo ich das gedacht habe, war es doch auch so. Da sind wir auch nicht so schnell wiedergekommen. Außerdem weiß ich, dass ich in Amerika Anna begegnen kann. Diese Schlampe. (Die restlichen Gedanken über Anna werden aus Sicherheitsgründen nicht gesagt…xD) Da merkte ich, wie sich jemand an meiner Schulter anlehnte. Ich sah, dass es Svenja war. Mich störte es nicht, aber ich wunderte mich, dass sie bei dem Lärm, den Kim und Viki beim streiten erzeugten, überhaupt schlafen kann. Nachdem Chaz und Phi die beiden Streithähne auseinander gezogen hatten, konnte auch ich ne runde pennen. Somit legte ich meinen Kopf auf den von Svenja und schlief tief und fest.

 

Zwischendurch wachte ich immer wieder auf, da Viki und Kim sich immer wieder anfingen zu streiten. Irgendwann kam Chaz zu mir und weckte mich. Svenja war schon längst wach. Bei dem Lärm den die beiden Streithähne produzierten war das auch kein Wunder. Schon fing das Symbol „Anschnallen“ an zu leuchten und ich wusste, dass wir jetzt gleich endlich landen würden. Joe quengelte die ganze Zeit über, dass er Hunger hat. Dem hat wahrscheinlich das Bordessen nicht gereicht. Der ist echt zu verfressen. Die Landung ist auch nicht gerade unholperig. Als wir rausgehen, lassen wir Kim vorne gehen und Viki musste hinten bei Steffi und Svenja gehen, sonst hätten sich die beiden noch weiter gekloppt. Gut, dass Kim in ein Hotel kommt. Bestimmt hätten wir sonst nie unsere Ruhe.

Ich hasse es, auf Gepäck zu warten, vor allem weil ich mal wieder der Letzte war. Endlich kam auch mein Koffer an und wir konnten weiter. Draußen angekommen mussten wir uns erst mal alle Taxis suchen, damit wir auch zum Haus kommen. Wir hatten abgemacht, das auf jeden Fall einer der Jungs mitfahren muss. Die Mädels kennen die Adresse ja nicht. Jetzt, hier, an Ort und Stelle, wurden wir auch Kim los, die von dem Hotel, wo sie wohnen wird, abgeholt wurde. Alle bis auf Viki verabschiedeten sich von Kim. War ja auch nicht anders zu erwarten gewesen. Nachdem wir alle ein Taxi hatten, ging es los in Richtung von unserem Haus. Irgendwie hab ich das richtig vermisst, aber eigentlich fühlte ich mich bei den Mädels auch sehr wohl, vor allem seit Svenja wieder netter zu mir. Ich hoffe ja, dass mal jemand bei uns im Haus war und dort sauber gemacht hat. Da Chester und ich ja als erstes weg waren, kann ich ja nicht wissen, ob sich die anderen darum gekümmert haben. Wenn nicht, dann dreh ich denen den Hals um. Als wir beiden da weggefahren sind, sah es aus, als ob da eine Bombe eingeschlagen hat. Das volle Chaos. Ok, der Dachboden der Mädels war dagegen echt harmlos. Was ich auch hoffe, ist, dass die alles in meinem Zimmer heile gelassen haben. Wenn nicht, dann blamier ich mich ja total vor Svenja. Genau das möchte ich nicht.

 

Und im Wohnzimmer die Verbindungstür sollten die auch rausmachen, aber da bin ich mir sicher, dass sie es nicht gemacht haben. Na toll, dann dürfen wir das mal wieder machen. Ich glaub nicht, dass die Mädels das so toll finden werden. Die 15 Minuten fahr verbrachte ich damit, darüber nachzudenken, was die anderen schon gemacht haben könnten und was noch nicht. Wobei mir bei letzterem eindeutig mehr einfiel als beim ersten. Wahrscheinlich haben se es noch nicht mal geschafft zu lüften und zu spülen. Im Moment trau ich denen echt alles zu. Von außen sieht jetzt alles noch in Ordnung aus. Schnell bezahlten wir und holten uns unsere Koffer. Als wir reingingen, merkte ich, dass ich in fast allen Punkten mit meinen Gedanken Recht hatte. Nichts wurde abgespült, die Verbindungstür ist auch noch da und man roch sofort, dass so gut wie nie gelüftet wurde. Die Mädels fingen erst mal an sämtlich Fenster und Türen aufzureißen, was Rob nicht so gut gefiel, da er sich ne Erkältung eingefangen hatte. Ich fragte erst mal Joe, wieso die hier nie gelüftet haben und wieso fast gar nichts getan wurde. Simple Frage, simple Antwort : „Ach, weißt“, meinte er, „wir sind halt nun mal stinkend faul. So was ist von uns viel zu viel verlangt.“ Ich zog nur die Augenbrauen hoch und guckte ihn schief an. Das war ja jetzt wohl nicht sein ernst. Die haben bestimmt nur noch gefressen, gedaddelt und gepennt. Aufräumen kennen die wohl nicht… Erst mal die Mädels suchen, die müssen erst mal wissen, in welches Zimmer die müssen. Ich freu mich schon richtig darauf, wieder in meinem eigenen Bett zu schlafen, aber nicht auf das Aufräumen. Nachdem ich Svenja gezeigt hatte, wo das Zimmer ist, ließ ich mich auf meine Betthälfte plumpsen und sah gerade noch, wie sie wieder herausrauschte. Boah, ich hasse es, soweit zu fliegen. Das hält doch kein Schwein aus. Wie spät ist es eigentlich? WAS? Schon 0 Uhr? Mhm... Vielleicht sollte ich mal ne Runde schlafen… Ich hörte nur noch, wie Svenja wieder reinrauschte und sich auch hinlegte…

 

~Der nächste Morgen~

 

Langsam stand ich auf und sah, dass Svenja schon verschwunden war. Wie spät ist es jetzt? Oh mein Gott, es ist erst 10 Uhr. Na ja, schlafen kann ich jetzt auch nicht mehr. Dann halt aufstehen, muss ja wohl oder übel auch mal sein.

Schon bevor ich runterging hörte ich, wie sich Svenja und Chaz über irgendwas lautstark unterhielten… Leiser ging’s ja wohl nicht. Na toll, jetzt bin ich schon wieder der Letzte. „Ach Mike! Guten Morgen!“, begrüßte mich Chaz überfreundlich, „ Da du und Svenja die Letzten mit Aufstehen waren, habt ihr die ehrenvolle Aufgabe, die Verbindungstür rauszumachen und dabei auch noch die Fußleiste abzuschrauben.“ Tolle Begrüßung. Ich zeigte Chaz 'nen Vogel. „Nur weil wir etwas länger schlafen als ihr? Nur deswegen? Aber ich weiß ja, dass man mit dir jetzt darüber nicht verhandeln kann. Ich hab euer Gespräch wohl schon mitbekommen!“, brüllte ich ihn an. „Ey, schon gut Alder!“, versuchte Joe mich zu beruhigen, „Sei froh, dass du nicht mit Spülen musst!“ Schon hatte man Svenja und mich ins Wohnzimmer geschoben wo sie sich sofort den Schraubenzieher angelte. War klar, sie macht die Fußleiste und ich darf mich mit der Tür beschäftigen. Keiner sagte was. Die eigentliche Tür hatte ich schon rausoperiert, jetzt musste ich noch den Rahmen wegmachen. Vorsichtig lehnte ich die Tür an eine Wand, wo Svenja die Leiste schon los hatte. Ich hoffe ja mal, dass das Dingen nicht umkippt. Falsch gedacht… Natürlich kippt das doofe Dingen um. Das Glas, was in der Tür war, geht natürlich kaputt und Svenja voll an zu lachen. Nun steh ich wie ein Trottel da. Durch das Lachen kamen natürlich auch die anderen und die hatten auch nichts Besseres vor, als zu lachen. Danke, danke… Aus Spaß verbeugte ich mich vor allen und grinste. „Überlasst das lieber uns“, lachte Viki, „Ihr könnt das nicht!“ Schon war ich abgedampft und ich merkte, dass auch Svenja wegging. Ich latschte erst einmal nach oben um zu duschen, wohin sie ging, weiß ich nicht.

 

[Aus Svenjas Sicht]

 

Boah, endlich darf ich aufhören. Da einigermaßen schönes Wetter war, legte ich mich einfach im Garten auf den Rasen, der mal wieder gemäht werden könnte. Nach einiger Zeit kam Dani raus und meinte, dass sie ne Runde spazieren gehen würden und dass ich mitgehen könnte, aber ich lehnte dankend ab. Ich lag hier ja ganz gut. Kurze Zeit später war ich eingedöst. Ich wachte auf, als sich jemand neben mir auf den Rasen legte, ich merkte auch, dass dieser jemand mich ziemlich genau musterte. Wegen dem mustern schloss ich sofort auf Mike. Wie sich herausstellte lag ich sogar richtig. Müde fragte ich ihn: „Bin ich so interessant?“ „Ja, sehr sogar!“, antwortete er ernst.

Schlechter Scherz dachte ich. Das meint der eh nicht so, wie er's sagt. Und warum ist er nicht mit den anderen weg? „Weißt du, Svenja“, fing er an. „Mhm…“, murmelte ich, „Was gibt’s?“ „Ach vergiss es!“, meinte er. „Nein!“, sagte ich bestimmt, „Erzähl einfach, ich reiß dir schon nicht den Kopf ab!“ „Ok, aber auf deine Verantwortung!“ Ich nickte nur und wartete gespannt auf das, was Mike mir jetzt erzählen würde.

 

[Aus Mikes Sicht]

 

Was passiert jetzt wohl? Was ist wenn sie mich danach absolut nicht mehr mag? Somit fing ich an zu reden: „Also, ich weiß ja nicht, ob dir das schon aufgefallen ist, aber…na ja… ich mag dich eigentlich mehr als nur freundschaftlich.“ Ui, dass musste sie jetzt erst mal verdauen. Ich sah, wie sie langsam nickte. Minutenlang sagte keiner ein Wort, bis ich meinte: „Es fängt bestimmt gleich an zu regnen, ich geh rein!“ Grade wollte ich reingehen, da rief sie mir hinterher: „Mike, warte…!“ Somit ging ich noch mal zurück zu ihr und ließ mich abermals ins Gras fallen. „Du hast irgendwie nicht alles gesagt, was du sagen wolltest!“, meinte sie zu mir. „Mhm… Du hast recht, eigentlich wollte ich dich noch was fragen, aber das lass ich lieber!“ „Wenn du meinst!“, sagte sie kühl. Shit, jetzt hab ich's mir erst recht vermasselt. Jetzt weiß sie’s und…und… ich lieg jetzt hier wie ein Depp. Nach ihrem letzten Satz ist sie nämlich sehr schnell rein gegangen. Immer verhau ich mir alles. Ich bin so ein Idiot. Scheiße, jetzt fängt es auch noch an zu regnen. Aber wirklich registrieren tat ich das nicht. Ich war so in meinen Gedanken, dass ich das erst merkte, als Chaz raus kam und mir leicht auf die Schulter tippte. „Was ist los?“ „Mhm… unwichtig!“ „Nein, es kann nicht unwichtig sein, sonst würdest du hier nicht im Regen sitzen. Hast du es Svenja gesagt?“ Ich nickte nur. „Mhm…“, machte Chaz, „Soll ich mal mit ihr reden?“ „Tu was du nicht lassen kannst, ich geh mir jetzt auf jeden Fall mal was Trockenes anziehen!“ Schon ging ich rein und rannte schnell die Treppe rauf. Puh, Glück gehabt, Svenja ist nicht da.

 

[Aus Chesters Sicht]

 

Eigentlich dachte ich immer, dass Svenja Mike mag. Entweder das stimmt nicht oder sie war nicht in Stimmung oder Mike hatte sich falsch ausgedrückt.

 

Was ich aber nicht denke. Warum sollte sie Mike ne Abfuhr erteilen? Ich war mir doch ganz sicher, dass sie Mike ziemlich gern hat. Oder hat sie vielleicht Angst, dass wir auf einmal wieder verschwinden? Das Problem war ja in diesem Fall, dass wir nicht sooooo schnell hier weg können. Schließlich wohnen wir hier und die Mädels sind hier nur Gäste. Na toll, jetzt finde ich Svenja noch nicht mal. Im ganzen Haus hab ich gesucht. Da wird Mike aber enttäuscht sein. Als ich Susi sah, fragte ich sie erst einmal, ob sie Svenja gesehen hatte, meinte sie nur, dass Svenja ne Runde spazieren gegangen wär und nicht gesagt hat, wann sie wiederkommt und auch nicht, wo genau. Was fürn Mist.

 

[Aus Svenjas Sicht]

 

Scheiße, was war das? Eigentlich mag ich Mike ja auch ziemlich gern, aber irgendwas in mir, blockte dieses Gefühl grade. Nachdem ich mit Mike geredet hatte, war ich ganz schnell in den Park geflüchtet. Nun saß ich auf einer Bank und sah mir die Umgebung an. Hinter mir stand ein riesiger Klotz. Das war also das Hotel, wo Kim untergebracht ist. Es kann ja nicht schaden, wenn ich sie einfach mal besuchen gehe. Schnellen Schrittes lief ich zu dem Klotz und an der Rezeption fragte ich nach Kim und ich bekam die Zimmernummer gesagt. 999…Toll, natürlich ganz oben. Da die Aufzüge besetzt waren, musste ich wohl oder übel laufen. Und das bis nach ganz oben, dass halt ich doch nie durch. Ich lief und lief und lief, auf der letzten Treppe machte ich erst mal eine Verschnaufpause und nach dieser ging ich auch den Rest der Treppe hoch. Runter fahr ich lieber mit einem Aufzug. Ganz oben angekommen durfte ich erst mal Zimmer Nummer 999 suchen. Ich ging den ganzen Gang entlang, und da, ganz am Ende war Nummer 999. Zaghaft klopfte ich an der Tür und Kim fragte von drinnen: „Wer oder was?“ „Ich bin’s! Svenja!“ „Warte, ich mach eben die Tür auf.“ Schon hatte Kim die Tür aufgemacht und musterte mich. „Was ist los?“, fragte sie mich. „Lass mich bitte erst rein. Danke.“

Der nächst beste Sessel war das Ziel von mir. Dort ließ ich mich nieder und Kim setze sich mir gegenüber. „Schieß los, was gibt’s?“, fragte sie neugierig. Ich erzählte ihr alles, wie ich auf’m Rasen lag, wie Mike kam, was er sagte und natürlich, dass ich dann weggegangen bin. Sie schüttelte nur den Kopf und meinte: „Typisch Svenja!“ „Du bist doch auch nicht besser!“, schimpfte ich. Sie grinste und hatte mal wieder ne Frage: „Was machen wir jetzt? Mir ist tierisch fad.“ Mit zuckenden Schultern stand ich auf und inspiziert ihr Zimmer. Ordnung herrschte hier echt nicht. Bücher stapelten sich, überall lagen alte, getragene Klamotten rum und kreuz und quer durchs Zimmer waren Zeichnungen verstreut. „Tolle Ordnung!“, feixte ich. „Jaja, ich weiß schon, ich müsste mal wieder aufräumen!“ „Ok, dann weiß ich jetzt, was wir machen!“, grinste ich sie an. Leider hatte ich einen wahnsinnigen Aufräumtick, aber nur wenn es nicht gerade mein Zimmer ist. Mir war ganz egal, wie viel Sorgen sich die Anderen machten. Auf einmal hörte ich ein Handy klingeln. Meins konnte es nicht sein, ich hatte einen anderen Klingelton. „AHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHH!!!SUCH MAL MEIN HANDY!“, schrie Kim. „Schon gut, schon gut…“ Das Geräusch kam eindeutig vom Bett, wo wir alle Klamotten drauf gestapelt hatten. Scheiße, dachte ich, bis wir das Handy dadrunter weghaben, hat’s schon längst aufgehört zu klingeln. Wie ich befürchtet hatte, hörte es wirklich auf zu klingeln als wir es hatten. Kim schaute schnell nach, wer es war. „Hey, komm mal her!“, rief sie mir rüber, da ich schon wieder am aufräumen war. Sie hielt mir ihr Handy entgegen. Eigentlich wollte ich ja nicht gucken wer's war, aber meine Neugier siegte, wie so oft schon, mal wieder. Hätte ich bloß nicht gelesen… Was ich las, ließ bei mir alles von vorhin hochkommen. Alle Gedanken und Gefühle. Kim riss mich aus meinen Gedanken; „Warte, ich ruf zurück, aber wenn er nach dir fragt, sag ich, du hast dich nicht gemeldet.“ „Nein, sag ihm ich bin hier und sie können ruhig vorbeikommen, aber bitte erst später, wir müssen noch aufräumen!“ Sie nickte und wartete darauf, dass Mike dran ging.

 

K: Hi Mike!

M:………

K: Was wolltest du von mir?

M:………………………

K: Mhm. Ja, die ist bei mir.

M: …………

K: Nein, nicht jetzt. Kommt so in ‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘ner halben Stunde, wir müssen noch aufräumen.

M:………………

K: Ja, ok. Tschüssi.

 

Mir war klar, worüber die Beiden geredet haben. „Los, lass uns weitermachen!“, meinte Kim als ihr Handy wieder klingelte. Grinsend hielt ich es ihr hin.

 

K: Was denn noch?

M:…………

K: Ach ja, hatte ich ganz vergessen… Zimmer Nummer 999. Ganz oben.

M:……

K: Noch ein Tipp: Wenn die Aufzüge besetzt sind, dann nehmt die Treppen, auf die Aufzüge muss man sehr lange warten.

M:………

K: Cucu. Man sieht sich.

 

Die halbe Stunde verging wie im Flug. Noch standen sie nicht vor der Tür, hatten wohl vergessen einzuplanen, dass die Aufzüge besetzt sein könnten. Wir mussten noch eine Viertelstunde warten, als es endlich an der Tür klopfte. Ich raffte mich auf und ging hin. Einmal kurz durch den Spion schauen sagte mir, dass nur Mike und Chester da waren. Entweder warteten die Anderen tatsächlich auf einen Aufzug oder sie sind nicht mitgekommen. Ich atmete einmal tief durch und öffnete die Tür. „Hey, kommt rein!“ Gesagt, getan. Schon waren die Beiden drinnen und kloppten sich um den Sessel wo ich vorher saß. „Ähm, ich will ja nix sagen, aber da saß ich vorher.“ „Na und?“, fauchte Mike. In dem Moment wo er redete, konzentrierte er sich nicht mehr auf Chaz und den Sessel und schon saß Chaz drauf. Seufzend ließ Mike sich auf den Boden fallen. Stehen wollte ich auch nicht, somit saß ich mich auf den Schreibtisch. „Kommen die anderen noch?“, wollte Kim wissen. „Eigentlich wohl, aber es kann sich nur noch um Jahre handeln. Die stehen vor den Aufzügen und warten“, grinste Chaz. Wir fingen alle an zu lachen und ich fiel sogar vom Schreibtisch. Voll auf den harten Boden, dachte ich zumindest. Netterweise lag Mike genau vor dem Schreibtisch und ich plumpste auf ihn. Er erschrak sich wohl zu Tode, was bei mir nur noch einen stärkeren Lachanfall zur Wirkung hatte. „Dafür musst du büßen“, grinste er fies. Kurz bevor aufstand und irgendwas holte, meinte Kim, dass sie und Chaz mal nach den anderen sehen würden. Nein, die können mich doch nicht mit dem alleine lassen.

Mike suchte nach irgendwas, fand aber anscheinend nichts und seufzte dann: „Hättet ihr nicht besser aufräumen können?“ „Nee“, grinste ich, „Dann hätt ich ja jetzt ein Problem.“ Da hörten wir, wie die Tür aufgeschlossen wurde und der Rest der Truppe reinkam. Glück für mich. „Was machen wir jetzt noch?“, wollte Dani wissen. Allgemeines Schulterzucken war die Antwort. Jeder hatte irgendwie was für sich zu tun. Na toll, nichts zu tun. Langweilen kann ich mich auch zu Hause. „Los Mädels“, schlug Viki vor, „Lasst uns mal feiern gehen.“ „Jaaaaaaaaaaaaahaaaaaaaaaa“, kam es von uns Mädels begeistert zurück. Schon waren wir weg. Nur Kim war im Zimmer geblieben. Spielverderberin! Aber wir können auch ohne sie feiern. Wir gingen zum nächst besten Club und sahen, dass die Jungs das gleiche Ziel hatten. Ok, wir mussten ja nicht mit denen feiern. Das Problem war nur, dass sie uns schon gesehen hatten und Phi grinsend auf uns zu kam und meinte: „Ah, wir hatten wohl das gleiche Ziel. Lasst uns zusammen feiern.“ Schon hatte jeder ein alkoholisches Getränk und feiert ausgelassen. Ich befürchtete das wir für den Rückweg 5 Stunden brauchen werden.

 

~Nächster Tag so um 15.00 Uhr~

 

„AAAAAAHHHHHHHHHHHHHHH!“ Mal wieder wurde ich durch einen Schrei wach. Welcher Sack wagt es, mich aus den Federn zu schmeißen. Ui, ich lieg ja auf der Couch. Was für’n Beschiss. Ach ging ja auch wohl. Als ich aufstehen wollte, merkte ich das mein Schädel brummte wie sonst was. Na toll, dann darf ich gleich erst mal Aspirin suchen. Aber erst mal suchte ich nach dem Ursprung von dem Schrei. Im Badezimmer sah ich wie Viki geschockt vorm Spiegel stand. An ihrem Hals sah ich einen fetten Knutschfleck. Haha. Das sah echt zu lustig aus. „Weißt du wer das war?“, fragte sie mich. „Nee, ich war genauso dicht wie du auch.“ „Mhm“, grummelte sie und verschwand. Ich inspizierte erst mal mich und durfte feststellen, dass es mich nicht erwischt hatte. Dann ging ich auch nach unten in die Küche und sah, wie Viki tobte wie ein Drache. „Sie weiß jetzt, wer es war“, lachte Steffi. Ich zeigte vorsichtig zu Chaz und Steffi nickte. Da fing auch ich an zu grinsen und angelte mir die Aspirinpackung ausm Schrank. Das wird ja hoffentlich helfen. „Leute, warum hab ich eigentlich auf’m Sofa gepennt?“ War ja mal interessant zu hören. Phi fing gleich an alles zu erzählen, auch das, was ich nicht wissen wollte: „Nach dem wir den Club um 2.00 Uhr verlassen hatte, torkelten alle ziemlich gut rum und Viki wurde von Chaz getragen und du hast dich immer wieder mit Mike gezofft und alle anderen hatten auch ihren Spaß und… Tja… dann hat Mike dich nachher auf die Couch verfrachtet, eigentlich wollte er da auch schlafen, aber wir haben ihn dann in sein Zimmer gebracht.“

Ich hätte echt nicht gedacht, dass ich so dicht war. So kann man sich irren… Aber so konnte es doch echt nicht gewesen sein… Ich runzelte die Stirn und fragte Phi, ob er nicht Halluzinationen hat. Er meinte natürlich nicht. Und Chaz, Viki, Steffi, Dani, Brad und Susi, die auch schon wach waren und auch anwesend, stimmten Phi zu. Na toll… Das musste ich erst mal verdauen und wollte nach oben gehen. Problem: Mike war noch am schlafen. Ach, egal, muss er halt mal leiden. (als ob er das net schon genug müsste^^) Scheiß doch drauf. Verdauung geht vor. Ich musste ja nicht allzu laut sein. Als ich vor der Zimmertür stand, hörte ich Mike schnarchen, als ob er grade sämtliche Wälder in Skandinavien fällen will. Grausam. Das ist eindeutig akustische Vergewaltigung. Ich schlich mich rein, obwohl das eigentlich gar nicht nötig gewesen wäre, da er ja so laut schnarchte. Was ich ja schon immer komisch fand, war, dass Schnarcher  von ihrem eigenen schnarchen nicht wach werden. Seufzend ließ ich mich auf den Schreibtischstuhl sinken. So saß ich da nun und dachte über den gestrigen Abend nach. Dumm war nur, dass ich nicht genau wusste, was überhaupt alles passiert war. Aus meinen Gedanken wurde ich geholt, als jemand „Morgen“ grummelte.

 

[Aus Mikes Sicht]

 

Ich wachte mit einem totalen Brummschädel auf und schwor mir, nie wieder so viel Alkohol zu trinken. Auf die Uhr wollte ich erst gar nicht schauen. Es war bestimmt schon irgendwann am Nachmittag. Ich sah mich um und entdeckte Svenja am Schreibtisch sitzen.

Eigentlich wollte ich ja ganz freundlich „Morgen“ sagen, aber dabei kam nur grummeliges „morgen“ bei raus. Tja… kann man nix machen. Sie schaute mich daraufhin an, also ob ich ein Marsmensch wäre. Ich starrte sie genauso an und wollte dann wissen, ob sie weiß, wo die Aspirinpackung ist. Bei diesen Chaoten her im Haus, würde ich mich nicht wundern, wenn keiner die wieder finden würde. Svenja verzog keine Miene und reichte mir erst meine Wasserflasche, die auf’m Schreibtisch stand, und dann stand sie auf, kramte ein wenig in ihren Millionen Hosentaschen und schmiss mir dann die Aspirinpackung zu. Was war mit ihr los? Irgendwas wegen gestern? Ich war so besoffen, dass ich nichts mehr weiß. Schnell bedankte ich mich noch bei Svenja und raste dann nach unten um mir alles haarklein schildern zu lassen. Als ich fragte, seufzte Phi und begann mir alles zu erklären. Was ich hörte schockte mich und auch einmal wusste ich, wieso Svenja so unfreundlich zu mir war. Ich wollte grade zu ihr gehen und mich für mein Verhalten entschuldigen, also ich hörte, wie die Tür ins Schloss fiel. Hoffen wir einfach mal, dass es nicht Svenja war, die sich da aus’m Staub gemacht hat. Oben angekommen wurde aus meiner Befürchtung Wahrheit. Was mir erst beim zweiten Hinsehen auffiel das einiges fehlte, zum Beispiel ihr Portmonnai (scheiß Wort^^), ihre Wasserflasche, ihr kompletter Essensvorrat und auch einige Klamotten. Nur ihr Handy lag ausgeschaltet auf dem Bett. Geschockt ging ich zu Chaz Zimmer und klopfte an, in der Hoffnung, dass jemand da war. Schon sah ich, wie er durch seinen selbst gebastelten Spion lugte und mich auch prompt reinließ. „Was gibt’s? Du siehst ziemlich besorgt aus“, fing er sofort an. Ich ließ mich auf sein Bett plumpsen, dass bestimmt bald einkracht und erzählte Chaz von Svenjas Verschwinden. Als ich fertig war, sah er bestimmt genauso geschockt aus wie ich.

„Wir müssen sie finden!“, sagte Chaz bestimmt, ging nach unten, erklärte den anderen die Lage und sagte ihnen, dass sie ihre Sachen packen sollen und in einer halben Stunde bereit zum Wandern, in der Küche stehen sollen. Schnell ging ich ins Zimmer herüber und packte, eher gesagt: Ich schmiss alles was ich fand, in meinen Rucksack. Als endlich alle unten waren, was länger als eine halbe Stunde dauerte, erklärte Chaz noch, wer wo sucht. Er und ich würden nach Phoenix fahren, warum war mir noch unklar. Brad, Dani und Phi würden nach San Francisco gehen und der Rest würde hier in L.A. sein Glück versuchen. Aber bei uns fing schon alles sehr chaotisch an, erst wussten wir nicht, ob wir Auto oder Bahn fahren sollten, dann waren wir die letzten und dann hätten wir fast den Zug verpasst, den wir nehmen wollten. In letzter Minute aber erwischten wir ihn doch noch. Da hatten wir echt Glück gehabt. Aber wenn sie wirklich in Phoenix ist, dann wäre sie jetzt schon längst weg. Wahrscheinlich hat sie nämlich dann den Zug vor einer Stunde genommen. Wir saßen noch fast bis Mitternacht im Zug und beschlossen, in Phoenix angekommen, uns zu trennen und morgen Mittag hier, am Bahnhof, wieder zu treffen. Möglichst natürlich mit Svenja!

 

[Aus Svenjas Sicht]

 

Wegzugehen wird erstmal das Beste sein. Hier in Phoenix werden sie mich bestimmt nicht suchen, außer Chaz weiß noch, dass ich ihm mal gesagt hab, dass ich hier mal hinwollte. Mhm… Sich jetzt schlafen zu legen wäre zu gefährlich. Denn wenn sie doch hier nach mir suchen, fänden sie mich im Schlaf garantiert. Wenn’s nicht alle sind, sondern nur zwei oder drei, dann kann ich ja immer noch wegrennen, falls sie versuchen, mich wieder nach Hause zu schleppen. Ich ging gerade durch den Stadtpark als ich merkte, wie jemand auf einer Bank saß und in die andere Richtung schaute. Dieser jemand sah verdammt nach…

Mike aus und ich tauchte hinter der nächsten Hecke ab. Aber so wie es aussah, hatte Mike mich doch entdeckt und jetzt lief er zielstrebig auf die Hecke zu, hinter der ich mich kauerte. Gott, bitte lass ihn mich nicht sehen! Ich wollte noch weiter in die Hecke kriechen, als es plötzlich „Knack“ machte und ich auf einen herumliegenden Ast getreten war.

 

[Aus Mikes Sicht]

 

Mhm… Wo könnte sie hier bloß sein? Chaz wollte im Norden gucken und ich im Süden. Also ging ich erstmal in den Park. Vielleicht ist sie da ja. Ich ließ mich auf die nächstbeste Bank fallen und guckte mal hier, mal da. Da hörte ich, wie jemand in den Park kam. Ich schielte zum Eingang und sah Svenja. Das kann doch nicht, dachte ich und machte einmal die Augen zu und wieder auf. Weg war sie. Wenn sie das wirklich war, dann ist sie bestimmt hinter der erstbesten Hecke abgetaucht. Ich stand auf und ging zu der Hecke, als es aus dieser heraus „Knack“ machte. Da war ich mir sicher, dass sie da hinter ist und ich schrieb Chaz ne SMS. In der Hecke bewegte sich nichts mehr und Chaz kam nach 5 Minuten außer Atem auch endlich an.

 

[Aus Svenjas Sicht]

 

Scheiße, jetzt kommt wahrscheinlich auch noch Chaz oder so. Da kann ich mich noch so wehren, die bekommen mich eh mit. Eigentlich könnte ich mich ja jetzt auch stellen. Tut doch eh nichts mehr zur Sache.

 

[Aus Chesters Sicht]

 

Boah, war das Herumlaufen ätzend gewesen. Nach Mikes SMS bin ich auch sofort zum Park gegangen. Dort angekommen erblickte ich sofort Mike, der immer aufgeregt zwischen einer Hecke und dem Eingang hin- und herguckte. War Svenja etwa hinter der Hecke? Wenn ja, dann haben wir sie schon so gut wie. Bei Mike angekommen, flüsterte er mir ins Ohr, dass Svenja hinter der Hecke sein müsste. Fast gleichzeitig erklärte er mir den Plan, um Svenja einzufangen. Er hatte genau den gleichen wie ich. Wir wollten uns ein jeder an eine Seite der Hecke stellen und auf drei Drumherum sprinten und uns Svenja schnappen. Die Sache hatte nur einen Harken: Wie konnte man bis drei zählen ohne das Svenja es mitbekommt? Laut zählen geht ja eindeutig nicht und mit den Fingern Zählen, dafür war es schon zu Dunkel. Nach einigem Hin und Her einigten wir uns darauf, im Sekundentakt bis 3 zu zählen. Gleichzeitig stürmten wir los und schauten dann in Svenjas Gesicht. Diese schaute wie ein Auto(meine Spezialität oder so^^). Wenigstens war sie es. Das erkannte man auch im Dunkeln. Zur Sicherheit aber ließ Mike seinen Taschenlampenstrahl auf sie leuchten. Wir schleppten sie zum Bahnhof, mussten dann aber feststellen, dass bis 7 Uhr kein Zug mehr zurück nach L.A. fahren würde. Mike und ich unterhielten uns die ganze Zeit über prächtig, aber Svenja redete nicht mehr mit uns. Kann ich aber auch irgendwie verstehen. Ich wollte auch nicht mit jemanden reden, der mich von so einem Ort wegholen will, wo man immer schon hinwollte. Na ja, vielleicht können wir hier auch mal alle zusammen Urlaub machen. Wenn wir dann alle noch so zusammen sind würd mich nicht wundern, wenn bald alles zu Bruch geht. Um 6 Uhr machte der Kartenschalter auf und Mike stellte sich an. Das würde bestimmt noch ne Halbestunde dauern. Die ganze Zeit ohne Unterhaltung rumzusitzen ist echt scheiße. Mike brauchte dann zum Glück doch nur 10 Minuten warten und kam dann endlich mit den Fahrkarten zurück. Am Himmel zogen Wolken auf und es wurde ziemlich kühl. „Mir ist kalt!“, quengelte Svenja plötzlich und diesmal starrten wir sie an wie Autos. Sie hatte doch echt was gesagt. Leider hatte ich keine Jacke mit und konnte ihr somit auch nicht helfen. Mike aber hatte eine, zog sie aus und gab sie Svenja mit einem Lächeln. „Danke“, murmelte sie und kuschelte sich in die Jacke. Komische Sinneswandlung. Erst redet sich nicht mit uns und dann nimmt sie doch Mikes Jacke an. Tzzz…

 

~45 Minuten später~

 

Hihihi… Jetzt fror Mike, aber seine Jacke zurückfordern wollte er auch nicht. Tja, sein Pech.  Wenigstens saßen wir jetzt im Zug zurück nach L.A.. Die Heizung im Zug war auch kaputt. Während der elendig langen Fahrt quatschten wir ein bisschen über dieses und jenes, aber nicht über das, was passiert war. War bestimmt auch besser so. irgendwann schliefen Svenja und ich ein, wurden aber netterweise von Mike, kurz bevor wir im Bahnhof von L.A. waren, geweckt. Ohne Mike wären wir bestimmt auf’m Abstellgleis gelandet. Erst wussten wir nicht, ob laufen oder Taxi fahren besser wär. Weil wir nicht mehr so viel Geld hatten, entschlossen wir uns zu laufen. Der Rest wusste Bescheid und müsste schon zu Hause sein. Hören tat man nichts, als wir ankamen. Was wir da sahen übertraf all unsere Erwartungen. Sie hatten aufgeräumt und saßen friedlich auf’er Couch. Ist ja eigentlich nichts besonderes, aber wie sie da saßen. Susi bei Rob auf’m Schoß, Dani bei Brad, Steffi bei Joe und Viki saß alleine rum. Phi war wohl schon ins Bett gegangen.

 

[Aus Mikes Sicht]

 

Mann, haben die es alle gut. *seufz* Jetzt setzt sich Chaz auch noch bei Viki auf’n Schoß. Vielleicht sollten die Beiden mal Plätze tauschen. Svenja war schon nach oben gegangen und ich verzog mich erst mal aufs Klo, bevor ich auch nach oben ging. Als ich die Zimmertür aufmachte, sah ich, wie Svenja auf der Fensterbank saß und herausschaute. Eigentlich wollte ich mich ja entschuldigen, aber Svenja ging’s anscheinend nicht so gut. Aber gesehen hat sie mich. Gequält lächelte sie mir zu und ich lächelte zurück. Im bad hatte ich mir vorhin schon Zähne geputzt und mich gewaschen. Mit Klamotten legte ich mich ins Bett. Ich war zwar hundemüde, aber einschlafen konnte ich nicht. Erst als Svenja neben mir lag, schlief ich ein. Mitten in der Nacht aber wachte ich auf, weil’s im Zimmer Arschkalt wurde. Svenja stand am offenem Fenster uns schaute heraus(schon wieder^^). Leise stand ich auf und umarmte sie von hinten. Sie bekam einen riesen Schreck und drehte sich zu mir um. Jetzt oder nie, dachte ich mir und küsste sie.

Wehren tat sie sich nicht. Es schien ihr sogar eher zu gefallen! Aber warum hat sie mir dann vorgestern (war das vorgestern? Ich bin total durch’n wind^^) ne Abfuhr erteilt? Wir lösten uns voneinander und ich fragte sie, wieso sie mir vorgestern einen Korb gegeben hat und warum jetzt nicht. „Ich weiß nicht genau… Erst habt ihr euch ne Zeit lang nicht gemeldet und dann taucht ihr einfach so mal wieder auf und ich dachte, dass ihr wieder einfach so abhauen werdet. Als ich gestern abgehauen bin, da hätte ich nicht gedacht, dass ihr mich sucht und…“ Da brach sie ab und ließ sich an der Wand herunterrutschen. Ich setzte mich neben sie und küsste sie nochmal. Als sie eine Frage stellen wollte, wusste ich sofort welche, grinste sie an und meinte: „Ja!“ Da lächelte Svenja mich an und schlief an meiner Schulter gelehnt ein.

 

[Aus Svenjas Sicht]

 

Ui, tut mir mein Rücken weh. Mike ist schon weg. Typisch, echt ey. Na ja, geh ich halt nach unten. Dort fand ich nur Phi vor, der irgendwie ein bisschen bedröppelt aus der Wäsche schaute. „Was ist los?“ „Ach weißt du“, seufzte er, „Alle sind vergeben. Alle bis auf ich. Das ist so gemein.“ „Kim ist doch auch solo.“ „Ja, ich weiß. Aber ich bin der einzigste im Haus der Solo ist“, seufzte er weiter. Ich kochte uns erst mal Kaffee. Danach diskutierten wir weiter, über Vor- und Nachteile eines Singles. Schon komisch wie Phi so denkt. Aber einerseits kann ich ihn verstehen, andererseits nicht. Meinungsverschiedenheiten halt. Ganz normal.

Nachdem wir 15 Minuten diskutiert hatten kamen Viki und Chaz Hand in Hand rein, grinsten uns an, nahmen sich den restlichen Kaffee und verschwanden wieder. Na toll, jetzt haben wir keinen mehr. Wie immer erbarmte sich bestimmt keiner und fuhr einkaufen. Da öffnete sich die Küchentür nochmals und erst wurden ein paar Tüten hereingeschoben, dann kam Mike herein, auch ziemlich beladen. „Ich hab alles eingekauft, was wir nicht mehr hatten“, ächzte dieser, stellte den ganzen Kram ab, kam zu mir und gab mir einen Kuss. Phi seufzte nur und ich bekam einen Lachanfall. Auch Phi lachte anschließend noch mit. Mike guckte uns nur ganz doof an. Er wusste ja nicht, worüber wir uns gerade unterhalten hatten. Zur Krönung kamen Viki und Chaz nochmal rein und angelten sich auch noch Brot, küssten sich vor Phis Augen und waren dann wieder weg. Phi hörte auf zu lachen und seufzte mal wieder. Allmählich begriff auch Mike wieso Phi immer herumseufzte. Mittlerweile hatte ich aufgehört zu lachen und packte den ganzen Kram aus, den Mike mitgebracht hatte. Das war echt nicht wenig. Kein Wunder, bei dem was fehlte. Was Viki und Chaz wohl machen, bei dem was sie von hier mitgehen lassen haben… Phi verriet uns beim Auspacken des Krams sogar wer hier jetzt mit wem zusammen ist. Viki und Chaz wussten wir ja bereits, bei Susi und Rob hatte ich mir’s schon gedacht, aber Dani und Brad und Steffi und Joe kamen für mich eigentlich eher unerwartet. Vielleicht sollten wir Phi und Kim auch mal mit jemanden verkuppeln. Apropos Kim. Morgen ist sie ja bei Olympia dran und wir wollten doch zuschauen.

Kim weiß hoffentlich mehr. Ruf ich sie mal an. Müssen die Jungs halt alleine aufräumen.… Boah, findet Kim ihr Handy nicht oder wieso geht niemand dran? Nach 20-mal tuten hatte Kim ihr Handy wohl endlich gefunden und ging auch ran.

 

K: Hey Svenja! Was gibts?

I: Hi! Wegen morgen

K. Achso, wie ihr reinkommt?

I: Ja, genau das mein ich.

K: Ich hab die Tickets in euren Briefkasten geworfen.

I: mhm… Hat noch niemand geleert, aber egal. Hast du auch die für die nächsten Tage mit reingetan?

K: Ja, hab ich gemacht. Ich hab auch den Anfahrtsplan mit dabeigelegt.

I: Boah, danke. Wir wussten auch noch gar nicht wie wir hinfahren sollten.

K: Keine Ursache, aber ich hab 'nen Weg genommen, den bestimmt nicht viele nehmen werden.

I: Werden wir ja sehen… Es wird nach mir verlangt. Man sieht sich spätestens morgen.

K: Joa, tschüss.

I: Tschüssi.

 

„Phi, wo brennt's?“, fragte ich Phi, der irgendwas von mir wollte. „Du hast doch grad mit Kim telefoniert, oder?“, fragte Phi zurück. Ich nickte. „Hättest du sie nicht fragen können, ob sie die Karten schon vorbeigebracht hat oder so?“ „Phi, chill dich“, meinte ich, „Ich hatte sie ganz am Anfang gefragt und sie hat gesagt, dass sie die Karten und den Anfahrtsplan in unseren Briefkasten geworfen hat.“ Schon war Phi wie ein Irrer zum Briefkasten gerannt, machte ihn auf und… Er war leer. Phi guckte ganz blöd, bis plötzlich Mike mit dem Kram ankam und Phi eine Karte in die Hand drückte. Phi hüpfte wie wild herum und verschwand dann in sein Zimmer. Mike kam grinsend auf mich zu, drückte mir auch ne Karte in die Hand und fragte mich dann: „Was wollten wir machen? Alle anderen machen was.“ Ich zuckte nur mit den Schultern. Da nahm Mike meine Hand und zog mich nach draußen. OK, ne Runde spazieren war echt nicht schlecht, nur sah es für mich etwas nach Regen oder Gewitter aus. Wir würden a wohl nicht nass werden, oder? Wir gingen durch den Park und als wir grade auf der Straße zurück zum Haus waren, fing es an fürchterlich zu gewittern. Wie ja vielleicht schon bekannt ist, hab ich Angst vor Gewittern. So ca. 5 Schritte weiter war ein Bushaltestellenhäuschen, wo wir uns reinsetzten um nicht von einem Blitz getroffen zu werden. Mike kramte sein Handy raus und rief Chaz an.

 

C:………

M: Hi! Du, wir kommen erst nach dem Gewitter wieder.

C:………

M: Wir sitzen in ‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘nem Bushaltestellenhäuschen.

C:………

M: Keine Ahnung wie die heißt. Oder, warte ich guck.

C:………

M: Ok, die heißt Boulevard of brocken dream (gut geklaut^^). Wieso?

C:………

M: Jaja… Man sieht sich. Bye.

C:………

 

Mike legte auf und ich kuschelte mich an ihn. Es war mal wieder ziemlich kalt und reinregnen tat’s an einigen Stellen auch noch. Nach 5 Minuten kam ein Auto, was vor der Bushaltestelle hielt. Cooler Bus, dachte ich. Das Fenster von dem Wagen wurde runtergemacht und wir sahen einen grinsenden Chaz am Steuer sitzen. Wir stürmten los und setzten uns nach hinten. „Na, war’s gemütlich da?“, fragte er uns. „Nee“, antworteten wir im Chor. Während der kurzen Fahrt sagte keiner mehr was. Abends meinten die Jungs, sie müssten unbedingt Party machen, aber wir Mädels waren dagegen. Sonst kämen die morgen gar nicht mehr aus’m Bett.

 

~nach Olympia~

 

Kim hatte natürlich überall, wo sie mitgemacht hat, gewonnen. Und die Jungs holen heute endlich ihre Party nach. Aber am nächsten Morgen waren sie immer noch nicht da, wir warteten bis Mittags und versuchten immer wieder alle auf ihren Handy anzurufen. Vergebens, es ging niemand dran!

 

ENDE des ersten Teils(With you&hellip

 

 

Teil 2:

…Or without you?

[Noch immer aus Svenjas Sicht]

 

Scheiße, wo könnten die sein? Ich hatte eine Vermutung, wollte diese aber nicht aussprechen. Susi aber sprach genau das aus: „Was ist, wenn sie von einem Auto oder so überfahren worden sind?“ Ich hielt ihr meine Hand vor den Mund, als plötzlich die Tür aufging. Das kann nur einer der Jungs sein oder vielleicht sogar alle? Aber es kam „nur“ Phi rein. „Wo sind die anderen?“, fragte Dani. „Ich weiß es nicht“, seufzte Phi, „ich bin gestern Abend eher als die Anderen gegangen. Aber ich war auch schon komplett dicht. Hab Frustsaufen gemacht. Naja, dann hab ich mich auf’m Nachhauseweg verfranzt und hab dann auf ‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘ner Bank gepennt. Heute Morgen wusste ich dann nicht, wo ich bin und deswegen bin ich erst jetzt da. Sind die anderen noch nicht da?“ „Nein, und wir erreichen sie auch nicht auf ihren Handys“, antwortete Steffi. „Oh, Scheiße!“ Mehr fiel Phi dazu nicht ein. Eine Halbestunde später klingelte das Telefon, aber keiner traute sich dran zu gehen. Schließlich fasste Phi sich ein Herz und ging doch dran. Aber vorher stellte er den Lautsprecher an.

 

P: Ja?

A: Hallo, hier ist der Chefarzt vom Krankenhaus.

(Wir starrten uns alle ganz doof an.)

P: Was gibt’s?

C: Ich wollte sagen, dass sie die Herren Rob Bourdon, Brad Delson und Joesph Hahn hier abholen können. Die drei wurden heute früh eingeliefert und man sagte mir, dass wir hier anrufen sollten, damit sie abgeholt werden.

P: Ja, ist in Ordnung. Wir kommen dann gleich. Tschüss!

A: Tschüss!

 

Alle machten sich sofort fertig um die drei abzuholen, aber man sah ihnen auch an, dass sie wissen wollten, was mit Chaz und Mike ist. Vier von sechs haben wir dann ja schon mal, aber trotzdem, wenn Mike und Chaz nicht da sind, dann ist das echt scheiße. Wir wollten gerade zum Krankenhaus fahren, als das Telefon wieder klingelte. Phi ging nochmal dran. Netterweise stellte er auch den Lautsprecher an.

 

P: Ja?

K: Hallo, hier ist der 1. Kommissar der Polizei.

P: Was ist denn los?

K: Ich melde mich, weil die Herren David Farrell, Chester Bennington und Mike Shinoda als vermisst gelten.

P: Der erste bin ich. Sie können mich wieder von der Liste streichen.

K: Dazu müssen sie herkommen und ihren Personalausweis vorzeigen.

P: Ja. Ich komm dann nachher vorbei. Tschüss.

K. Tschüss.

 

Phi meinte, dass wir dann nachher noch bei der Polizei vorbeifahren müssen, er reingehen wird und wir im Auto warten sollten. Toll, jetzt sind Chaz und Mike auch noch als vermisst gemeldet. Erst mal gucken, was Joe, Rob und Brad sagen. Vielleicht wissen die ja wo die beiden sind. Oder haben sie noch gesehen. Während der Fahrt redete mal wieder niemand, denn alle waren in ihre eigenen Gedanken versunken. Vor dem Krankenhaus standen die drei schon und warteten auf uns. Steff und Susi stiegen aus dem Wagen und knutschten erst mal ihre Jungs ab. Aber Dani stieg nicht aus. Ich glaub, ihr hat das nicht gefallen, das Brad auf der Party war. Als alle eingestiegen waren, war das Auto bestimmt schon überladen. So tuckerten wir zur Polizei und Phi wurde von der Vermisstenliste gestrichen. Als wir beim Haus ankamen, kauerte eine Gestalte vor der Tür. Für ein Tier war es zu groß. Muss wohl ein Mensch sein.

Viki, die als erstes der Tür ankam, schrie auf, als sie sich die Gestalt näher betrachtet. OK, Chaz hatten wir also auch wieder gefunden. Jetzt fehlt nur noch Mike. Wir packten Chaz ins Auto und Phi und Viki fuhren mit ihm erst zum Krankenhaus und dann zur Polizei, um ihn auch von der Vermisstenliste streichen zu lassen. Ich ging währenddessen durch L.A. Eventuell finde ich Mike ja sogar. Ich nahm mir vor durch alle Gassen von L.A. zu gehen, egal ob da Ausländer wohnen oder nicht.

 

[Aus Mikes Sicht]

 

Ich wachte auf und wusste absolut nicht wo ich war. Das einzige was ich noch von gestern wusste, war das Chaz und ich uns darüber gestritten haben, in welche Richtung es nach Hause geht. Jetzt bin ich weiß weiß ich wo in einem Zimmer. Ich wollte die Tür aufmachen, aber diese war abgeschlossen. Auch das Fenster war abgeschlossen. Nach draußen gucken konnte ich aber. Draußen war ein Park. Ok, dann müsste ich in der Hütte im Park sein. Den, dem das hier gehörte kannte ich nicht. Woher auch? Da ging eine Katzenklappe, die ich vorher noch nicht bemerkt hatte auf, und ein Stück Brot und ein Glas Wasser wurden hereingeschoben. Ob ich das essen sollte? Wer weiß, was da reingetan wurde. Riechen tut es aber nicht schlecht. Durst und Hunger hab ich ja wohl. Ach, einfach nehmen, wer weiß, was ich heute wiederbekomme. Ich sah mich in dem Zimmer um und entdeckte ein Radio. Wenigstens etwas! Oh, es kommen gerade Nachrichten, mal hören. „Mike Shinoda von Linkin Park vermisst. – Mike Shinoda, der MC von Linkin Park wird seit gestern Abend vermisst. Er war auf einer Party und wurde seitdem nicht mehr gesehen. Wer seinen Aufenthaltsort weiß, melde sich bitte bei der Polizei von L.A.“, kam es aus dem Radio. Schnell machte ich es aus. Die armen zu Hause. Eigentlich hatte ich gestern ja mein Handy mit, aber das wurde mir anscheinend weggenommen, genauso wie mein Geld. Man, ich will hier weg. Nachdem ich länger Nachgedacht hatte, fiel mir ein, dass L.A. im Park gar keine Hütte hatte. Ich kannte nur einen Park, der so etwas hatte, der in Phoenix. Nach nochmaligen aus dem Fenster schauen war ich mir endgütig sicher, dass ich in Phoenix war. Hier finden mich die anderen nie im Leben. Aber ich wollte doch Svenja noch sehen. Ohne sie bin ich verloren. Ich klopfte gegen die Tür und schrie immer wieder nach Hilfe, aber eine Männerstimme kam zur Tür und sagte, ich solle gefälligst die Klappe halten, sonst gibt’s nichts mehr zu essen. Das wollte ich nicht riskieren und legte mich wieder aufs Bett. Schlafen konnte ich zwar nicht mehr, aber egal.

 

[Aus Svenjas Sicht]

 

Wenn ich mir überlege, dass ich Mike vielleicht nie wieder sehen werde, wird mir ganz schlecht. Mhm… Ich glaube, dass könnte helfen, dachte ich, als ich an einem Porzellangeschäft vorbei ging. Ich nahm mir was dem Geschäft mit, ging zu Hause in mein Zimmer und packte das gerade gekaufte Geschirr aus. Schon pappte ein Teil nach dem anderen an der Wand. Als ich fertig war, hatte ich ziemlich viele Scherben, aber geholfen hatte es immer noch nicht. Ich schnappte mir eine Scherbe, ließ sie in meine Hosentasche fallen und wartete darauf, das Chaz im Bad fertig war. So wie’s aussieht kann das noch etwas länger dauern. Da kam Susi mit dem Telefon angedackelt. „Hier, für dich“, flüsterte sie mir zu und drückte mir das Telefon in die Hand.

 

I: Ja?

S: Hey hier ist Sophia aus deiner alten Klasse.

I: Oh, hi! Wo brennt’s?

S: Ich wollte fragen, ob du mal vorbei kommen willst. Wir wohnen jetzt in Phoenix.

I. Ui… Könnt ich machen, aber dann müsste ich ne Nacht bei euch bleiben, denn das dauert 'nen halben Tag um von L.A. nach Phoenix zukommen.

S: Ja, ist in Ordnung. Kommst du dann so morgen Nachmittag?

I: Joa, kein Problem. Wie steht’s eigentlich mit Tobis Band?

S: Ach, die sind grad auf der Suche nach ‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘nem Produzenten, aber Tobi meinte, dass sie jetzt einen gefunden hätten.

I: Boah, cool. Grüß Tobi von mir, ja?

S: Ja, werd ich machen. Cu!

I: Bye bye.

 

Chaz war endlich fertig und ich wollte gerade reingehen, als ich Dani eine Etage höher rumbrüllen hörte. Boah, was hat die denn? Da sah ich wie Brad die Treppe runterraste und irgendwas von „Schlampe“ murmelte. Mhm… OK… Bestimmt ist Brad auf der Party fremdgegangen und jetzt hat Dani Schluss gemacht. Ich vergaß, was ich mit der Scherbe vorhatte, rannte nach oben, aber schmiss die Scherbe erst bei mir ins Zimmer. Oben sah ich, wie Dani auf ihrem Bett saß und nichts tat.

„Huhu!“, sagte ich und ließ mich neben sie fallen. „Hey! Was gibt’s?”, fragte sie mich. „Ich wollte nur wissen, was du mit Brad gemacht hast. Der lief hier grad rum wie ein Irrer.“ „Ach der“, sagte sie mit einem verachtenden Unterton in der Stimme. „Der ist auf der Party fremdgegangen und jetzt hab ich mich von ihm getrennt.“ OK, dann hatte ich wohl doch richtig gedacht. „Warum hast du ihm denn keine 2. Chance gegeben?“, fragte ich sie dann. „Ach, weißt du“, antwortete sie, „Irgendwie hab ich ihn auch nie richtig geliebt. Ich wollte nur mit ihm zusammen sein, weil ich sonst wahrscheinlich nie mit jemanden zusammengekommen wäre.“ Ich versuchte nett und freundlich zu klingen, als ich meinte: „Weißt du, wie sich Brad in dich verschossen hat? Der ist jetzt total niedergeschlagen.“ „Ach, ist doch egal. Ich bleib bei meiner Entscheidung.“ „Hört sich ja fast so an, als ob du schon jemanden neues im Visier hast“, grinste ich. „Nein“, antwortete sie sofort. Wer’s glaubt wird selig…Bestimmt hat sie’s jetzt auf Phi abgesehen. Wenn das men gut geht…

 

~nächster Tag~

 

Ich setzte mich frühmorgens in den Zug nach Phoenix. Heute war es etwas kälter und ich konnte endlich mal 'nen neuen Pullover anziehen. Die Zugfahrt ging diesmal ziemlich schnell vorbei und den Weg Richtung Park kannte ich auch schon. Nur im Park selber kannte ich mich nicht so gut aus, aber Chaz hatte mir, bevor ich gefahren bin, den Weg zu der Hütte erklärt. Jetzt stand ich endlich vor dieser besagten Hütte und klingelte.

 

[Aus Mikes Sicht]

 

Irgendwann ging die Zimmertür auf und ein Mann mit langem blondem Haar kam herein. Er stellte sich mir mit Tobi vor. Was der wohl von mir will, dass er mich einfach so einsperrt? Schon legte dieser Tobi los mit erzählen: „Also, ich und ein paar Kumpels haben ne Band und wir wollen, dass du unser Album produzierst. Widerrede gibt’s nicht, ja? Und du kommst hier erst raus, wenn unser Album fertig ist, verstanden?“ Ich nickte nur. Was sollte ich auch sonst machen? „Gut, dann geh ich wieder nach unten. Wir bekommen nämlich jetzt gleich Besuch!“ Kaum war er weg, da klingelte es an der Tür. Toll, und ich darf hier versauern oder was? Die Stimme von der Person an der Tür und die von Svenja hörten sich verdammt ähnlich an. Aber das kann sie nicht sein, woher sollte sie Tobi kennen?

 

[Aus Svenjas Sicht]

 

Als ich klingelte machte Sophia die Tür auf. „Hey!“, sagte sie. Sie war immer noch kleiner als ich, obwohl ich nicht allzu groß war. „Komm rein“, redete sie weiter. Da kam Tobi von oben die Treppe runter herunter und begrüßte mich mit einem „Hi, wie geht’s?“ „ Es geht so“, antwortete ich. War ja noch nicht mal gelogen. Einerseits war ich froh mal von den Chaoten zu Hause wegzukommen, andererseits aber fehlte mir Mike. Nicht nur mir sondern den Anderen auch. Hoffen wir mal, dass jemand ihn findet.

Als erstes wurden Kaffee und Kuchen aufgetischt und Tobi holte einen extra Tasse und einen extra Teller, goss in die Tasse Kaffee und packte auf den Teller ein Stück Kuchen. Damit ging er dann nach oben. Verwundert sah ich ihm nach. Sophia bemerkte meinen Blick und meinte zu mir, dass Tobi das seit gestern bei jeder Mahlzeit machen würde, als ob er jemanden verstecken würde. Mhm… Vielleicht versteckt er ja Mike da oben? Sollte ich heute Nacht mal testen, wenn das geht. Zum Glück ist das Bad oben, dann hab ich ne gute Ausrede, wenn Tobi Wache schiebt. Am besten wird sein, dann erst gar nicht daran zu denken. Nach dem Kuchen gingen Sophia und ich draußen eine Runde spazieren. Tobi meinte, dass er noch was wegen der Band erledigen müsse und deshalb nicht mitkann. Wer’s glaubt …. Pünktlich zum Abendessen kamen wir wieder und Tobi hatte tatsächlich schon gekocht. Wow… Bei uns kochen die Jungs nie. Auch nicht, wenn sie eigentlich damit dran wären. Tobi brachte jetzt nichts mehr nach oben. Nach dem Essen zeigte Tobi mir noch ein paar Songs. Danach spielten wir noch ziemlich lange Monopoly, dann gingen wir alle ins Bett. Die Couch war für mich bestimmt. Die Aktion mit dem Nach-Oben-Gehen hätte ich fast vergessen, aber wirklich nur fast. Somit schnappte ich mir einen Zettel und zwei Stifte, ging die Treppe hoch und stellte fest, dass niemand Wache schob. Da ich wusste, dass die Katzenklappe quietschte, steckte ich den Zettel zusammen mit dem Stift unter der Tür durch und wartete auf eine Antwort.

 

[Aus Mikes Sicht]

 

Abends legte ich hin, konnte aber wieder nicht einschlafen. Ich dachte immer daran, dass das an der Tür heute Nachmittag wirklich Svenja hätte sein können. Der Gedanke an sie machte mich kirre. Wo ist sie wohl gerade? Was macht sie? Wie geht es ihr? Da merkte ich, wie ein Zettel unter der Tür durchgeschoben wurde. Ich stand auf und sah einen Stift neben dem Zettel liegen. Auf dem Zettel stand: Hallo! Irgendwo her kannte ich die Schrift und ich schrieb zurück: Hallo! Wer da? Dann schob ich den Zettel zurück und wartete gespannt auf eine Antwort. Diese kam ein paar Sekunden später:

Wirst du eh nicht glauben^^. Ok, dann rate ich halt. Svenja vielleicht?, schrieb ich. Wieder verstrichen ein paar Sekunden dann kam die Antwort. Ja. Richtig. Bist du schon seit gestern hier?, stand da. Ich gab nur eine ganz kurze Antwort: Ja. Zurück kam: „Ich fahr heute nach Hause, dann sag ich den Anderen Bescheid und dann holen wir dich hier weg. Steck den Zettel gut weg. Tobi kommt.“ Am Ende wurde es immer schwerer zu lesen, aber ich tat  wie es mit gesagt wurde. Hätte ich mit dem Wegstecken noch etwas gewartet, dann hätte Tobi, der gerade reinkam, den Zettel gesehen und gewusst, dass ich wusste das Svenja da ist. Was will Tobi eigentlich?

 

[Aus Svenjas Sicht]

 

Scheiße, da kam Tobi. Schnell ging ich Richtung Klo weiter. Dem war anscheinend nichts aufgefallen. Ist auch gut so. Als ich auf’m Klo saß, hatte ich plötzlich eine Idee. Ich würde nicht nach Hause fahren, sondern zu Hause anrufen und sagen, dass ich weiß, wo Mike ist. Dann würden sie herkommen und wir würden die Polizei einschalten. Ich lobte mich selber für die Idee und ging wieder nach unten. Tobi sah ich unterwegs zum Glück nicht. Als ich dann auf der Couch lag, konnte ich nicht einschlafen, weil ich wusste, dass Mike auch hier ist, ich aber nicht bei ihm sein konnte.

Am nächsten Morgen stand ich ziemlich gerädert auf, frühstückte noch mit Sophia und Tobi und ging dann angeblich zum Bahnhof. Ich ging wirklich fast bis zum Bahnhof, dann nahm ich mein Handy aus meiner Tasche und rief zu Hause an. Chaz ging nach 5mal klingeln ran.

 

C: Chester Bennington am Apparat.

I: Hey Chaz. Hier ist Svenja.

C: Oh. Hi. Was gibt’s? Sag jetzt nicht, dass du weißt, wo Mike ist!

I: Ähm… Genau das wollte ich dir gerade sagen.

C: Laber nicht. Wir kommen sofort zusammen mit der Polizei.

I: Jaja, macht das men. Tschüss.

C: Wart mal. Wo müssen wir denn dann hin? Doch nicht zu der Hütte in Phoenix im Park, oder?

I: Doch. Genau dahin.

C: Ich will gar nicht wissen, wie du Mike gefunden hast….

I: Sag ich auch nicht. Wann kommt ihr denn?

C: Ich würd mal sagen, so in ‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘ner Stunde. Wir fliegen dann.

I: Ok, dann ist gut. Lass uns dann am Haupteingang des Parks treffen, ja?

C: Ja, gebongt. Bis nachher!

I: Ja, Cucu.

 

Schon hatten wir beide aufgelegt. Während der Stunde bummelte ich durch Phoenix. Die anderen waren schon da, als ich am Eingang des Parks ankam. Mhm… Moment, Brad ist nicht da. Ach, egal. Aber die hatten echt die Polizei mitgebracht. Uiui… Das kann was werden! Da kamen auch schon ein Polizist und Chaz zu mir und fragten mich, wo genau Mike in der Hütte war.

 

[Aus Mikes Sicht]

 

Morgens hörte ich, wie die Tür zufiel. Das war bestimmt Svenja. Jetzt ist es schon mittags und es klingelt mal wieder an der Tür. Ich hörte, wie Tobi die Tür aufmachte und sie wohl vor Schreck wieder zuschmiss. Dann klingelte es noch mal und wieder machte Tobi die Tür auf. Diesmal hörte ich eine Stimme die sagte: „Hallo, sie müssten Tobias sein. Wir sind von der Polizei und haben hier einen Durchsuchungsbefehl. Wir suchen einen Mike Shinoda.“ Tobi ließ sie anscheinend ohne Widerstand rein. Schon standen welche vor meiner Tür und meinten zu Tobi: „Schließen sie bitte die Tür hier auf.“ Ich merkte wie Tobi schwer schluckte und dann tatsächlich die Tür aufschloss. Yeah! Jetzt bin ich endlich gerettet! Die Tür wurde aufgestoßen und zwei Polizisten kamen zusammen mit Chaz herein. „Mike!“, rief Chaz, „Du bist s wirklich.“ Ich konnte einfach nur noch grinsen. Noch andere Polizisten kamen und nahmen Tobi fest. Sophia hat mit der ganzen Geschichte nichts zu tun. Als ich nach Draußen kam, sah ich die Anderen auf und neben den Bänken sitzen. Einer der Polizisten meinte zu mir: „Wir schreiben ihnen einen Brief, wenn wir ihre Aussagen brauchen.“

 

ENDE von Teil 2(…Or without you?)

 

Teil 3:

With you!

Ich nickte nur. Dann rannte ich zu Svenja die alleine auf einer Bank saß. Sie umarmte mich und ich küsste sie. Wie ich das doch vermisst hatte. Nach Hause wurden wir geflogen, wie geil. Ich wich Svenja nicht von der Seite. Die aber wollte anscheinend auch mal ihre Ruhe haben. Somit ging ich in unser Zimmer. Dort wollte ich mich eigentlich schlafen legen. Eigentlich. Da ich keine Schuhe anhatte, als ich in eine Scherbe trat, schrie ich laut auf und ein paar Sekunden später stand eine besorgte Svenja im Türrahmen. „Was ist passiert?“, fragte sie besorgt. „Ich bin in ne dumme Scherbe getreten“, grummelte ich. Sie lachte nur. „Hey, warum lachst du so?“, fragte ich sie. „Ist unwichtig“, grinste sie und küsste mich. Mhm… Was war eigentlich mit Brad. Er war die ganze Zeit nicht mit. „Du, weißt du wo Brad ist?“, fragte ich Svenja. „Nee, seit Dani mit ihm Schluss gemacht hat, haben wir ihn hier nicht mehr gesehen.“ „Dani hat WAS?“ Das kann doch nicht sein… „Doch hat sie.“ Ich schaute aus’m Fenster und sah dort Dani und Phi knutschend im Garten sitzen. „Hey, guck mal! Wusstest du das schon?“ „Nee, aber ich hab’s geahnt…“ Da hörten wir beide das Telefon klingeln. Gleichzeitig stürmten wir los, mussten aber dann feststellen, dass Chaz schon längst abgenommen hatte.

 

C: Chester Bennington.

A: …………

C: Was gibt’s?

A: …………

C: Haha, schlechter Witz. Das kann nicht sein.

A: …………

C: Ok, wir kommen sofort. Bis gleich.

A: …………

 

Wir starrten Chaz an. Dieser meinte nur: „Los, alle ins Auto, wir müssen zu Brad ins Krankenhaus.“ „WAS?“, schrie Rob, „Du lügst.“ „Nein und jetzt ab ins Auto“, meinte Chaz. Wir quetschten uns alle, inklusive Kim, ins Auto und zockelten los zum Krankenhaus. Bei 11 Personen hatte der Wagen ganz  schön was zu schleppen. Nach einer anscheinend endlosen Fahrt kamen wir an und suchten erst mal den Arzt, der bei uns angerufen hatte. Wir fanden ihn nach kurzem suchen und fragten sofort, was denn mit Brad sei. Der Arzt bat uns erst mal in sein Büro, wo schon ein Mädchen saß.

 

[Aus Svenjas Sicht]

 

Wir wurden in das Büro von dem Arzt geführt. Auf einem Stuhl saß ein Mädchen, ungefähr so in meinem Alter. Irgendwie kam sie mir seltsam bekannt vor. Was hat sie mit dem ganzen Kram zutun? Hoffentlich nur Gutes. Der Arzt setzte sich auf seinen Stuhl und fing an uns zu erklären, was Sache ist. „Die nette Dame dort drüben, hat ihren Freund Brad Delson heute Morgen hier hingebracht. Er hatte eine Alkoholvergiftung. Wenn sie wollen, können sie ihn jetzt schon mitnehmen.“ „Auf jeden Fall nehmen wir ihn mit und das Mädchen da auch, wenn sie einverstanden ist“, meinte Susi. Das Mädchen nickte, wir ließen uns die Zimmernummer von Brad geben, der ziemlich komisch aus der Wäsche schaute als wir alle kamen und fuhren  dann mit 13 Leuten in unserem Auto wieder heim. Eigentlich dürfen in das Auto ja nur 5 Leute… „Chaz, da hinten steht die Polizei…“, meinte ich zu Chaz, der fuhr. „Oh, shit…“, fluchte dieser nur und drehte um. Alle im Auto atmeten erleichtert auf, als uns die Polizei nicht verfolgte. Jetzt fuhren wir zwar einen gewaltigen Umweg, aber das sollte uns mal egal sein. Wären wir der Polizei in die Arme gefahren, wär’s noch schlimmer gewesen. Nach '‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘ner halben Stunde fahrt kamen wir endlich wieder bei unserem Haus an, pflanzten uns alle ins Wohnzimmer und wollten hören, was denn jetzt genau passiert war. „Ich weiß nichts mehr…“, murmelte Brad und das Mädchen fing an zu erzählen: „Ich bin heute morgen durch den Park gegangen und da lag er (sie zeigte auf Brad) auf einer Parkbank und schlief. Neben der Bank standen unendlich viele Bierflaschen und da hab ich mir zusammengereimt, dass der bestimmt ne Alkoholvergiftung hat, bei dem was er da gesoffen hat. Dann hab ich ihn in mein Auto verfrachtet und ins Krankenhaus gefahren…“ Ok, jetzt wussten wir wenigstens, wie sie Brad gefunden hatte. Kim fragte das, was mich brennend interessierte: „Wie heißt du überhaupt.“ „Sophia, aber nennt mich bitte Sofa“, antwortete das Mädchen. Da fiel bei mir der Groschen, woher sie mir so bekannt vorkam. „Ich muss mal mit dir reden…“, sagte ich zu ihr, sie nickte nur. Zusammen gingen wir auf die Terrasse. „Weißt du noch wer ich bin?“, fing ich an. „Jein, ich weiß, dass ich dich schon mal gesehen hab, aber deinen Namen hab ich vergessen…“, meinte sie. „Ok, mir ging’s vorhin nicht anders… Also, ich bin Svenja…“, weiter kam ich nicht, weil ich plötzlich total durchgeknuddelt wurde… „Deshalb kamst du mir so bekannt vor…“, grinste Sofa. „Darf ich fragen, was dich nach L.A. führt?“ Das interessierte mich auch. „Mhm… eigentlich bin ich hier hingezogen, weil ich hier einen gut bezahlten Job gefunden hatte, aber dann ist die Firma pleite gegangen und jetzt kann ich meine Miete nicht mehr bezahlen, weswegen ich in einer Woche bei mir ausgezogen sein muss.“ Ich sah, wie ihre Tränen auf den Boden tropften. Da hatte ich eine Idee… „Weißt du was? Du kannst hier einziehen. Soweit ich weiß, zieht Dani zu Phi und dann kannst du dich bei Brad einquartieren…“, erklärte ich ihr. „Das kann ich nicht annehmen…“, schluchzte sie. „Doch, schließlich hast du Brad gerettet…“ „Ok, überredet…“ „Super! Ich sag’s eben den anderen und dann holen wir deine Sachen, OK?“ „Ja…“ Mit dieser neuen Information ging ich zu den Anderen rein und erklärte ihnen die Lage, was etwas länger dauerte weil ich immer wieder von Leuten unterbrochen wurde… Nach einer halben Stunde konnten Sofa und ich endlich losfahren ihre Sachen holen.

Wir stiegen in das „Wunderauto“ und düsten los, in Richtung Sofas Wohnung. Dort packten wir alles in Kisten und stopften diese dann in das „Wunderauto“. Die Möbel brauchten wir ja nicht einpacken, denn Brad hat ja ein Bett und 'nen Schrank und so was. Wäre ja unnötig, dass jetzt alles mitzunehmen, dass Auto hat schon bei den ganzen Kisten so krass zu schleppen, als ob da 20 Elefanten drinsäßen. Zuhause halfen dann auch alle ganz brav bei dem Kistenschleppen. Was ich ehrlich gesagt nicht gedacht hatte. Irgendwann zog Mike mich dann nach Draußen und meinte, dass wir mal ne Runde spazieren gehen sollten. Was das wohl wird? Wir liefen und liefen…

 

~Abends~

 

[Aus Chaz Sicht]

 

Endlich sind die Mädels mal weg. Halt, stop! Kim sitzt hier ja noch rum. „Warum bist du nicht mit den anderen feiern gegangen?“, fragte ich sie. „Ich mag nicht so gerne feiern.“ Ich zog sie hoch und ging mit ihr nach Draußen. Die andern konnten sich bestimmt auch ohne uns einen schönen Abend machen. Im Moment war mir Viki ziemlich egal. Die sah es doch eh nicht. Kim und ich gingen dann Draußen eine Runde spazieren. Während wir liefen, fragte ich sie: „Wieso magst du nicht gerne feiern?“ „Alle trinken Alkohol, nur ich nicht. Das ist dann so… unlustig“, grinste sie. Unlustig, was fürn geiles Wort. Wir setzten uns auf eine Bank die so herumstand. Ich schaute ihr tief in die Augen und auf einmal…

 

[Aus Svenjas Sicht]

 

Yeah, endlich mal wieder ein richtiger Mädelsabend. Nur Kim zickt wieder rum. Von wegen kein Alkohol und so. Man, es ist doch nicht schlimm, keinen zu trinken. Was die wieder für Probleme hat… Davon versteh ich anscheinend nix…Also gingen wir ohne Kim feiern und die Jungs ließen wir natürlich auch zu Hause. War ja schließlich ein Mädelsabend. Um 8 zogen wir los in den nächstbesten Club, an dem wir vorbeikamen. Irgendwann um 3 gingen wir dann nach Hause… Am nächsten morgen wusste ich schon gar nicht mehr, wie ich überhaupt ins Bett gekommen war. Mittags stand ich auf und sah, wie Dani und Phi sich stritten. Boah ey, ich bin grade erst aufgestanden. Am liebsten hätte ich die Beiden jetzt angeschnauzt, aber Mike kam auf mich zu und meinte, dass wir reden müssten. HALLO? Ich bin gerade erst aufgestanden… Widerwillig ließ ich mich mit auf die Terrasse ziehen. „Was gibt’s?“, fragte ich ihn genervt. „Ich weiß, es kommt ziemlich plötzlich… aber, Svenja, ich mach mit dir Schluss…“ „Ok“, antwortete ich trocken und ging rein, schnappte meine Sachen, und suchte mir ein neues Zimmer. Mit Mike wollte ich mir keins mehr teilen… Da kam mir Dani entgegen, auch mit allen ihren Sachen bepackt. „Was ist denn mit dir?“, fragten wir gleichzeitig. „Ach, ich hab mit Phi Schluss gemacht“, antwortete Dani als erstes, „Und was ist mit dir?“ „Weißt du, Mike hat mit mir Schluss gemacht.“ „ja?“ „Ja!“ Schon war sie in Mikes Zimmer verschwunden. Na toll, dachte ich mir, latschte ein wenig mit meinem Kram rum und blieb schließlich vor Phis Tür stehen. Muss ich? Ich will da jetzt nicht hin… Phi ist bestimmt genauso down wie ich auch… Aber wo soll ich dann hin? Wir haben nichts mehr anderes… Somit klopfte ich einfach mal an. „Ja?“, kam es von drinnen. Ich machte die Tür auf, stellte meinen Krempel ab und sah Phi an. „Was wird das denn?“, fragte dieser erstaunt. „Tja, ich muss jetzt wohl oder übel hier wohnen…“ „Warum musst du?“ „Weil Dani jetzt bei Mike wohnt und ich sonst im Wohnzimmer oder sonst wo leben müsste.“ „Was ist denn passiert?“ „Mike hat mit mir Schluss gemacht.“ „Hat er?“ „Ja, hat er. Hab ich doch gesagt.“ „Ja, hast du, aber…“ „Aber was?“ „Ach, egal, vergiss es.“ „Nein, sag!“ „Man, vergiss es.“ „NEIN!“ „DOCH!“ „NEIN!“ Das fing ja gut an… Sofort streit ich mich mit ihm… „Sorry“, murmelte er und ging raus. Hö? Warum sorry? Irgendwie verstand ich heute nur noch Bahnhof… Vielleicht sollte ich noch mal ne Runde schlafen… Nee, besser nicht, dann schlaf ich heute Nacht nicht mehr… Mhm… Und jetzt? Was soll ich denn jetzt machen? Ach ja, ich könnte ja mal meine Sachen wieder auspacken. Jetzt wo ich hier wohne. Ok, wohnen tu ich in diesem Haus ja schon etwas länger, nur jetzt hatte ich ein anderes Zimmer. Nachdem ich dann meinen Krempel verstaut hatte, ging ich nach unten und dort kam mir eine aufgeregte Susanne entgegen. „Du, weißt du schon das neuste?“ „Was ist denn das neuste?“ „Brad und Sofa sind zusammen!“ „Was? Du machst Witze!“ „Nein, mach ich nicht!“ „Woher weißt du das?“ „Hat Sofa mir grad gesagt.“ „Und jetzt verbreitest du das sofort?“ „Sie hat mir gesagt, dass ich das darf!“ Ich zog nur eine Augenbraue hoch und ging dann weiter in Richtung Küche, da ich ziemlich Hunger hatte. Hatte ja heute auch noch gar nichts gegessen. In der Küche saß Phi rum und kaute lustlos auf ‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘‘nem Butterbrot. Och nee nicht der schon wieder, dachte ich, angelte mir meine geliebte Müslischüssel aus der Spülmaschine, die mal wieder keiner Ausgeräumt hatte und aß erst mal ne Portion Müsli. Bis Susi mal wieder ankam. „Ich hab noch neuere Neuigkeiten!“ Phi und ich schauten sie an. „Was denn jetzt schon wieder?“, fragte ich. „Mike…“ „Was ist mit ihm?“, wollte Phi wissen. Susi war total aufgeregt und meinte: „Er ist jetzt mit Dani zusammen.“ „WAS?“, schrieen Phi und ich zusammen. „Ja… Habt ihr ein Problem damit?“ „Nein, absolut nicht“, meinten wir beide. „Nein, absolut nicht. Was ist denn los?“ „Nix nix…“ „Man, irgendwas habt ihr doch… Los sagt schon!“ „Dir werden wir das wohl eher nicht erzählen!“, sagten Phi und ich wieder gleichzeitig. „Ihr macht mir angst mit eurem gleichzeitigem reden!“, meinte sie und haute wieder ab. Boah, die würd das doch sofort allen hier erzählen… Nein danke, auf so was hatte ich keinen Bock. Die kann mich im Moment mal… Irgendwann ging die Tür wieder auf und ich dachte schon, dass es wieder Susanne ist, aber zum Glück war es nur Sofa. „Wah… Hat euch Susi auch alles erzählt?“, schimpfte sie. „Was meinst du mit alles?“, fragte ich. „Ich meinte: Hat sie euch erzählt, dass ich mit Brad zusammen bin?“ „ Ja, hat sie mir auf jeden Fall erzählt.“ „Mir auch!“, mischte sich Phi ein. „Och nee…“, ächzte Sofa und ließ sich auf einen anderen Stuhl fallen. „Die ist ne Tratschtante hoch neun“, grinste ich, was bei Sofa und Phi 'nen Lachanfall zur Folge hatte. „Du hast es erfasst!“, lachte Viki, die plötzlich in der Tür stand. Sie kam auf uns zu und setzte sich auch hin. „Wisst ihr, wo Chaz ist?“, fragte sie dann. „Nein!“, antworteten wir ihr. „mhm… Hier im Haus ist er nicht, auch nicht im Garten…“ „Vielleicht ist er im Park?“, schlug Phi vor. „Könnte sein, ich geh mal gucken…“, sagte Viki und ging los in Richtung Park. „Halt! Warte, ich komm mit!“, rief ich ihr hinterher und sie blieb stehen. Somit gingen wir zusammen in den Park, wo wir erstmal durch die Gegend latschten. Dann sahen wir ne Bank, auf der Chaz und Kim saßen… Was machen die da?

Nein, nicht wirklich oder?... Die knutschen da doch echt rum… Was für ne scheiße… Viki rannte los, zu den beiden hin und schrie Chaz an, von wegen, er sei ein Arschloch und so. Kim saß einfach nur stumm da und schaute Löcher in die Luft. Da wandte sich Viki zu ihr und schrie auch sie an. Also, allmählich reicht's ja wohl… Ich ging zu ihr hin und versuchte sie zu beruhigen, aber sie regte sich immer weiter auf. „Komm runter!“, schrie Chaz sie an, „Ich darf frei entscheiden, mit wem ich was mache oder?“ „Chaz, reg du dich auch mal ab!“, schimpfte ich. „Halt du dich da gefälligst raus!“, meckerte mich Chaz an. „Du bist so ein assi, weißt du das?“, schrie Viki Chaz wieder an. „Und wenn, ist das ein Problem?“ Die Beiden stritten sich den ganzen Weg nach Hause über und ich hatte keinen Bock mehr, auch nur irgendwem zuzuhören, also ging ich sofort nach oben, wo ich fast in Danis und Mikes Zimmer gelatscht wäre. Kurz vor der Tür merkte ich es aber noch und ging in Phis und mein Zimmer. Phi lag auf dem Bett und las irgendein Buch. „Hi! Was ist passiert? Du siehst so fertig aus?“, fragte er besorgt. „Mhm… Unwichtig“, murmelte ich. „Nein, dass ist es nicht, dass seh ich dir an.“ Da ich nicht nochmal 'nen Streit anfangen wollte, erzählte ich ihm von der Sache mit Chaz, Kim und Viki. „Und jetzt? Was ist mit ihnen?“ „Ich hab keine Ahnung. Ich weiß nur, das Viki tobt wie ein Drache.“ Phi musste lachen. „Hey, dass ist nicht lustig!“ „Doch, find ich wohl.“ Nein, dass läuft wieder auf 'nen Streit zu, somit meinte ich: „Ok, es ist doch irgendwie lustig.“ War es auch irgendwie. Wie fies ich doch bin. Aber ich muss unbedingt mal mit Kim wegen der Sache reden. Sie ist da ja nicht ganz unschuldig dran. Aber nicht mehr heute. Ich musste erst mal alles verarbeiten, was heute passiert war. Erst macht Mike Schluss, dann zieh ich zu Phi, danach bekomm ich unter die Nase gerieben, dass Brad und Sofa zusammen sind, und dann bekomm ich zu hören, dass Dani und Mike zusammen sind, dann erwischen Viki und ich Chaz, wie er mit Kim rumknutscht, was zur Folge hat, dass ich mir heute einen heftigen Streit anhören musste. Ich schüttelte mich bei dem Gedanken an den Streit heftigste und Phi schaute nur ganz dumm. Ich erklärte ihm kurz, was war und schon waren wir jeder wieder in seinen Gedanken.

 

~2 Monate später~

 

Mittlerweile war ich mit Phi zusammen, Chester und Viki hatten sich wieder vertragen und wollen heiraten. Wir alle planten wie wild, damit es eine Traumhochzeit wird. Soweit ich wusste, wollte Mira aufkommen. Sie wollte sich extra für die Hochzeit frei nehmen, weil seit sie Atlantis entdeckt hat, hat sie kaum noch Zeit.

 

[Aus Miras Sicht]

 

Leise öffnete ich die schwere Holztür der Kirche. Innen angekommen glitt
mein Blick über die Menschenmenge die sich hier versammelt hatte. Alle
trugen festliche Kleidung. So auch ich. Ich hatte einen eleganten Rock an,
der mir bis zum Knie ging. Dazu hatte sich ein rückenfreies Top.
Leise lief ich durch die Kirche. Die Plätze waren alle belegt. Nein, nicht
alle. Einen Platz in der ersten Reihe hatte mir Svenja freigehalten. Dorthin
lief ich.
Svenja und die anderen freuten sich mich zu sehen. „Ich dachte schon du
würdest nicht mehr kommen“, äußerte sich Kim, „ wir dachten du hättest auf
dem Weg hierhin den Koloss von Rhodos entdeckt.“
„ Selbst dann würde ich eine Hochzeit in eurer WG nicht ausfallen lassen“,
empörte ich mich. Natürlich hatten sich Viki und Chaz immer wieder gestritten, doch die Freundschaft hatte gehalten. Das dies eine lange Ehe werden würde waren sich alle sicher.
Am Altar wartete Chester schon sehnsüchtig auf seine Braut. Er hatte einen
schwarzen Anzug an und sah schon fast schick aus.
Die Kapelle begann zu spielen. Die Tür ging auf und ein Blumenmädchen
schritt langsam den Gang entlang. Hinter ihr kam Viki, die von ihrem Vater
begleitet wurde. Sie hatte ein langes weißes Kleid an, dass nach unten hin
weit war. Das Kleid hatte Spaghetti-Träger. Ihr Gesicht war von einem
Schleier bedeckt, doch trotzdem konnte man ein nervöses Lächeln erkennen.
Die ganze Kirche schwieg. Es schien eine Ewigkeit vergangen zu sein, bis sie
an dem Altar angekommen war. Dort verließ ihr Vater sie und setzte sich
neben Vikis Mutter. Chester nahm Vikis Hände und lächelte sie an.
Der Priester begann mit seiner Rede: „ Wir haben uns heute hier in Gottes
Namen versammelt, weil Viktoria und Chester vor Gott in den
heiligen Stand der Ehe treten wollen.
Viktoria willst du den hier anwesenden Chester zu deinem dir anvertrauten Ehemann nehmen, in guten wie in schlechten tagen, bis das der Tod euch scheidet? So antworte mit Ja!“
„ Ja, ich will“, antwortete Viki ohne zu zögern.
„Und willst du Chester „, fuhr der Priester fort, „ die hier anwesende Viktoria zu deiner dir anvertrautem Ehefrau nehmen, in guten wie in schlechten tagen,
bis das der Tod euch scheidet? So antworte mit Ja.“
Auch er antwortete: „ Ja, ich will.“
„Hier mit erkläre ich euch zu Mann und Frau. Sie dürfen die Braut jetzt
küssen!“
Das ließ sich Chester nicht zweimal sagen. Er hob liebevoll Vikis Schleier
und küsste sie zärtlich.
Eben so langsam wie Viki gekommen war ging sie nun wieder hinaus mit Chaz.
Das Blumenmädchen streute wieder Blumen vor sie. Alle Gäste folgten ihnen.
Vor der Kirche wurde Sekt verteilt. Viki und Chazy tranken ein Glas, jedoch
mussten sie dann sofort weg: Die Flitterwochen warteten auf sie. Eine
zweiwöchige Reise nach Hawaii war geplant worden. Darauf freuten sich Chaz und Viki schon lange.
Chaz half Viki in die weiße Limousine zu kommen und stieg dann selber ein.
Das Auto hupte noch einmal und dann war es auch schon weg.
Alle winkten dem frisch verheirateten Paar nach, bis sie verschwunden waren.
Nach und nach löste sich die Hochzeitsgesellschaft auf.

 

[Aus Svenjas Sicht]

 

Nun waren Viki und Chaz endlich verheiratet und endlich in den Flitterwochen. Mira würde die nächsten 2 Wochen in Chaz und Vikis Zimmer hausen. Dann würde sie zurück nach Hause fliegen und ihre Arbeit wieder aufnehmen. Ich fand es ziemlich cool von ihr, dass sie ihre Arbeit 2 Wochen lang ruhen lässt nur wegen einer Hochzeit hier. Und jetzt kann unser aller Leben seinen Lauf nehmen…

 

ENDE!

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